Nadseja Kandrussewitsch-Schydlouskaja
belarussische Übersetzerin und Verlegerin
From Wikipedia, the free encyclopedia
Nadseja Kanstanzinauna Kandrussewitsch-Schydlouskaja (belarussisch Надзея Канстанцінаўна Кандрусевіч-Шыдлоўская) ist eine belarussische Übersetzerin und Verlegerin.[1] Sie gründete 2018 in Belarus den Kinderbuchverlag Koska.[2] Im Jahr 2025 wurde sie gemeinsam mit Dmitri Strozew mit dem Prix Voltaire der Internationalen Verleger-Union ausgezeichnet.[3]
Leben
Kandrussewitsch-Schydlouskaja bezeichnete die Lektüre von Astrid Lindgren in ihrer Kindheit als Ausgangspunkt ihres Interesses an schwedischer Kinderliteratur.[1] Schwedisch lernte sie an der Linguistischen Universität in Minsk, während Englisch ihre Hauptsprache im Studium war.[1] Am 2. April 2019, dem Internationalen Tag des Kinderbuchs, hielt sie sich in Stockholm auf.[1]
Wirken
Sie begann 2018 als Initiatorin des Verlags Koska mit der Veröffentlichung schwedischer Kinderliteratur auf Belarussisch.[4] Der Verlag sollte sich auf Bücher für Kinder und Jugendliche konzentrieren und Übersetzungen aus dem Schwedischen bündeln.[4] Zu den von ihr ins Belarussische übertragenen Reihen zählen Mamma Mu sowie Pettson und Findus.[5] Sie gilt als wichtige Akteurin im kulturellen Austausch zwischen Schweden und Belarus.[5] Die ersten Koska-Bücher finanzierte sie vollständig aus eigenen Mitteln und entwickelte weitere Titel aus den Verkaufserlösen.[1] Für die Bewerbung der Bücher arbeitete sie mit der schwedischen Botschaft und dem belarussischen Schriftstellerverband zusammen.[1] Als realistisch verkäufliche durchschnittliche Auflage eines Kinderbuchs in Belarus nannte sie etwa 1000 Exemplare pro Jahr.[1] Sie organisierte während der Proteste in Belarus Lesungen und Gespräche und ermöglichte Kindern einen Austausch mit Jujja Wieslander über das Internet.[5] Der unabhängige belarussische Verlag Knihazbor veröffentlichte neun Bände der Reihe Pettson und Findus in ihrer Übersetzung.[6] Sie ist Trägerin des von der Svenska Barnboksakademin vergebenen Eldsjälspris (2018).[6] Am 26. Oktober 2019 erhielt sie in der Kategorie „Kinderbuchübersetzung“ den Carlos-Sherman-Preis für ihre Übersetzung eines Kinderbuches von Jujja Wieslanders.[7] Koska wurden nach der Präsidentschaftswahl 2020 Publikationen beschlagnahmt und dem Verlag wurde die Schließung angedroht.[2] Seit 2022 setzt sie ihre Verlagsarbeit im Exil fort und erreicht weiterhin belarussische Kinder im Herkunftsland.[2] Am 2. Juni 2025 wurde ihr gemeinsam mit Dmitri Strozew der Prix Voltaire verliehen.[3][8][9]