Odzala-Kokoua-Nationalpark
Nationalpark in der Republik Kongo
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Der Odzala-Kokoua-Nationalpark (französisch Parc national d’Odzala-Kokoua) liegt im Nordwesten der Republik Kongo nahe der Grenze zu Gabun auf 400 bis 600 m Höhe über dem Meeresspiegel. Er ist 13.546 km² groß und wurde bereits 1935 eingerichtet, womit er einer der ältesten Nationalparks in Afrika ist. Der Nationalpark befindet sich im Kongobecken und beinhaltet besonders artenreiche Regenwaldregionen.[1]
| Odzala-Kokoua-Nationalpark | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe | |
| Vertragsstaat(en): | Kongo |
| Typ: | Natur |
| Kriterien: | (ix), (x) |
| Fläche: | 1.179.376 ha |
| Pufferzone: | 4.206.860 ha |
| Referenz-Nr.: | 692 |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 2023 (Sitzung 45) |
Seit 1977 ist das Gebiet als UNESCO-Biosphärenreservat ausgewiesen, seit 2023 als UNESCO-Weltnaturerbe.[2][3]
Zu den vertreteenen Tierarten zählen unter anderem, die gefährdeten afrikanischen Waldelefanten, sowie 17 unterschiedliche Arten von Primaten.[4]
Vegetation und Klima

Landschaftlich beinhaltet der Park sowohl tropischen Regenwald, mit zahlreichen Lichtungen, der zum Odzala-Kokoua Waldmassiv zählt, als auch Savanne (im Norden), die durch kleiner Baumbestände aufgelockert wird. In den Grenzbereichen der bewaldeten Regionen finden sich zudem Galeriewälder und Feuchtgebiete.[5]
Es gibt zwei Regenzeiten, von denen die erste zwischen März und Mai und die die zweite zwischen September und Dezember liegt. Während der nassesten Monate Mai und November sind die Safaricamps im Nationalpark geschlossen. Bei einem Jahresniederschlag von 1400 bis 1600 mm beträgt die durchschnittliche Temperatur 30 °C.
Flora und Fauna



Etwa 4.400 unterschiedlichen Pflanzenarten sind im Park heimisch. Eine Besonderheit stellen dabei u. a. die Gebiete dar, die von Pfeilwurzgewächsen dominiert werdenr.[5]
Im Odzala-Nationalpark leben rund 100 Säugetierarten, darunter zahlreiche Huftiere einschließlich unterschiedlicher Antilopen, wie Bongos, Sitatungas, Gelbrückenducker und Kronenducker, sowie Büffel.[1][5]
Zu den durch Kamerafallen (2014) nachgewiesenen Raubtieren zählen die Tüpfelhyänen, Afrikanische Wildhunde, Afrikanische Goldkatzen, Servale, Löwen und Leoparden.[6]
Auch Riesenwaldschweine, Pinselohrschweine und zahlreiche Primaten, einschließlich Gorillas und Schimpansen zählen zur Parkfauna. Darüber hinaus bevölkern rund 440 Vogelarten und eine große Anzahl unterscheidlicher Gliederfüßer den Nationalpark.[1][5]
Im Jahr 1989 wurden die Großsäugetiere im Rahmen des europäischen Programmes ECOFAC (Conservation et utilisation rationelle des Ecosystèmes Forestiers en Afrique Centrale) über 10 Monate beobachtet, um ihre Bestände zu erfassen. Besonderer Augenmerk lag dabei auf der Gruppenzusammensetzung und Bestandsstruktur der Gorillas, bei der 442 Individuen identifiziert wurden, darunter 37 Gruppen und 21 Einzeltiere. Die Gruppen, mit je einem ein Silberrücken (Alphatier) umfassten durchschnittlich 12 Tiere und waren somit größer als zuvor beschriebenen Gruppen des westlichen Gorillas. Die Tiere schätzten insbesondere sumpfige Lichtungen, deren krautigen Pflanzen und Pfeilwurzgewächse zu ihrer Nahrung zählen, da die Pflanzen auf Lichtungen nachweislich mehr Mineralsalzen enthalten als im Wald wachsende.[7]

Auf Dauer soll die finanzielle Autonomie des Parks soll durch einen gezielten Ausbau von Ökotourismus sicher gestellt werden.
Probleme mit Menschenrechtsverletzungen

Im Jahr 2018 rückte die zunehmende Belastung durch 37 menschliche Siedlungen im unmittelbaren Umfeld des Parks ins Zentrum des Interesses. Rückgänge bei unterscheidlichen Tierarten wurden insbesondere auf Wilderei zurückgeführt, da rund 25 Prozent der Anwohner einen Teil ihres Lebensunterhaltes durch den Verkauf von sogenanntem Bushmeat bestritten. Von Bejagung waren insbesondere Bestände unterschieldicher kleiner Affenarten sowie Duckerantilopen und Stachelschweine betroffen.[8]
Berichte, denen zufolge bewaffnete Parkranger Angehörige aus dem Volk der Baka angegriffen und misshandelt haben, wurden bereits 2020 publik. Offiziellen Angaben zu folge hätten die Wildhüter, als Angestellte des kongolesischen Staates lediglich die Grenzen des Parks verteidigt.[9]
Die Europäische Union, die den Park im Rahmen des ECOFAC-Programmes (zwischen 2018 und 2024) mit sechs Millionen Euro unterstützt hat, gab daraufhin eine Untersuchung in Auftrag. Die Anschuldigungen, es habe Übergriffe gegeben, die als Verletzung der Menschenrechte gelten, wurde 2024 offiziell bestätigt.[10] Die Anschuldigungen wurden auch von der Parkverwaltung bestätigt, die eine verstärkte Strafverfolgung der Täter anstrebt und ihren Verhaltenskodex entsprechend angepast hat.[11]
Literatur
- Wally und Horst Hagen: Die afrikanischen Nationalparks als Lebensräume der Elefanten. In: Vitus B. Dröscher (1990): Rettet die Elefanten Afrikas (S. 222)