Nikon Z 7

spiegellose Systemkamera From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Nikon Z 7 ist ein spiegelloses Systemkameragehäuse des japanischen Herstellers Nikon mit Z-Bajonett. Die Kamera wurde am 23. August 2018 vorgestellt und ist für den professionellen Einsatz konzipiert.[1] Neben dem kleineren Modell Z 6 wurde im Sommer 2020 die Vollformatmodellreihe um das Einstiegsmodell Z 5 ergänzt.

Schnelle Fakten
Nikon Z 7
Typ: Spiegellose Systemkamera
Objektivanschluss: Nikon-Z-Bajonett
Bildsensor: CMOS
Sensorgröße: 35,9 mm × 23,9 mm
Auflösung: 45,7 Megapixel
Bildgröße: 8256 × 5504 (FX, 36×24)
Formatfaktor: 1 im FX-Format
Dateiformate: RAW/NEF (12 oder 14 Bit), TIFF, JPEG
Belichtungsindex: 64–25.600 (erweiterbar auf 102.400)
Sucher: 1,27-cm-OLED-Suchermonitor mit ca. 3,69 Millionen Bildpunkten
Bildfeld: 100 %
Vergrößerung: 0,8×
Bildschirm: TFT-LCD, neigbar
Größe: 8,1 cm (3,2″)
Betriebsarten: manuell (M), Zeitautomatik (A), Blendenautomatik (S), Programmautomatik (P)
Bildfrequenz: 9 B/s
AF-Messfelder: 493 Messfelder
AF-Messbereich: −1 bis +19 LW
AF-Betriebsarten: Einzelfeldsteuerung, dynamische Messfeldsteuerung (9, 25, 72 oder 153 Messfelder), 3D-Tracking, Messfeldgruppensteuerung, automatische Messfeldsteuerung
Belichtungsmessung: TTL-Belichtungsmessung
Messbereich: −3 bis 17 LW (Matrixmessung oder mittenbetonte Messung)
Korrektur: ± 5 LW
Verschluss: elektronisch gesteuerter, vertikal ablaufender Schlitzverschluss
Verschlusszeiten: 1/8.000 s bis 30 s, Bulb-Langzeitbelichtung
Blitz: nur extern
Blitzsteuerung: i-TTL-Automatikblitz
Blitzanschluss: Blitzschuh, ISO 518
Synchronisation: 1/200 s
Belichtungskorrektur: −3 bis +1 LW
Speichermedien: XQD/CFexpress
Datenschnittstelle: USB 3.0, HDMI
Stromversorgung: Nikon-EN-EL15c-, EN-EL15b- oder EN-EL15a/EN-EL15-Lithium-Ionen-Akku, Netzadapter EH-5c/EH-5b Akkufacheinsatz EP-5B (Zubehör)
Abmessungen: 100,5 mm × 134 mm × 67,5 mm
Gewicht: 585 g (nur Kameragehäuse), 675 g (mit Akku und Speicherkarte, aber ohne Gehäusedeckel)
Ergänzungen: Bildsensor-Reinigung
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Technische Merkmale

Bei den Modellen Z 6 und Z 7 handelt es sich um zwei spiegellose Systemkameragehäuse mit Vollformatsensor. Beide Kameras verwenden dabei einen rückseitig belichteten Chip (Back Side Illumination, BSI-Technologie). Im Gegensatz zu ihrem Schwestermodell Z 6 besitzt die Z 7 keinen Tiefpassfilter.[2] Das Filterglas des Bildsensors der Z 7 ist besser entspiegelt, so dass unerwünschte Reflexionen zwischen Bildsensor und Objektivlinsen stärker unterdrückt werden.[3]

Die Z 7 hat 493 Fokusmessfelder und damit deutlich mehr als bisherige Nikon-Kameras. Ein Fünf-Achsen-Bildstabilisator (VR) ist in das wetterfeste Kameragehäuse integriert, und es verfügt über umfangreiche Video-Funktionen.[4]

2019 wurden Probleme bei dem Bildstabilisator bekannt, was aber nicht alle hergestellten Kameras betrifft. Nikon bot hier Abhilfemaßnahmen an.[5]

Der Innendurchmesser des Nikon-Z-Bajonetts beträgt 55 Millimeter und war zur Zeit der Ankündigung das Vollformat-Bajonett mit dem größten Innendurchmesser. Durch die größere Öffnung kann mehr Licht durch die Objektive auf den Bildsensor gelenkt werden als beim bisherigen F-Mount (49 mm), so dass laut Nikon theoretisch Lichtstärken bis zu 0,95 (statt bisher 1,4) möglich sind.[6]

Objektivverwendung am Z-Bajonett

Zeitgleich mit den Kameramodellen Z 6 und Z 7 hatte Nikon zunächst drei neue Objektive für das Z-Bajonett vorgestellt: zwei Festbrennweiten 35 mm f/1,8 und 50 mm f/1,8 sowie ein Zoom 24–70 mm f/4. 2020 kam ein lichtstarkes Normalobjektiv 0,95/58 mm heraus; sein Gewicht beträgt zwei kg.[7]

Das Z-Bajonett ist die erste Neuentwicklung eines Objektivanschlusses für 35mm-Kameras von Nikon seit 1959. Um das große Spektrum an leistungsfähigen Objektiven vieler Hersteller für den F-Mount weiter nutzen zu können, hat Nikon den Z-Modellen einen Adapter von F- auf Z-Mount zur Seite gestellt, mit dem bis auf wenige Ausnahmen alle Nikon F-Objektive seit 1959 an die Kameras der Z-Serie angeschlossen werden können (FTZ-Adapter). Moderne AF-S, AF-P und AF-I-Nikkore können mit diesem Adapter uneingeschränkt an der Z 7 verwendet werden. Ältere AF-D-Nikkore ohne eigenen AF-Motor können bis auf den Autofokus alle sonstigen Funktionen nutzen wie z. B. Focus-Peaking im Sucher, VR, Belichtungssteuerung und alle Belichtungsmodi. Noch ältere AF- (ohne D-Chip), AI- oder AI-S-Nikkore erlauben kein Focus-Peaking mehr und auch die Anzahl verwendbarer Belichtungsmodi kann eingeschränkt sein.[8]

Nikon Z 7II

Die Nikon Z 7II wurde am 14. Oktober 2020 vorgestellt. Im Vergleich zur Z 7 können nun zehn statt neun Bilder pro Sekunde aufgenommen werden. Die Kamera verfügt über die Möglichkeit, CFexpress- oder XQD-Speicherkarten und/oder SD-Speicherkarten aufzunehmen. Es sind zwei EXPEED-6-Bildprozessoren integriert. Neben einer höheren Rechenleistung verfügen die Kameras in diesem Zuge auch über einen mehr als doppelt so großen Pufferspeicher.[9]

Neu verfügbar ist der Multifunktionshandgriff MB-N11, der zwei Akkus aufnimmt und einen Auslöser für Hochformataufnahmen bereitstellt.[9]

Produktion

Die Z 7 wird im Nikon-Werk in Sendai, Japan, gefertigt. Geplant war die monatliche Herstellung von 20.000 Z 6 und Z 7-Kameramodellen.[10]

Auszeichnungen

Der Fotopresseverband Technical Image Press Association (TIPA) zeichnete das Modell Z 7 als Beste Kamera mit Vollformatsensor für Professionals mit dem TIPA World Award 2019 aus.[11]

Literatur

  • Heike Jasper: Nikon Z 7. Das Handbuch zur Kamera. Rheinwerk, Bonn 2019, ISBN 978-3-8362-6845-5. (Mit Glossar und Index)

Einzelnachweise

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