Myurella julacea
Art der Gattung Myurella
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Myurella julacea (deutsch Kätzchenförmiges oder Kätzchenartiges Mäuseschwänzchenmoos) ist eine Laubmoos-Art aus der Familie Plagiotheciaceae.
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Myurella julacea | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Myurella julacea | ||||||||||||
| (Schwägr.) Schimp. |
Merkmale
Myurella julacea bildet bläulichgrüne bis gelblichgrüne, glanzlose, gewöhnlich dichte oder auch lockere Polsterrasen oder wächst vereinzelt zwischen anderen Moosen. Die kriechenden bis aufrechten Pflanzen sind selten mehr als 1 Zentimeter lang, unverzweigt oder unregelmäßig gegabelt und gleichmäßig kätzchenförmig beblättert. Die Blätter sind trocken und feucht dicht dachziegelartig anliegend, fast kreisrund, halbkugelschalig hohl und circa 0,5 Millimeter lang. Die Blattspitze ist abgerundet oder mit einem kurzen Spitzchen versehen. Die Blattränder sind flach und gezähnelt bis gesägt. Eine Blattrippe fehlt oder ist kurz und meist doppelt. Die mittleren und oberen Laminazellen sind unregelmäßig breit rhombisch bis sechseckig oder elliptisch und dickwandig, am Blattgrund rechteckig bis quadratisch. Auf der Blattrückseite (dorsal) sind die Zellen fast glatt oder deutlich papillös.
Die Geschlechterverteilung ist diözisch. Sporenkapseln sind selten vorhanden. Die Seta ist dünn und glatt, oft schwach gebogen und etwa 1 Zentimeter lang. Die aufrechte bis etwas geneigte Kapsel ist länglich-eiförmig, der Deckel ist kegelförmig. Das Peristom ist doppelt. Die Sporengröße ist 9 bis 15 Mikrometer.
Standortansprüche
Das Moos wächst auf frischen oder feuchten Karbonat- und basenreichen Schieferfelsen, vorwiegend an schattigen Stellen. In höheren Lagen oberhalb der Waldgrenze lebt es in hellen, mäßig trockenen Felsfluren und Alpinrasen. Im Alpenraum liegen die Wuchsorte von der submontanen Höhenstufe ab etwa 300 Meter Höhe bis hinauf zur nivalen Höhenstufe bei zirka 3300 Meter.
Vorkommen
Weltweit gibt es Vorkommen auf der Nordhalbkugel und in der Antarktis. In Europa hat die Art ihr Verbreitungsgebiet vor allem in den Gebirgen und bis in den äußersten Norden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist sie besonders in den Alpen verbreitet, in den anderen Gebieten ist sie selten oder fehlt.
Literatur
- Martin Nebel, Georg Philippi (Hrsg.): Die Moose Baden-Württembergs. Band 2: Spezieller Teil, (Bryophytina II, Schistostegales bis Hypnobryales). Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3530-2.
- Berg, C., Köckinger, H., Kropik, M., Pöltl, M., Schröck, C. & Zechmeister, H. G. [Hrsg.] 2025. Moosflora von Österreich, Band 3. Verlag des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten, Klagenfurt am Wörthersee. ISBN 978-3-85328-112-3.