Nationales Automuseum – The Loh Collection

Ausstellung historischer Automobile in Dietzhölztal-Ewersbach, Hessen From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Nationale Automuseum The Loh Collection ist ein Automuseum in Dietzhölztal-Ewersbach. Seit dem 23. Juli 2023 macht die gemeinnützige GmbH die private Sammlung von Friedhelm Loh der Öffentlichkeit in einem historischen Industriegebäude zugänglich. Das Automuseum umfasst ca. 160 Oldtimer, Rennwagen, Prototypen und berühmte Klassiker.[1]

Schnelle Fakten Daten ...
Nationales Automuseum – The Loh Collection
Daten
Ort Dietzhölztal-Ewersbach, Deutschland Welt-Icon
Art
Eröffnung 2023
Betreiber
Stiftung Nationales Automuseum
Website
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Geschichte

Die Eisenhütten in Neuhütte, einem Ortsteil von Ewersbach, gehen auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Ab 1908 entwickelte sich der Standort zu einer Produktionsstätte von Großkesselanlagen des Hessen-Nassauischen Hüttenvereins, der 1935 im Buderus-Konzern aufging. 1953 wurde die Omnical GmbH als Buderus-Tochter gegründet.

Friedhelm Loh, der seit mehr als 35 Jahren Autos sammelt,[2] erwarb 2015 das Industriegelände und baute die große Industriehalle in ein Automuseum um, wobei die historische Substanz und der industrielle Charakter möglichst erhalten blieben. Der historischen Halle wurde eine neue Eingangshalle vorgebaut, in deren Obergeschoss die jährlich wechselnde Sonderausstellung untergebracht ist.[3]

Beschreibung

Eingang des Nationalen Automuseums

Auf 7500 m² wird die Geschichte des Automobils seit den Anfängen dargestellt und in Schaukästen, einer Motorengalerie sowie anhand von Schnittmodellen anschaulich erklärt.[4] Auf einer Steilkurve in der großen Halle ist die chronologische Entwicklung des Autos sichtbar. Dahinter sind in einem automatischen Parksystem 30 Sport- und Rennwagen wie in einem großen Setzkasten zu sehen. Insgesamt sind im Museum etwa 50 verschiedene Herstellermarken vertreten.

Das älteste Ausstellungsstück ist ein Benz Victoria Phaeton von 1895 mit Holzspeichenrädern und einem orangen Baldachin-Dach. Ein Lohner Feuerwehrauto mit Elektroantrieb von Ferdinand Porsche stammt aus dem Jahr 1906.

Zu den herausragenden Exponaten gehören ein Mercedes-Benz 710 SSK (1929), ein Bugatti Type 57 Atalante (1935–1938), ein Talbot-Lago Type 26 Grand Sport Coupé Saoutchik von 1948, der nahezu vollständig original erhalten ist, ein Lincoln Continental (das letzte Fahrzeug das John F. Kennedy lebend verlassen hat!), ein Bentley 4 ½ Litre Team Car, ein Vorserien-Mercedes-Benz 300 S Cabriolet A (1951–1955), der erstgebaute Mercedes-Benz 300 SL Coupé Alu (1955/1956, mit Flügeltüren), ein Aston Martin DB4 GT Zagato (1960/1961), ein Ferrari 412 P (dritter bei den 24h 1967, North American Racing Team), ein Citroën 2CV Sahara 4×4 (1960er). Aus neuerer Zeit stammen ein Lamborghini Miura SV, ein Ferrari 288 GTO (1984–1986) von Albert Uderzo, ein Mercedes-Benz CLK GTR Prototyp(1997–1999), ein Ferrari F1-2000, mit dem Michael Schumacher in der Formel-1-Saison 2000 seinen ersten Weltmeistertitel mit Ferrari holte, und der Maybach Exelero, ein Einzelstück von 2005.[4]

In das Museum integriert sind eine Gastronomie und ein kleines Kino mit 50 Sitzplätzen, dessen Fassade im Stil des Art déco das ehemalige Capitol Kino in Dillenburg zum Vorbild hat.

Sonderausstellungen

100 Jahre 24h Le Mans – der Mythos, die Helden, die Autos

Die erste Sonderausstellung 100 Jahre 24h Le Mans – der Mythos, die Helden, die Autos (23. Juli 2023 – 25. Februar 2024) präsentierte 20 originale Rennwagen aus den legendären französischen Rennen seit 1928, darunter ein Bugatti Type 50 (Anfang 1930er), Ferrari 250S (1952), Porsche 550 Spyder (1953–1957), Aston Martin DB4 GT Zagato (1960/1961), Porsche 917K (1970), Porsche 956 (1982–1984), Audi R8 (Team Goh, Siegerwagen von 2004) und Audi R18 e-tron (2013).[2][5]

Ferrari – Meisterstücke für Rennstrecke und Straße

Vom 23. März 2024 bis 22. September 2024 zeigt das Museum seine zweite Sonderausstellung unter dem Titel: Ferrari – Meisterstücke für Rennstrecke und Straße.[6] Ausgestellt sind (sortiert nach Produktionsdatum) folgende Fahrzeuge des Herstellers aus Maranello: 212 Inter Coupé Vignale (1951), 250 S Berlinetta Vignale (1952), 225 S Spider Vignale (Leihgabe, 1952), 250 MM Berlinetta PF (1953), 250 GT Speciale PF (1958), 250 GT SWB Berlinetta Competizione (1960), Dino 196/246 SP (1961), 250 GT Coupé PF Speciale (1961), 275/330 P (1964), Dino 206 S Spider (1966), 412 P (1966), Dino 166/246 Tasman (1967), 312 B2 (1972), 365 GTB/4 Daytona (1972), 365 GTB/4 Daytona Competizione Serie III (1973), 312 B3 (1973/74), 288 GTO (1984), F40 (1991), F50 (1996), F2004 (2004), Enzo Ferrari (2004), F2007 (2007), LaFerrari (2014).

Siehe auch

Literatur

  • Jörg Walz: Le Mans : Glanzlichter der ersten 100 Jahre. (= Begleitpublikation zur Sonderausstellung 100 Jahre 24h Le Mans – der Mythos, die Helden, die Autos). Nationales Automuseum – The Loh Collection, Dietzhölztal-Ewersbach 2023, ISBN 978-3-00-075778-5.
  • Jörg Walz: Ferrari – Meisterstücke für Rennstrecke und Straße. (= Begleitpublikation zur gleichnamigen Sonderausstellung). Motorbuch Verlag, Stuttgart 2024, ISBN 978-3-613-04668-9.

Einzelnachweise

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