Funada Naka

japanischer Beamter und Politiker (LDP), Abgeordneter, Parlamentspräsident und Minister From Wikipedia, the free encyclopedia

Funada Naka (japanisch 船田 中; * 24. April 1895 in Utsunomiya, Präfektur Tochigi, Kaiserreich Japan; † 12. April 1979 in Shinjuku, Tokio) war ein japanischer Politiker der Liberaldemokratischen Partei (LDP), der unter anderem Mitglied des Shūgiin sowie im Kabinett Hatoyama III zwischen 1955 und 1956 Staatsminister und Generaldirektor der Verteidigungsbehörde war. Im Parteivorstand der Liberaldemokratischen Partei war er zwischen Juni 1959 und Juli 1963 Vorsitzender des Politikforschungsrates und bekleidete damit eines der „drei wichtigen Parteiämter“. Daraufhin fungierte er von 1963 bis 1965 und erneut zwischen 1970 und 1972 als Präsident des Shūgiin. Zuletzt war er von 1977 bis 1978 noch Vizevorsitzender der LDP.

Funada Naka (1932)

Leben

Funada Naka war der ältere Bruder der Politiker Funada Kyōji (1898–1970)[1] und Fujieda Sensuke (1907–1971),[2] die beide ebenfalls Mitglied des Repräsentantenhauses und Minister waren. Er absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt englisches Recht an der Kaiserlichen Universität Tokio und war danach als Beamter im Innenministerium tätig. Er war ursprünglich Mitglied der Partei der Freunde der verfassungsmäßigen Regierung (Rikken Seiyūkai), für die er für die Präfektur Tochigi vom 20. Februar bis zum 18. Dezember 1945 Mitglied des Shūgiin, des Unterhauses des damaligen Reichstages (Teikoku-gikai), war. Er wechselte später zu der am 20. Mai 1942 gegründeten Partei der Politischen Gesellschaft zur Unterstützung der Kaiserlichen Herrschaft (Yokusan Seijikai), zu der am 11. März 1945 gegründeten Nationalen Verteidigungsbruderschaft (Gokoku Doshikai) und schließlich zu der am 18. Dezember 1945 gegründeten Genossenschaftspartei (Nihon Kyōdōtō). Als Nachfolger von Taki Masao[3] übernahm er am 25. Oktober 1937 im Kabinett Konoe I das Amt als Generaldirektor des Legislativbüros des Kabinetts und behielt dieses bis zum 5. Januar 1939.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war Funada Parteiloser und trat dann der der Liberalen Partei (Jiyū-tō) bei. Er wurde für diese am 1. Oktober 1952 Mitglied des Shūgiin, des Unterhauses des nunmehrigen Parlaments (Kokkai), und gehörte diesem als Vertreter der Präfektur Tochigi bis zu seinem Tode am 12. April 1979 an, wobei er der am 15. November 1955 gegründeten Liberaldemokratischen Partei LDP (Jiyūminshutō) als Mitglied beitrat. Als Nachfolger seines jüngeren Bruders Funada Kyōji war er außerdem zwischen dem 8. November 1951 und dem 12. April 1979 Vorsitzender des von seiner Familie gegründeten Bildungsverbandes Funada (Gakkōhōjin Funada Kyōikukai) sowie zeitweilig auch Präsident der Sakushin-Akademie, einer private Oberschule in Utsunomiya. Während seiner Parlamentszugehörigkeit war er als Nachfolger von Yagi Ichirō[4] von 1952 bis 1953 Vorsitzender des Kabinettsausschusses des Repräsentantenhauses. Am 22. November 1955 wurde er in das Kabinett Hatoyama III berufen und fungierte in diesem bis zum 23. Dezember 1956 als Staatsminister und Generaldirektor der Verteidigungsbehörde.[5][6]

Als Nachfolger von Nakamura Umekichi[7] wurde Funada Naka unter dem Parteivorsitzenden Kishi Nobusuke[8] im Juni 1959 im Parteivorstand der Liberaldemokratischen Partei Vorsitzender des Politikforschungsrates und bekleidete damit bis zu seiner Ablösung durch Shiina Etsusaburō[9] im Juli 1960 eines der „drei wichtigen Parteiämter“. Daraufhin war er als Nachfolger von Nishimura Naoki[10] von 1960 bis zu seiner Ablösung durch Yamamura Shinjajiro 1961 Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Shūgiin.

Am 7. Dezember 1963 löste Funada Kiyose Ichirō[11] als Präsident des Shūgiin ab und übte dieses Amt erstmals bis zum 20. Dezember 1965 aus, woraufhin Yamaguchi Kikuichirō[12] Er gehörte innerhalb der LDP zur Mutsuiseikai, die wegen ihres Vorsitzenden Ōno Bamboku[13] auch als Ōno-Faktion sowie als Funada-Faktion bezeichnet wurde, nachdem er nach einer Spaltung im August 1965 Führer der Faktion wurde. Am 14. Januar 1970 übernahm er von Matsuda Takechiyo[14] noch einmal den Posten des Präsidenten des Shūgiin und bekleidete diesen bis zu seiner Ablösung durch Nakamura Umekichi[15] am 13. November 1972.[16] Nach dem Ausscheiden von Chiba Saburō aus dem Shūgiin am 9. Dezember 1976 wurde Funada ältestes Mitglied des Repräsentantenhauses und behielt die Ehrenposition bis zu seinem Tode am 12. April 1979, woraufhin der frühere LDP-Vorsitzende und Premierminister Kishi Nobusuke ältestes Parlamentsmitglied wurde. Darüber hinaus wurde er im November 1977 unter dem Parteivorsitzenden Fukuda Takeo[17] Vizevorsitzender der LDP und hatte das zweithöchste Parteiamt bis zu seiner Ablösung durch Nishimura Eiichi im Dezember 1978 inne.

Funada Naka war mit Motoda Sumi verheiratet, deren Vater Motoda Hajime[18] zwischen 1928 und 1929 ebenfalls Präsident des Shūgiin sowie mehrmals Minister war. Aus dieser Ehe ging unter anderem der Sohn Funada Yuzuru (1923–1985) hervor, der unter anderem Mitglied des Sangiin, des Oberhauses der Parlaments, sowie von 1974 bis 1984 Gouverneur der Präfektur Tochigi war.[19] Dessen Sohn Funada Hajime (* 1953) wurde nach dem Tode von Funada Naka 1979 dessen Nachfolge als Mitglied des Shūgiin und war im Kabinett Miyazawa (Umbildung) von 1992 bis 1993 Generaldirektor der Wirtschaftsplanungsbehörde war, während dessen Ehefrau Hata Megumi (* 1962) zwischen 1995 und 2001 Mitglied des Sangiin war.

Veröffentlichungen

  • Aoyama kanwa, Isshinkai, Tokio 1970
  • Gekidō no seiji. Jūnen gichōseki kara miru, („Ein turbulentes Jahrzehnt der Politik: Ein Blick aus der Perspektive des Vorsitzenden“), Isshinkai, Tokio 1973

Einzelnachweise

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