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Otis Elevator Company

US-amerikanisches Unternehmen, weltweit größter Aufzughersteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Otis Elevator Company (Teil der Holding Otis Worldwide Corporation) ist einer der weltweit führenden Hersteller und Dienstleister für Aufzugsanlagen, Rolltreppen und Fahrsteige. Der internationale Marktanteil wird je nach Produktsegment mit etwa 20 Prozent beziffert, der Umsatz im Jahr 2023 mit rund 14 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen beschäftigte 2023 insgesamt etwa 69.000 Mitarbeiter, davon rund 2.200 in Deutschland, fast 600 in Österreich, circa 460 in der Schweiz und etwa 9.000 in den USA.[2] Von 1975 bis 2020 war Otis Teil der UTC-Unternehmensgruppe.

Schnelle Fakten
Otis Worldwide Corporation
Logo
Rechtsform Corporation
ISIN US68902V1070
Gründung 1853
Sitz Farmington, Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Judy Marks[1]
Mitarbeiterzahl 71.000[2]
Umsatz 14,2 Mrd. USD (2023)[2]
Branche Maschinenbau
Website www.otis.com
Stand: 2023
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Geschichte

Das Unternehmen wurde im Jahr 1853 von Elisha Graves Otis in New York City gegründet, nachdem dieser eine sichernde Fangvorrichtung erfunden hatte.

1908 baute Otis einen Automobil-Prototyp für die Sultan Motor Company in Springfield, Massachusetts. Eine reguläre Produktion der meist als Taxi verkauften Fahrzeuge fand bis etwa 1910 statt, danach entstanden die Fahrzeuge bei Sultan selbst.[3]

Vorführung der Fangvorrichtung durch Elisha Otis im Crystal Palace, 1854

Otis wurde in Deutschland erstmals 1911 beim Bau des Hamburger St. Pauli-Elbtunnels aktiv.[4] Die deutsche Niederlassung Flohr-Otis entstand 1951 durch Übernahme der Firma Carl Flohr in Berlin-Borsigwalde.[5]

Im Jahr 1947 übernahm Otis das 1859 von Augusto Stigler in Mailand gegründete Unternehmen Officine Meccaniche Stigler, den ersten und führenden Aufzugshersteller Italiens. In der Folge firmierte die italienische Tochtergesellschaft bis 1987 unter dem Namen Stigler-Otis.

Im Jahr 1975 wurde die Otis Elevator Company Teil des amerikanischen Konzerns United Technologies Corporation (UTC).

Otis installierte die weltweit erste Aufzugsanlage im Demarest Building in Manhattan, weitere unter anderem im Eiffelturm, CN Tower, Burj Khalifa und im Empire State Building. Auch die Aufzüge im früheren World Trade Center stammten von Otis.

Der OTIS Shibayama Test Tower war zum Zeitpunkt seiner Errichtung mit 154 Metern bis 2007 der höchste Testturm der Welt. Er hat 39 Stockwerke über und sechs Stockwerke unter dem Erdboden. Ein Anbau hat weitere drei oberirdische Stockwerke. Die komplette Gebäudefläche beträgt 12.793 Quadratmeter. Im Turm befinden sich elf Aufzugsschächte für die Entwicklung zukünftiger Aufzüge, wie beispielsweise des doppelstöckigen Aufzugs und des seillosen linearen Aufzugs.[6]

Im Februar 2007 verhängte die EU-Wettbewerbskommission eine Kartellstrafe von 224,93 Mio. Euro wegen der Mitwirkung im Aufzugs- und Fahrtreppenkartell, dem außer Otis auch Kone, Schindler und ThyssenKrupp angehörten.

Forschungs- und Entwicklungszentren befinden sich in den USA, Japan, China, Frankreich, Deutschland, Österreich und Spanien. Otis verfügt über Fertigungsstätten in Europa, Asien und Amerika sowie Niederlassungen in mehr als 200 Ländern.

2015 erweiterte sich Otis strategisch: Durch die Übernahme von Atex aus Feldkirch (Vorarlberg) und Jamal aus Brunn am Gebirge (Niederösterreich) stieg das Unternehmen in den Brandschutzmarkt ein. Die beiden Unternehmen wurden vorübergehend in die UTC-Tochter Kidde integriert.[7]

2020 wurde im Zuge einer Umstrukturierung der Konzernmutter UTC die Otis Elevator Company via Spin-off unter dem Namen Otis Worldwide als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht.[8]

Otis Deutschland

Werbeanzeige von 1911

Die Unternehmenszentrale für Deutschland befindet sich in der Otisstraße in Berlin-Tegel. Insgesamt wurde 2016 mit 2.200 Mitarbeitern ein Umsatz von 514 Millionen Euro in Deutschland erwirtschaftet.[9]

Otis Österreich

Die österreichische Aufzugsfirma Anton Freissler bestand seit 1868 eigenständig, 1969 wurde Otis Mehrheitseigentümer. Als Otis-Tochter wurde das Unternehmen in den 1970er-Jahren in Freissler-Otis umbenannt. Im Jahr 1991 erfolgte die Umbenennung in Otis Austria GmbH.

Die Zentrale von Otis Österreich befindet sich in Wien. 2009 beschäftigte das Tochterunternehmen 550 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von 120 Millionen Euro. In Österreich wurden zu diesem Zeitpunkt rund 30.000 Aufzugsanlagen betreut.[10]

Otis Spanien

Die spanische Tochter von Otis ist Zardoya Otis. United Technologies hielt um 2017 rund 50 % der Aktien an diesem eigenständigen Unternehmen.[11] Die restlichen Aktien wurden im Freiverkehr gehandelt; 2022 erfolgte der Squeeze-out der Mitaktionäre.[12] Zardoya Otis produziert in Madrid und San Sebastián für den spanischen Markt sowie für den Export. Der Hauptteil des Umsatzes (über 70 %) entfällt auf die Wartung von Aufzügen, Fahrtreppen und automatischen Türen.

Otis Russland

Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine verkaufte Otis im Juli 2022 sein Geschäft in Russland an S8 Capital.[13] Die Holdinggesellschaft übernahm Ausrüstung, Technologie und Personal. Zudem garantierte die amerikanische Seite die ununterbrochene Versorgung mit Ersatzteilen.[14][15] Anfang August nahm der russische Betrieb eine neue Produktionslinie in Betrieb. Seit Ende Januar 2023 tritt das Unternehmen in Russland unter der Marke Meteor Lift auf.[16]

Commons: Otis Elevator Company – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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