Chi Persei

offener Sternhaufen im Sternbild Perseus From Wikipedia, the free encyclopedia

χ Persei (Chi Persei, auch als NGC 884 bezeichnet) ist ein 6,1 mag heller offener Sternhaufen mit einer Winkelausdehnung von 30 Bogenminuten im Sternbild Perseus am Nordsternhimmel. Chi Persei liegt im Abstand von nur ca. 25 Bogenminuten neben dem Sternhaufen h Persei und ist mit bloßem Auge als schwaches Nebelfleckchen zu sehen. Beide Sternhaufen sind relativ jung, ihr Alter wird je nach Methode auf 6 bis 13 Millionen Jahre geschätzt.

Schnelle Fakten Offener Sternhaufen χ Persei, Position Äquinoktium: J2000.0 ...
Offener Sternhaufen
χ Persei
χ Persei links und h Persei rechts im Bild
χ Persei
AladinLite
Sternbild Perseus
Position
Äquinoktium: J2000.0
Rektaszension 02h 22m [1]
Deklination +57° 08′ [1]
Erscheinungsbild
Klassi­fikation I3r [2]
Helligkeit (visuell) 6,1 mag [2]
Helligkeit (B-Band) 6,58 mag
Winkel­ausdehnung 30′
Anzahl Sterne
Hellster Stern mag
Veränder­liche Sterne
Rötung (Farbexzess E(B-V)) 0,595 [3]
Physikalische Daten
Zugehörigkeit Perseus OB1, Milchstraße
Rotverschiebung −0,000149 ± 0,000002 [1]
Radial­geschwindigkeit (−44.69 ± 0,73) km/s [1]
Entfernung [1] ca. 8200 Lj
(ca. 2500 pc)
Absolute Helligkeit mag
Masse 4.300 M
Durchmesser Lj
Alter Jahre
Metallizität [Fe/H] {{{Metallizität}}}
Geschichte
Entdeckt von Hipparchos von Nicäa
Entdeckungszeit 130 v. Chr.
Katalogbezeichnungen
 NGC 884  C 0218+568  OCl 353  Mel 14  Cr 25  Lund 76  GC 521  Raab 10 • h 212 • H VI 34 • C 14
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Chi Persei wurde im Jahr 130 v. Chr. von dem griechischen Astronomen Hipparchos von Nicäa entdeckt. Das Objekt wurde lange für einen Stern gehalten und fand so auch Einzug in die Uranometria von Johann Bayer.[4] Der deutsch-britische Astronom William Herschel beobachtete es am 1. November 1788. Im Caldwell-Katalog teilt sich NGC 884 zusammen mit seinem Nachbarsternhaufen die Nummer 14.[5]

Das Sternbild Kassiopeia mit der Lage der Doppelsternhaufen χ Persei (NGC 884) und h Persei (NGC 869) sowie der Sternhaufen NGC 654, NGC 663, NGC 581, NGC 457, NGC 225, NGC 7788, NGC 7790, NGC 7789 und NGC 7654.

Sterne (Auswahl)

Weitere Informationen Name, scheinbareHelligkeit ...
Name scheinbare
Helligkeit
Spektral-
klasse
Eigenbewegung (mas/a)
Rektaszension
Eigenbewegung (mas/a)
Deklination
Entfernung
(Lj)
HD 144336,48A1 Ia−0,46−0,919300
HD 145426,98B8.0 I−0,77−0,949600
HD 144437,69BC2 Ib−0,59−0,959300
AD Persei7,85M3 Iab−0,07−1,427100
FZ Persei7,96M1 Iab−0,70−1,227400
V439 Persei8,17M0.5 Iab−0,31−0,927200
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Umgebendes Halo

ESO-Astronomen haben 2019 die Sternfelder rund um Chi Persei untersucht. Demnach ist der Sternhaufen – ebenso wie sein Nachbar h Persei – von einem Halo umgeben, der 6–8 mal größer als der Haufen selbst ist. Darin finden sich Filamente, die bis zu 200 pc weit reichen und Überreste von primordialen Strukturen sind. Die Gezeitenkräfte, die zur allmählichen Auflösung solcher Sternentstehungsgebiete führen, sind komplexer als früher angenommen.

Literatur

  • König, Michael & Binnewies, Stefan (2023): Bildatlas der Sternhaufen & Nebel, Stuttgart: Kosmos, ISBN 978-3-440-16934-6, S. 311.
  • Rudolf Jung: h und χ Persei. Dissertation der Universität Bonn. Berlin: Dümmler, 1937.
  • O’Meara, Stephen James (2016): The Caldwell Objects. 2. Aufl., Cambridge: Cambridge University Press, ISBN 978-1-107-08397-4, S. 71–75.
  • Jing Zhong, M. Kouwenhoven et al.: Substructure and halo population of Double Cluster h and χ Persei. Astronoma & Astrophysics April 2019, Open Access
Commons: NGC 884 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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