ATP Finals
Herren-Tennisturnier
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Die Nitto ATP Finals (2000–2008: Tennis Masters Cup, 2009–2016: ATP World Tour Finals) gelten nach den vier Grand-Slam-Turnieren als das wichtigste Tennisturnier der Herrentour. Das Teilnehmerfeld besteht üblicherweise aus den jeweiligen Top 8 der Weltrangliste. Die ATP Finals 2026 finden ab 15. November in Turin statt.
Geschichte

Das Saisonabschlussturnier wurde unter dem Namen Masters oder Masters Grand Prix zuerst von 1970 bis 1989 als Teil des Grand Prix Tennis Circuit ausgetragen. Von 1971 bis 1989 gab es neben dem Turnier noch die konkurrierenden WCT Finals. 1990 wurde das Turnier mit Gründung der ATP Tour von der ATP-Weltmeisterschaft abgelöst, die unter diesem Namen bis 1999 stattfand. Während der Zeit als ATP-WM fand ein weiteres Abschlussturnier der besten Spieler, der Grand Slam Cup statt, bei dem jedoch keine ATP-Punkte vergeben wurden. 2000 wurden beide Turniere zum Tennis Masters Cup zusammengeführt. Ab 2003 werden das Einzel- und das Doppelturnier an derselben Stelle zur gleichen Zeit ausgespielt.
Austragungsort war von 2009 bis 2020 die O2 Arena in London. 2021 zog das Turnier in die Inalpi Arena im italienischen Turin um, wo es bis 2030 ausgetragen werden sollte.[1] Es war im Gespräch, 2026 die ATP Finals nach Mailand in die zu den Olympischen Winterspielen 2026 neu gebaute Santa Giulia Arena zu verlegen, die mit 16.000 Zuschauern 4.000 mehr als die Inalpi Arena fasst. Letztlich bleiben die ATP Finals zumindest vorläufig in Turin. 2026 finden die ATP Finals ab 15. November 2026 statt.[2][3]
Ab 2026 wird das Race zu den ATP Finals nach dem Paris Masters der ATP Tour Masters 1000 beendet. Der Punktestand nach diesem Turnier ist dann ausschlaggebend, um sich für die ATP Finals zu qualifizieren. So kann es nicht mehr wie 2025 passieren, dass erst am Tag vor Beginn der ATP Finals das Teilnehmerfeld steht.
Benennung der Gruppen
Seitdem das Saisonfinale der acht besten Spieler des Jahres in London ausgetragen wurde, kam es bei den Benennungen der zwei Gruppen immer wieder zu Änderungen. So las man die letzten Jahre immer von der Gruppe A und der Gruppe B. Früher gab es unter anderem die Rote, Weiße, Grüne, Blaue oder Goldene Gruppe. Die ATP kehrte zu einem Prinzip zurück, das sie in den Jahren 1989 bis 1994 angewendet hat, nämlich die Gruppen nach bekannten Spielerpersönlichkeiten zu benennen. So gab es in London im Einzel die Gruppe Stan Smith, erster Sieger der ATP-WM im Jahr 1970 in Tokio, und die Gruppe Ilie Năstase, vierfacher Sieger des Turniers. Im Doppel wurden die Gruppen nach Arthur Ashe/Stan Smith, erste Sieger im Jahr 1970, und Peter Fleming/John McEnroe, Sieger von 1978 bis 1984, benannt. 2024 gab es die Ilie Năstase Group und die John Newcombe Group im Einzel sowie die Bob Bryan Group und die Mike Bryan Group im Doppel. 2025 gibt es im Einzel die Jimmy Connors Group und die Björn Borg Group, im Doppel die Peter Fleming Group und die John McEnroe Group.
Regeln
Startberechtigung
Das achtköpfige Starterfeld im Einzel setzt sich zusammen aus den acht bestplatzierten Spielern des ATP-Race[4], im Doppel entsprechend aus den acht bestplatzierten Teams des ATP-Doppel-Race. Sollte ein Spieler oder ein Team im Laufe der Saison ein Grand-Slam-Turnier gewonnen haben und sich am Jahresende noch innerhalb der Top 20 befinden, so ist er bzw. sind sie statt des achtplatzierten Spielers bzw. Doppels qualifiziert.
Modus
Die Vorrunde wird in zwei Vierergruppen nach dem Round-Robin-Prinzip (jeder gegen jeden) ausgetragen. Die Gruppenzuteilung erfolgt entsprechend der Weltrangliste, wobei die beiden Erstplatzierten in Gruppe A bzw. B eingeteilt werden und die weiteren Spieler auf der 3. und 4., 5 und 6. wie auch der 7. und 8. Position paarweise auf die Gruppen A und B ausgelost werden.[5] Die beiden Gruppenersten treffen dann im Halbfinale jeweils auf den Zweitplatzierten der anderen Gruppe. Die Sieger bestreiten das Finale.
Siegerliste
Rekordsieger des Turniers ist Novak Đoković, der sieben Mal erfolgreich war, gefolgt von Roger Federer mit sechs Titeln. Ivan Lendl und Pete Sampras gewannen fünfmal.
Einzel
Das Finalergebnis ist mit dem jeweiligen Turnier verlinkt.
Doppel
Rekordsieger
Einzel
Die folgende Tabelle listet die zehn besten Spieler der Tour Finals unter Berücksichtigung aller Vorgängerturniere auf.
| Nr. | Name | Sieger | Verlorene Finals | Finals insgesamt |
|---|---|---|---|---|
| 1. | 7 | 2 | 9 | |
| 2. | 6 | 4 | 10 | |
| 3. | 5 | 4 | 9 | |
| 4. | 5 | 1 | 6 | |
| 5. | 4 | 1 | 5 | |
| 6. | 3 | 5 | 8 | |
| 7. | 3 | 1 | 4 | |
| 8. | 2 | 2 | 4 | |
| 9. | 2 | 1 | 3 | |
| 9. | 2 | 1 | 3 |
Doppel
| Nr. | Name | Sieger | Verlorene Finals | Finals insgesamt |
|---|---|---|---|---|
| 1. | 7 | 0 | 7 | |
| 2. | 4 | 2 | 6 | |
| 3. | 2 | 1 | 3 | |
| 3. | 2 | 1 | 3 | |
| 5. | 2 | 0 | 2 | |
| 5. | 2 | 0 | 2 |
Weltmeister des Jahrzehnts
Einzel
- 2010er (ATP World Tour Finals): Novak Đoković, sechsmal im Finale (fünfmal in Folge), 4:2
- 2000er (Tennis Masters Cup/ATP World Tour Finals): Roger Federer, fünfmal im Finale (in Folge), 4:1
- 1990er (ATP-Weltmeisterschaft): Pete Sampras, sechsmal im Finale, 5:1
- 1980er (Masters): Ivan Lendl, neunmal im Finale (in Folge), 5:4
- 1970er (Masters): Ilie Năstase, fünfmal im Finale (in Folge), 4:1
Preisgeld und Punkte
Das Preisgeld betrug 2021 14,5 Millionen US-Dollar[6] und stieg 2023 auf 15 Millionen Dollar. Das Preisgeld wird kumuliert. Der Turniersieger Novak Đoković, der ohne Niederlage blieb, erhielt 1.500 Punkte für die Weltrangliste und ein Preisgeld von insgesamt 4.801.500 US-Dollar im Einzel. Das Doppelteam könnte ohne Niederlage insgesamt 943.650 US-Dollar gewinnen.[7] Das Preisgeld stieg 2024 auf 15,25 Millionen US-Dollar und 2025 auf 15,5 Millionen US-Dollar.
| Runde | Einzel | Doppel 1 | Punkte |
|---|---|---|---|
| Turniersieger | 2.367.000 $ | 356.800 $ | 500 |
| Halbfinalsieger | 1.183.500 $ | 178.500 $ | 400 |
| Gruppenphase pro Sieg |
396.500 $ | 96.600 $ | 200 |
| Antrittsgeld | 3 Matches = 331.000 $
2 Matches = 248.250 $ 1 Match = 162.750 $ |
3 Matches = 134.200 $
2 Matches = 100.650 $ 1 Match = 67.100 $ |
— |
| Ersatzspieler (kein Match) | 155.000 $ | 51.700 $ | — |
Preisgeld Historie
| Jahr | Preisgeld | Anstieg |
|---|---|---|
| 2025 | $ 15.500.000 | 1,63 % |
| 2024 | $ 15.250.000 | 1,66 % |
| 2023 | $ 15.000.000 | 1,69 % |
| 2022 | $ 14.750.000 | 103,45 % |
| 2021 | $ 7.250.000 | 27,19 % |
| 2020 | $ 5.700.000 | −36,67 % |
| 2019 | $ 9.000.000 | 5,88 % |
| 2018 | $ 8.500.000 | 6,25 % |
| 2017 | $ 8.000.000 | 6,67 % |
| 2016 | $ 7.500.000 | 7,14 % |
| 2015 | $ 7.000.000 | 7,69 % |
| 2014 | $ 6.500.000 | 8,33 % |
ATP Nr.1 Club
Am 9. November 2024 hat die ATP den „ATP No.1 Club“ ins Leben gerufen, der alle ehemaligen, aktuellen und zukünftigen ATP-Weltranglistenersten vereinen soll, derzeit 29.[9]
Siehe auch
- WTA Tour Championships – das entsprechende Turnier der Damen
- Grand Slam Cup – ähnliches Turnier in den 1990er-Jahren
- Next Generation ATP Finals – Turnier der besten unter 21-Jährigen
Weblinks
- Offizielle Website (englisch)
- ATP-Turnierprofil (englisch)