Ludwig von Mussinan
bayerischer Offizier, zuletzt Generalleutnant
From Wikipedia, the free encyclopedia
Karl Anton Ludwig Mussinan, seit 1881 Ritter von Mussinan (* 5. Februar 1826 in Bogen; † 21. Mai 1908 in München) war ein bayerischer Generalleutnant und Ehrenbürger seiner Geburtsstadt.



Leben
Ludwig war der Sohn des Advokaten Maximilian Mussinan und dessen Ehefrau Josephine, geborene Naus. Er besuchte die Polytechnische Schule in München und trat am 21. August 1845 als Freiwilliger Unterkanonier in das Artillerie-Regiment „Prinz Luitpold“ der Bayerischen Armee ein. Ende Mai 1847 wurde er Junker und stieg bis Ende Juni 1851 zum Oberleutnant auf. Unter Beförderung zum Hauptmann erfolgte am 6. April 1859 seine Versetzung in das 2. Artillerie-Regiment „Lüder“ sowie Mitte Januar 1862 die Rückversetzung zum seinem Stammregiment. Als Batteriechef nahm er 1866 am Krieg gegen Preußen teil, wurde für sein Wirken belobigt und mit dem Ritterkreuz I. Klasse des Militärverdienstordens ausgezeichnet.
Nach dem Krieg stieg Mussinan am 24. Mai 1868 zum Major auf. Im folgenden Krieg gegen Frankreich bildete sein Regiment 1870/71 die Korpsartillerie des I. Armee-Korps und war in die Kämpfe bei Wörth, Beaumont, Sedan, Artenay sowie die Belagerungen von Paris und Belfort eingebunden.
Bei Sedan griff Mussinan mit drei seiner Batterien bei der 3. Infanterie-Brigade auf dem rechten Flügel in die Kämpfe bei La Moncelle gegen die vorstoßenden französischen Truppen ein. Durch sein Artilleriefeuer gelang es der eigenen Infanterie zum Gegenangriff überzugehen und die angrenzenden Höhen zu erstürmen.[1] Für diese Tat erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse und eine Belobigung. Zudem sprach sich ein am 8. April 1871 unter dem Vorsitz des Generalleutnants von Maillinger in Grosbois tagende Ordenskapitel einstimmig für seine Aufnahme in den Militär-Max-Joseph-Orden aus. König Ludwig II. verlieh Maussian daraufhin am 23. April 1871 mit Wirkung zum 1. September 1870 das Ritterkreuz der höchsten bayerischen Tapferkeitsauszeichnung. Mit der Verleihung war die Erhebung in den persönlichen Adelstand verbunden und er durfte sich nach der Eintragung in die Adelsmatrikel am 24. April 1881 „Ritter von Mussinan“ nennen.[2]
Nach dem Friedensschluss blieb Mussinan bei der Okkupationsarmee in Frankreich und avancierte am 2. November 1872 zum Oberstleutnant. Am 4. Dezember 1874 erfolgte seine Ernennung zum Kommandeur des 4. Feldartillerie-Regiment „König“. In dieser Stellung Mitte Dezember des Folgejahres zum Oberst befördert, wurde Mussian am 29. Dezember 1877 mit dem Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone ausgezeichnet und er erhielt Ende März 1882 die Erlaubnis zur Annahme des Kommandeurkreuzes II. Klasse des Dannebrogordens. Ab dem 2. November 1882 war Mussinan als Generalmajor Kommandeur der 1. Feldartillerie-Brigade in München. In dieser Stellung erhielt er die Erlaubnis zur Annahme des Großoffizierskreuzes des Ordens der Krone von Italien und stieg am 31. Oktober 1888 zum Generalleutnant auf. Unter Verleihung des Prädikats „Exzellenz“ wurde er am 2. März 1889 in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit Pension zur Disposition gestellt.
Nach seiner Verabschiedung erhielt Mussinan am 31. Oktober 1899 anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Prinzregenten Luitpold von Bayern als Inhaber des 1. Feldartillerie-Regiments das Großkomturkreuz seines Militärverdienstordens.[3] Eine weitere Ehrung wurde ihm am 19. Februar 1906 zuteil, als er aus Anlass der Feier des 100-jährigen Bestehens des Militär-Max-Joseph-Ordens die Erlaubnis erhielt, neben seiner bisherigen Uniform auch die des 1. Feldartillerie-Regiments „Prinzregent Luitpold“ tragen zu dürfen.[4]
In München-Pasing und in Neumarkt in der Oberpfalz sind Straßen nach ihm benannt.
1857 heiratete Mussinan die Haßfurter Wirtstochter Felicitas Reinhard († 1901). Felicitas schrieb auch den Antrag auf Pensionierung für ihren Mann und gab dabei an, dass Mussinan bei der Schlacht von Sedan unter seinem toten Pferd mit Handverletzungen begraben wurde und seitdem Behinderungen an den Händen hätte.[5]
Mussinan-Marsch
Während seiner Zeit als Regimentskommandeur in Augsburg widmete ihm sein Stabstrompeter Carl Carl den „Mussinan-Marsch“, der zu Carls bekanntester Komposition wurde. Daneben war der Marsch Präsentiermarsch des 7. Chevaulegers-Regiment „Prinz Alfons“. In der Bundeswehr war das Stück Traditionsmarsch des Gebirgspanzeraufklärungsbataillons 8 (bis 2007) und des Panzeraufklärungsbataillons 13 (bis 2007) sowie Kommandomarsch des in Bogen in der Graf-Aswin-Kaserne stationierten Sanitätskommandos IV, das im Oktober 2011 aufgelöst wurde.
Literatur
- Joseph Karl Brennfleck: Das Königlich Bayerische 2. Feldartillerie-Regiment Horn. Erster Band: Von der Errichtung im Jahre 1824 bis zum Weltkrieg. Verlag Max Schick, München 1939, S. 398.
- Schrettinger: Der Königlich Bayerische Militär-Max-Joseph-Orden und seine Mitglieder. R. Oldenbourg, München 1882, S. 576–577.