Nukissiorfiit
nationale Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung Unternehmen in Grönland
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Nukissiorfiit („wo man Energie findet“) ist das grönländische staatliche Versorgungsunternehmen.
| Nukissiorfiit | |
|---|---|
| Rechtsform | staatlich |
| Gründung | 1950 |
| Sitz | Nuuk, |
| Leitung | Johan Danielsen (CEO)[1] |
| Mitarbeiterzahl | 411[2] |
| Umsatz | 921,2 Mio. DKK[2] |
| Branche | Energie- und Wasserversorgung |
| Website | https://www.nukissiorfiit.gl |
| Stand: 2024 | |
Geschichte
1949 wurde in Grönland erstmals ein Strommast aufgestellt, nachdem 1946 eine erste Telegrafen- und Wetterstation errichtet worden war und dann beschlossen worden war, dass in Nuuk, Sisimiut, Aasiaat und Qaqortoq kalorische Kraftwerke, welche mit Heizöl betrieben werden, errichtet werden sollen. Das erste Ölkraftwerk wurde 1949 in Nuuk eröffnet. Im Jahr darauf wurde Grønlands Tekniske Organisation (GTO) gegründet, das mit der technischen Versorgung des Landes beauftragt war. Im Jahr 1959 wurde das Unternehmen zusätzlich mit der Wasserversorgung beauftragt, wobei das erste Wassernetz schon 1950 in Narsaq gebaut wurde. 1960 wurde in Maniitsoq das erste Heizkraftwerk errichtet. 1975 hatten alle Gemeindehauptorte Grönlands ein Kraftwerk, als in Kangaatsiaq auch eines errichtet wurde. 1985 hatten auch alle Städte eine gesicherte Wasserversorgung und im selben Jahr wurde GTO zum Staatsunternehmen und 1987 der Regierung zugeteilt. Dabei wurde das Unternehmen in Nuna-Tek, kurz für Nunatsinni Teknikkikkut Ingerlatsivik („Technische Verwaltung in unserem Land [=Grönland]“) umbenannt. Die Sparte Nuna-Tek Nukissiorfiit war von da an mit der Energieversorgung beauftragt. Sie hatte den Sitz in Nuuk und eröffnete dann eine Filiale in jeder Stadt sowie ein Büro in Kopenhagen. 1990 wurde die Energieabteilung gesondert verstaatlicht.
1993 wurde in Nuuk das Wasserkraftwerk Bukse Fjord als erstes Wasserkraftwerk in Grönland eröffnet. 1991 wurde das Unternehmen in Nukissiorfiit – Grønlands Energiforsyning umbenannt und 2006 in Nukissiorfiit. 2007 wurde Sarfannguit als erster Ort mit Stromzählern ausgestattet, die es seit 2012 überall im Land gibt. 2010 wurde erstmals Strom aus Wasserstoff gewonnen. Heute werden aber 70 % des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen, der Rest aus kalorischen Ölkraftwerken. Bis 2030 soll Grönlands Energie vollständig aus erneuerbaren Energiequellen stammen.[3][4]
Organisation
Nukissiorfiit ist für die Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung in Grönland zuständig. Zu diesem Zweck betrieb das Unternehmen im Jahr 2024 92 Dieselkraftwerke, 5 Wasserkraftwerke, 27 Wärmekraftwerke, 17 Solaranlagen und 4 Windkraftanlagen sowie 72 Wasserwerke. Insgesamt wurden 2024 266,5 Mio. kWh Strom produziert, 5,2 Mio. m³ Trinkwasser aufbereitet und 363 Mio. kWh Wärme produziert.[2]
Die fünf Wasserkraftwerke versorgen rund zwei Drittel der Bevölkerung.[5]
| Wasserkraftwerk | Versorgungsgebiet | Leistung | Inbetriebnahme |
|---|---|---|---|
| Bukse Fjord | Nuuk | 45,0 MW | 1993 |
| Tasiilaq | Tasiilaq | 1,2 MW | 2004 |
| Qorlortorsuaq | Qaqortoq, Narsaq | 7,6 MW | 2008 |
| Sisimiut | Sisimiut | 15,0 MW | 2010 |
| Paakitsoq | Ilulissat | 22,5 MW | 2013 |
Weblinks
- Offizielle Website
- Übersicht mit technischen Daten zu einzelnen Kraftwerken. Nukissiorfiit (archiviert).
