Municipio Hecelchakán

Municipio im mexikanischen Bundesstaat Campeche From Wikipedia, the free encyclopedia

Schnelle Fakten Hecelchakán, Symbole ...
Hecelchakán
Lage
Symbole
Wappen
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Mexiko
Bundesstaat Campeche
Sitz Hecelchakán
Fläche 1275 km²
Einwohner 28.306 (2020)
Dichte 22,2 Einwohner pro km²
Gründung 1. Januar 1916
Webauftritt hecelchakan.gob.mx/
INEGI-Nr. 04005
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Hecelchakán ist ein Municipio Libre im mexikanischen Bundesstaat Campeche. Das Municipio hat ca. 32.000 Einwohner (Zensus 2020) und ist 1275 km² groß. Verwaltungssitz und größter Ort des Municipios ist das gleichnamige Hecelchakán.

Geschichte

Vorspanische Zeit

Das heutige Gebiet des Municipio Hecelchakán im Norden des mexikanischen Bundesstaats Campeche war bereits in vorspanischer Zeit dicht besiedelt.[1] Innerhalb seiner Grenzen liegt die archäologische Zone von Xcalumkín (auch Holactún oder Yokactún genannt), eine Stätte der Maya-Kultur in der westlichen Puuc-Region,[2] deren Hauptphasen der Besiedlung und Blüte im Spät- und Terminalen Klassikum (etwa 600–1000 n. Chr.) datiert werden.[1] Die in den Hieroglypheninschriften von Xcalumkín verzeichneten Daten reichen vom Jahr 731 bis 771 n. Chr.[3] Xcalumkín wird als regionales Zentrum von wenigstens 25 umliegenden Fundorten betrachtet[1] und gilt als einer der epigraphisch reichsten Plätze des Bundesstaats Campeche[4] sowie als ein gutes Beispiel für die drei aufeinanderfolgenden Bauphasen des Puuc-Stils.[3] Die Ruinen wurden im Jahr 1887 von Teobert Maler im westlichen Teil des Puuc-Gebiets dokumentiert.[5] Der US-amerikanische Archäologe Harry Pollock unterschied 1980 mehrere Baugruppen,[6] und seit 1992 wird der Ort durch ein Team französischer Archäologen des Centre d’études mexicaines et centraméricaines untersucht,[7] während Restaurierungsarbeiten unter Antonio Benavides Castillo vom Instituto Nacional de Antropología e Historia (INAH) Campeche durchgeführt wurden.[8]

Zum Zeitpunkt der Ankunft der spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert existierte die Ortschaft Hecelchakán selbst noch nicht.[9] Die Region war von einer Reihe verstreuter Maya-Siedlungen geprägt, die zum Kuchkabal (Maya-Provinz) der Ah Canul gehörten. Die Hauptsiedlung dieses Cacicazgos war Calkiní.[10]

Kolonialzeit

Die heutige Ortschaft Hecelchakán wurde nach der Eroberung Yucatáns durch Francisco de Montejo (Vater und Sohn) in den 1530er und 1540er Jahren von Maya-Bewohnern der erloschenen Siedlung Xkalumkín etwa zwischen 1500 und 1600 um eine Cenote herum gegründet, die in der Region eine der wenigen permanenten Süßwasserquellen darstellte.[11] Der Name leitet sich vom Maya Helelchakán ab, gebildet aus helel („Ruhe“, „Rast“) und chakán („Savanne“), und wurde später kastilianisiert zu Hecelchakán.[9]

Die Missionierung der Halbinsel erfolgte hauptsächlich durch den Franziskanerorden.[12] Im Jahr 1579 errichteten die Franziskaner in Hecelchakán eine Guardianía Vicaría, die später zur Doctrina erhoben wurde und als Pfarrei die Ortschaften Hecelchakán (Hauptort), Pocboc (Los Santos Reyes), Pomuch (auch Tixpocmuch oder Tispocomuch, La Asunción de Nuestra Señora), Tenabo (Tahnab) und Tikumché umfasste.[13] Die Hauptkirche San Francisco de Asís mit der seitlich angefügten Capilla abierta wurde von Franziskanermissionaren in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Stein errichtet und ist architektonisch typisch für die yukatekischen Kirchen dieser Zeit.[14] Die zur Hacienda Blanca Flor gehörenden Bauten gehen auf das Jahr 1588 zurück.[15]

19. Jahrhundert

Im Jahr 1833 wurde Hecelchakán der Titel „Villa“ verliehen. Im Juni 1834 fand im Ortszentrum eine Schlacht zwischen zentralistischen Truppen unter Francisco de Paula Toro und föderalistischen Verbänden unter Felipe Montero statt, bei der die Föderalisten unterlagen.[16] Der Austragungsort hat sich dadurch ergeben, dass Hecelchakán an einem mittleren Punkt zwischen der zentralistisch gesinnten Stadt San Francisco de Campeche und dem föderalistisch ausgerichteten Mérida lag.[17]

Die Hacienda Blanca Flor war im Jahr 1843 Schauplatz von Kampfhandlungen im Rahmen der Kastenkriegs (Guerra de Castas).[15] Im Jahr 1840 setzte sich der Partido (Verwaltungsbezirk) de Hecelchakán aus den Ortschaften Pomuch, Pocboc, Tenabo, Tepakán, San Antonio Sacabchén, Dzibalché, Bécal, Nunkiní sowie der Villa Calkiní zusammen.[18] Bis Mitte 1846 umfasste der Partido de Hecelchakán drei Pfarrhauptorte: Hecelchakán, Calkiní und Bécal.[9] Die wachsende Rivalität zwischen Campeche und Mérida mündete 1857 in die Errichtung des Bundesstaats Campeche, in den Hecelchakán einbezogen wurde.[19]

Mexikanische Revolution

Während der Mexikanischen Revolution fand Mitte März 1915 bei der Hacienda Blanca Flor in Hecelchakán eine Schlacht zwischen mexikanischen Bundestruppen und yukatekischen Sezessionisten statt.[15] Staatschef Venustiano Carranza, der nicht auf die Einnahmen aus dem Export von Henequén aus Yucatán verzichten konnte, hatte eine Armeeabteilung unter Salvador Alvarado (1880–1924) entsandt, um die Sezession unter Abel Ortiz Argumedo zu unterdrücken.[20] Am 14. März 1915 waren die Hacienda Blanca Flor und ihre Kapelle Schauplatz der Auseinandersetzung zwischen den konstitutionalistischen Truppen Alvarados und den Verbänden des Heers Ortiz Argumedos, überwiegend aus Wehrpflichtigen und unerfahrenen Rekruten gebildet, die die Interessen der Hacendados verteidigten. Nach Angaben des Historikers Marco Antonio Carvajal verzeichneten die Truppen Ortiz Argumedos 450 Gefallene und jene Alvarados 44 Gefallene. Die Leichname wurden in eine nahegelegene Höhle geworfen und verbrannt.[21] Im Zuge der Kämpfe wurden auf dieser Hacienda und weiteren Henequén-Haciendas der Region als Zwangsarbeiter gehaltene indigene Maya befreit.[22] Die Hacienda Blanca Flor wurde anschließend von den Bundestruppen Alvarados in Brand gesetzt.[15] Nach einem weiteren Sieg der Bundestruppen am 15. März 1915 in der Schlacht bei Halachó und dem Einzug Alvarados in Mérida endete die Sezession nach weniger als einem halben Jahr.[23]

Konstituierung als Municipio Libre

Mit der Veröffentlichung des Dekrets Nr. 51, das ein neues Ley de Administración Interior für den Bundesstaat Campeche genehmigte, wurde Hecelchakán am 7. Dezember 1915 zu einem der acht Municipios Libres des neukonstituierten Bundesstaats erklärt.[24] Diese Verordnung trat am 1. Januar 1916 in Kraft, womit Hecelchakán formell als Hauptort des gleichnamigen Municipios Libre konstituiert wurde. Am 3. November 1957 erhielt der Hauptort durch Dekret des Kongresses von Campeche, auf Vorschlag des damaligen verfassungsmäßigen Gouverneurs Alberto Trueba Urbina, den Rang einer Ciudad.[25]

Jüngere Entwicklungen

Im 20. und 21. Jahrhundert blieb das Municipio überwiegend landwirtschaftlich geprägt.[26] Es zählt zusammen mit Calkiní, Tenabo, Champotón und Campeche zu den wichtigsten Erzeugern von Großen Sapote im Bundesstaat[27] und gehört zu den Municipios mit dominierenden Anbaukulturen wie Kürbisse der Art Cucurbita argyrosperma, Orangen, Soja und Reis im Rahmen der landwirtschaftlichen Umstellungsprozesse Campeches.[28] Im Bildungsbereich wurde die Escuela Normal Rural „Justo Sierra Méndez“ in Hecelchakán in das nationale Programm zur Errichtung eines Netzwerks historischer Archive der Lehrerbildungsanstalten (Fundación de la Red de Archivos Históricos de las Escuelas Normales) einbezogen, das ab 2008 begonnen wurde.[29] In der jüngeren Vergangenheit war das Municipio Teil des Streckenabschnitts 2 des Eisenbahnprojekts Tren Maya (Calkiní–Hecelchakán–Tenabo).[30] Im Zuge des Projekts wurden infolge von Verhandlungen mit den zuständigen Bauherren die Verlegung der ursprünglichen Trasse erreicht, was die Umsiedlung von fünf Familien nach sich zog, während der erwartete wirtschaftliche Aufschwung nach den vorliegenden Untersuchungen bislang ausblieb.[31]

Geographie

Das Municipio Hecelchakán liegt im Norden des mexikanischen Bundesstaats Campeche auf Höhen unter 100 m. Es zählt zur Gänze zur physiographischen Provinz der Halbinsel Yucatán sowie zu gut 62 % Subprovinz des yucatekischen Karsts und zu knapp 38 % zum Hügel- und Karstland von Campeche. Die Geologie des Municipios wird zu 81 % von Kalkstein bestimmt bei über 12 % lakustrischen Ablagerungen; vorherrschender Bodentyp ist der Leptosol (74 %) bei fast 10 % Nitisol. Das Municipio liegt zur Gänze in der hydrographischen Region Yucatán Norte. Etwa 60 Prozent der Gemeindefläche sind bewaldet.

Das Municipio Hecelchakán grenzt an die Municipios Calkiní, Hopelchén und Tenabo sowie an den Golf von Mexiko.

Bevölkerung

Beim Zensus 2010 wurden im Municipio 28.306 Menschen gezählt. Davon wurden 11.177 Personen als Sprecher einer indigenen Sprache registriert, darunter 10.980 Sprecher des Mayathan. Über 11 % der Bevölkerung waren Analphabeten. 10.255 Einwohner wurden als Erwerbspersonen registriert, wovon ca. 75 % Männer bzw. 3 % arbeitslos waren. Knapp 15 % der Bevölkerung lebten in extremer Armut.

Orte

Das Municipio Hecelchakán umfasst 25 bewohnte localidades, von denen der Hauptort sowie Pomuch vom INEGI als urban klassifiziert ist. Sechs Orte wiesen beim Zensus 2010 eine Einwohnerzahl von über 1000 auf, elf Orte hatten weniger als 100 Einwohner. Die größten Orte sind:

OrtEinwohner
Hecelchakán10.285
Pomuch08.694
Pocboc01.624
Cumpich01.587
Yalnón (Campo Menonita)01.151
Santa Cruz01.118
Dzitnup00.891
Chunkanán00.885
Nohalal00.522
Commons: Municipio Hecelchakán – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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