Musée de la Mer de Biarritz
Naturkundemuseum und Schauaquarium in Biarritz (Frankreich)
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Das Musée de la Mer de Biarritz oder le Musée de la Mer ist ein Naturkundemuseum und ein Schauaquarium in Biarritz im französischen Département Pyrénées-Atlantiques. Es befindet sich am Plateau de l'Atalaye gegenüber dem Rocher de la Vierge, gilt als charakteristisches Beispiel der Art-déco-Architektur im französischen Baskenland.

Geschichte
Die wissenschaftliche Erkundung der Meerestiefen im Golf von Biskaya geht auf den Marquis Léopold de Folin (1817–1896) zurück. Er war Hafenkapitän in Bayonne und Naturforscher. Ein erster Projektvorschlag für ein Meeresmuseum mit Aquarium wurde 1925 ausgearbeitet. Unter dem Einfluss von André Giret, dem Verwalter der „Inscription Maritime“ in Bayonne, fasste die Stadtverwaltung von Biarritz im Jahr 1922 den Entschluss, ein Meeresmuseum auf der Esplanade des Deichs am „Rocher de la Vierge“ zu errichten. 1925 wurde der Grundstein gelegt. Im Jahr 1932 beschloss die Gemeinde Biarritz die formelle Gründung des Musée de la Mer, das im August des folgenden Jahres eröffnet wurde.
Die Architekten Hiriart, Lafaye und Lacoureyre gewannen 1930 den ausgeschriebenen Architekturwettbewerb. Das Gebäude ist durch seine schiffsbugartig gestaltete Fassade geprägt. Das im Stil des Art déco gehaltene Gebäude öffnete am 10. August 1933 für das Publikum. Als erstes Leitungsmitglied ist Paul Arné dokumentiert, unter dessen Leitung die Sammlungen rasch wuchsen. Die offizielle Einweihung fand zwei Jahre nach der Eröffnung, am 7. Juli 1935, statt. Am 25. August 1934 wurde die „Société des Amis du Musée de la Mer“ gegründet.
Im Jahr 1952 wurden die ersten Gebäudeteile oberhalb des ursprünglichen Aquariums errichtet, um das Centre d'Études et de Recherches Scientifiques (CERS) aufzunehmen. 1966 wurde der Walbereich eingeweiht, in dem Abgüsse und Skelette von Walen und Delfinen sowie nautische Instrumente des 18. Jahrhunderts ausgestellt sind. 1973 wurde der Saal Delord eröffnet, in dem maritime Objekte in einem Interieur präsentiert werden, das einem Schiffsinnenraum nachempfunden ist.
Renovierungen und Erweiterungen
Im Laufe des 20. Jahrhunderts erlebte das Museum mehrere Renovierungen und Erweiterungen. Eine davon war die Renovierung von 1992, bei der das Aquarium mit modernen aquariologischen und museographischen Einrichtungen ausgestattet wurde, wobei die architektonische Originalität des Gebäudes bewahrt wurde. Von 2009 bis 2011 erfolgte eine Erweiterung, durch die sich die Besuchsfläche verdoppelte und die Zahl der Becken erheblich vergrößert wurde. Die Wiedereröffnung des Museums fand am 26. Juni 2011 statt. Im Zuge dessen wurde das Musée de la Mer Teil des Projekts Biarritz Océan, zu dem auch die neu erbaute Cité de l'Océan et du Surf gehört.
Das Museum umfasst rund fünfzig Aquarien mit etwa 5000 Tieren, darunter sieben Haiarten und Robben. Der Schwerpunkt der Dauerausstellung liegt auf der Fauna und der Meeresökologie des Golfs von Biskaya. Darüber hinaus verfügt das Museum über Sammlungen zur Geschichte des Walfangs, der in Biarritz vom 13. bis zum 18. Jahrhundert betrieben wurde, sowie zur traditionellen Fischerei, zu Navigationsinstrumenten und zur Meeresforschung.
Abbildungen
Siehe auch
Weblinks
- Offizielle Website (engl. /franz. /span.)
- Société des Amis du Musée de la Mer