Oberndorf (Schweinfurt)

Stadtteil von Schweinfurt, Bayern, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Oberndorf ([ˈoːbɐnˌdɔʁf] ) ist ein Stadtteil und eine namensgleiche Gemarkung der kreisfreien Stadt Schweinfurt. Oberndorf wurde 1919 nach Schweinfurt eingemeindet, gehörte aber bereits von 1436 bis zur Auflösung der Reichsstadt Schweinfurt im Jahre 1802 zu ihrem Territorium und ist die einzige Gemeinde, die seitdem in die Stadt eingemeindet wurde.

Schnelle Fakten Statistische Bezirke 61–63Stadtteil in Schweinfurt ...
Oberndorf
Statistische Bezirke 61–63
Stadtteil in Schweinfurt
Koordinaten: 50° 2′ N, 10° 12′ O
Höhe: 210 m ü. NHN
Fläche: 3,5 km²[1]
Einwohner: 2483 (31. Dez. 2022)[2]
Bevölkerungsdichte: 709 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1919
Postleitzahl: 97424
Vorwahl: 09721
Karte
Lage von Oberndorf
in der kreisfreien Stadt Schweinfurt
Hauptstraße mit ehemaligem Rathaus
Hauptstraße mit ehemaligem Rathaus
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Die Gemarkung Oberndorf ist nicht deckungsgleich mit dem gleichnamigen, heutigen Stadtteil, sondern besitzt mehr als die doppelte Fläche. Auf ihr liegen mehrere Stadtteile im Westen und Süden Schweinfurts, darunter nahezu das gesamte Stadtgebiet südlich des Mains. Die Gemarkung Oberndorf, auf der sich u. a. der Stadtteil Bergl befindet, hat etwa 13.000 Einwohner; um 1970 hatte sie mit etwa 18.000 Einwohnern ihren Höchststand. Dieser Artikel behandelt nicht die gesamte Gemarkung, sondern nur den Stadtteil Oberndorf, der für amtlich-statistische Zwecke als Bezirk 61, 62 und 63 geführt wird.[3]

Der Stadtteil hat trotz der in ihm liegenden Großindustrie in seinem historischen Ortskern seinen dörflichen Charakter weithin bewahrt. In Oberndorf wurde 1812 der Erfinder des Tretkurbel-Fahrrads Philipp Moritz Fischer geboren.[4] In Oberndorf wurde auch Weinbau betrieben.

Etymologie

Der Name Roumfeld wandelte sich über die Jahrhunderte schließlich zu Rheinfeld. Die jeweiligen Namen waren gemeinsame Bezeichnungen für die vier Orte Bergrheinfeld, Grafenrheinfeld, Rothrheinfeld (Röthlein) und Obernrenfelt bzw. Obernrheinfeld, wie Oberndorf vor 1436 ursprünglich hieß (noch ältere Schreibweise u. a. Obernroumfelt).[5]

Geographie

Lage und Grenze der Gemarkung

Die Gemarkung Oberndorf liegt in der Südwestecke des Stadtgebietes. Nördlich des Mains verläuft die Grenze zwischen den Gemarkungen Oberndorf und Schweinfurt entlang des Oberen Geldersheimer Weges, der Fritz-Drescher-Straße und der Landwehrstraße. Südlich des Mains befinden sich die Stadtteile Hafen-Ost, Hafen-West und Maintal auf Oberndorfer Gemarkung.

Im Südwesten verläuft die Grenze zwischen der Gemarkung Oberndorf und der Gemeinde Bergrheinfeld entlang das Grenzgrabens. Im Nordwesten verläuft die Grenze zwischen der Gemarkung Oberndorf und der Gemeinde Geldersheim entlang des Wiesengrunds der Wern.

Der Hauptbahnhof und die gesamte heutige Schweinfurter Großindustrie, mit Ausnahme der Hauptverwaltung der SKF Deutschland GmbH, liegen auf Oberndorfer Gemarkung.

Grenze des Stadtteils

Zum heutigen Stadtteil Oberndorf wird nur der Bereich der Gemarkung Oberndorf gezählt, der sich westlich der Bahnstrecke nach Erfurt, südlich des Hauptbahnhofs und nördlich des Mains befindet. Der Hauptbahnhof selbst wird jedoch dem statistischen Bezirk 62 und damit dem Stadtteil Oberndorf zugeordnet.[3]

Statistische Bezirke

Der Stadtteil Oberndorf wurde von der Stadt Schweinfurt für amtlich-statistische Zwecke in drei Bezirke unterteilt:[3]

  • 61 Oberndorf Süd
  • 62 Oberndorf Mitte
  • 63 Oberndorf Nordwest (Münzberg, nahezu unbesiedelt)

Einwohnerentwicklung und Sozialstruktur

Weitere Informationen Status 31. Dez. 2022, Oberndorf Statistische Bezirke 61 und 62 ...
Status
31. Dez. 2022[6]
Oberndorf
Statistische Bezirke 61 und 62
Gesamtgebiet
Schweinfurt
Deutsche 81,6 % 77,4 %
Ausländer 18,4 % 22,6 %
Anteil Doppelstaatler
an der deutschen Bevölkerung
13,5 % 17,1 %
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Letztmals wurde Oberndorf separat mit 4943 Einwohnern in 343 Wohngebäuden im Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928 nachgewiesen.[7] Im Amtlichen Ortsverzeichnis für Bayern, bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950 ist Oberndorf nur noch mit dem Hinweis „mit der Stadt baulich verwachsen“ erwähnt.[8] Im Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern nach der Volkszählung von 1904 ist Oberndorf letztmals als eigene Gemeinde mit einer Fläche von 818,429 Hektar aufgeführt,[9] wobei berücksichtigt werden muss, dass sich das einstige Gemeindegebiet Oberndorfs bis zur Landwehrstraße, an der Grenze zum heutigen Stadtteil Innenstadt, erstreckte. Bis heute grenzt die Gemarkung Oberndorf hier an die Innenstadt.

Von den 1950er bis zu den frühen 1970er Jahren entstand auf dem Gebiet der Gemarkung bzw. der früheren Gemeinde Oberndorf der neue Stadtteil Bergl (9170 Einwohner 2022).[2]

Die Sozialstruktur Oberndorfs unterscheidet sich von allen anderen Stadtteilen. Es fällt auf, dass der Anteil der Deutschen über dem des Gesamtgebiets Schweinfurts liegt, trotz der Nähe zu Hauptbahnhof und Großindustrie. Das ist auf alteingesessene Oberndorfer Familien zurückzuführen, die über eigene Anwesen im Ortskern verfügen, was sich auch in Wahlergebnissen widerspiegelte. Bei der Bundestagswahl 2017 erreichte die CSU mit 34,3 % das beste Ergebnis aller Schweinfurter Stadtteile.[10]

Geschichte

Mittelalter

Hof eines reichen Bauerns, erbaut 1800 in der Hauptstraße, mit Hofgesinde. Ende 19. Jahrhundert

Aufgrund positiver wirtschaftlicher Entwicklungen konnte die Reichsstadt Schweinfurt von den Brüdern Karl und Heinz von Thüngen am 22. Februar 1436 das Dorf Obernrenfelt, genannt Oberndorf, für 5900 Gulden erwerben.

Die Kreuzkirche steht anstelle einer mittelalterlichen Wasserburg. Turm und Chor der Kirche stammen aus dem 13. Jahrhundert und waren Teile der Burgkapelle (siehe: Kirchen und ehemalige Wasserburg).

Die Oberndorfer Fluren sind fruchtbar. Im Dorf gab es zu allen Zeiten reiche Bauern, die ihre Produkte im nahen Schweinfurt gut vermarkten konnten.

Reichsdeputationshauptschluss

Durch den Reichsdeputationshauptschluss kam Schweinfurt 1802 zu Bayern (siehe: Schweinfurt, Königreich Bayern). Oberndorf und alle anderen zum reichsstädtischen Territorium gehörenden Dörfer wurden ausgegliedert. Oberndorf wurde dadurch eine eigenständige Gemeinde mit Gemeinderat und Bürgermeister.

Siehe auch: Rheinfeld (Wüstung)

Ab 1870

Bahnhof Oberndorf-Schweinfurt, erbaut 1874; seit 1903/04 Schweinfurt Hauptbahnhof. Um 1903
Hauptstraße mit Rathaus. Um 1912
Bismarckstraße (heute Engelbert-Fries-Straße), Ecke Kornstraße. 1925
Notkirche St. Josef mit Pfarrhaus, Bismarckstraße. Zwischenkriegszeit

1874 wurde der Bahnhof Oberndorf-Schweinfurt als Hauptpersonen-, Güter- und Rangierbahnhof eröffnet. Von 1893 bis 1903/1904 hieß er Centralbahnhof Schweinfurt und seitdem Schweinfurt Hauptbahnhof.[11]

Am 1. Dezember 1919 wurde Oberndorf nach Schweinfurt eingemeindet.[12] Den Ausschlag zur Eingemeindung gab die Großindustrie, die sich nur zu einem kleineren Teil auf Schweinfurter Gebiet und zum größten Teil auf den weitläufigen Arealen rund um den Hauptbahnhof auf Oberndorfer Gemeindegebiet angesiedelt hatte. Die Eingemeindung nach Schweinfurt versuchte Oberndorf vergeblich abzuwenden (siehe: Schweinfurt, Eingemeindung von Oberndorf).

Durch die zwischen den Altorten Oberndorf und Schweinfurt Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Großindustrie auf Oberndorfer Gemarkung wurde die große Bebauungslücke zwischen beiden Altorten geschlossen. Der Verlauf der Gemarkungsgrenze ist baulich nicht mehr erkennbar und selbst bei Einheimischen kaum bekannt. Die Gemarkungsgrenze durchschneidet den westlichen Teil des Stadtteils Innenstadt entlang der Landwehrstraße und somit auch die Luitpoldstraße. Das heutige mittlere und südwestliche Schweinfurter Stadtgebiet entwickelte sich somit aus zwei Orten, die bereits in reichsstädtischer Zeit vereint waren.

Gegenwart

Ende der 2010er Jahre begannen die Sanierungsmaßnahmen für Alt-Oberndorf (13,2 ha).[13]

Industriegeschichte

Überblick

Gemarkung Oberndorf im Stadtplan von Schweinfurt um 1954. In der Mitte der Hauptbahnhof
Ernst-Sachs-Straße mit der Hauptverwaltung der Fichtel & Sachs AG (heute ZF Friedrichshafen). 1959

Die Oberndorfer Industriegeschichte wird im Artikel Schweinfurter Industriegeschichte behandelt.

Im heutigen Stadtteil Oberndorf siedelten sich Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts mehrere Großfirmen an. Die Fichtel & Sachs AG (Werk Nord, heute: ZF Friedrichshafen AG Werk Nord und ZF-Logistikzentrum) und Fries & Höpflinger (Werk Oberndorf, später: VKF Werk 2, heute: SKF Werke 2 und 4). FAG Kugelfischer (heute: Schaeffler-Gruppe) liegt in der Gemarkung Oberndorf, wird aber zum heutigen Stadtteil Bergl gezählt.

Ernst-Sachs-Straße

Die Hauptstraße des Industriegebietes im heutigen Stadtteil Oberndorf ist die Ernst-Sachs-Straße. Als Oberndorf noch eine selbständige Gemeinde war, hieß sie Schweinfurter Straße. Hier siedelten sich 1875 die Vereinigten Ultramarinfabriken an, ferner die UFRA Malzfabrik.[14] Ab 1915 wurde hier das Werk 2 (später: Werk Nord) von Fichtel & Sachs aufgebaut und ab 1925 die Deutsche Star Kugelhalter GmbH[14] (heute: Bosch Rexroth, mit einem großen Werk im Hafen-West; das Werksgelände in Oberndorf gehört heute zu ZF Friedrichshafen).

Vereinigte Ultramarinfabriken

Die Vereinigten Ultramarinfabriken sind nicht mit der älteren Ultramarinfabrik Gademann im heutigen Nordöstlichen Stadtteil zu verwechseln.

Die 1859 in Heidelberg gegründete Ultramarinfabrik wurde, auch auf Anregung eines früheren Mitinhabers der Firma Gademann & Co. Alfred von Berg, 1875 nach Oberndorf verlegt. Ein neues, modernes Werk mit Gleisanschluss wurde südlich des damaligen Bahnhofs Oberndorf-Schweinfurt (heute: Schweinfurt Hauptbahnhof) errichtet und ein Jahr später die Herstellung aufgenommen.[15] 1838 errichtete Johannes Zeltner in Nürnberg die erste Ultramarinfabrik Bayerns. 1880 wurde die Vereinigte Ultramarinfabriken-AG. Nürnberg gegründet, in die die Schweinfurter Firma integriert wurde. Das Werk in Schweinfurt wurde 1936/37 stillgelegt.[15] Das Werksgelände wurde in das südwestlich angrenzende VKF Werk 2 integriert (heute SKF Werk 2).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bürger- und Kulturverein Oberndorf

Der erst 1997 gegründete Bürger- und Kulturverein Oberndorf (BKVO) unterscheidet sich von den anderen Stadtteil-Bürgervereinen Schweinfurts, u. a. dadurch, dass der Erste Vorsitzende umgangssprachlich nicht als „Stadtteilbürgermeister“ bezeichnet wird. Hintergrund ist auch die Tatsache, dass Oberndorf (im Gegensatz zu allen anderen Stadtteilen) in früheren Zeiten selbstständig war und einen „echten“ Bürgermeister hatte.

Veranstaltungen

Alljährlich an Fronleichnam (10 Tage nach Pfingsten) findet im Friedrich-Pfister-Park das „Oberndorfer Walpurgisgericht“ statt, eine historische spätmittelalterliche Gerichtsveranstaltung nach dem Ende des vorangegangenen Gerichtsjahres am 1. Mai (dem damaligen Gedenktag der Hl. Walburga). Das teilhistorische Schauspiel wird von einem Fest und einem Markt sowie Lagergruppen umrahmt und vom BKVO organisiert.

Die Stadtteil-Kirchweih am ersten Septemberwochenende wird, im Gegensatz zu allen anderen Bürgervereinen, nicht vom BKVO, sondern traditionell vom Oberndorfer Sportverein TVO ausgerichtet.

Der BKVO richtet Lesungen (auch im Schweinfurter Dialekt), musikalische und gesellige Veranstaltungen (Schafkopfrennen, Schweinfurter Schlachtschüssel) aus.

Museen

Deutsches Bunkermuseum

Kirchen und ehemalige Wasserburg

Ortsbild

Trotz unmittelbarer Nähe zur Großindustrie, die hohe Kriegsschäden erlitt, blieb das historische Ortsbild von Alt-Oberndorf, mit seinen altfränkischen Häusern, weitgehend erhalten.

Industriebauten der Moderne

Hauptverwaltung der Fichtel & Sachs AG von Paul Bonatz (1933); nach Vorbild des Berliner Shell-Hauses. Heute ZF Friedrichshafen AG

Die Bebauung der Ernst-Sachs-Straße besteht zum größten Teil aus einem Ensemble der 1930er Jahre, mit den für Schweinfurt typischen Industrie-Klinkerbauten der Neuen Sachlichkeit, dem sogenannten Bauhausstil (auch Neues Bauen). Obwohl sie im letzten Krieg bis zu 80 % zerstört wurden, erscheinen sie als unversehrt, da die Lücken nach Originalplänen bereits Ende der 1940er Jahre rekonstruiert wurden. Originalziegel aus der Vorkriegszeit, mit anderem Ziegelformat, wurden für Ausbesserungen danach noch über Jahrzehnte gelagert.

Vereine

  • TV Schweinfurt-Oberndorf 1862
  • Bürger- und Kulturverein Oberndorf e. V.

Einstiger Weinbau in Oberndorf

In Oberndorf wurde mindestens bis um 1910 Weinbau betrieben.[17] In der Bayerischen Uraufnahme (1808–1864) weisen Flurnamen darauf hin.[18]

Lagen

Die Vorderen Weinberge lagen im späteren Gleisdreieck (1944–1961) westlich des Schweinfurter Hauptbahnhofs. Der Weinbergsweg begann am nordwestlichen Oberndorfer Ortsrand, ist dort identisch mit dem heutigen Vorderen Kindleinsweg und führte weiter bis kurz vor die Wern. Als Weg ist er heute sonst nur noch auf einem kürzeren Stück zwischen den beiden Aussiedlerhöfen am Münzberg erhalten (siehe: Karte). Die Flur Am Weinbergswege lag im Zwickel zwischen dem Weinbergsweg und der Bahnstrecke nach Würzburg (siehe: Karte).[18]

Wengertsturm

Wengertsturm 1945

Der einstige Wengertsturm (auch: Friedensburg) diente der Bewachung der einstigen Weinberge.[19] Wengert ist ein süddeutsches Synonym für Weinberg.

Lage

Der Turm lag am Weinbergsweg, unmittelbar nördlich der Bahnstrecke nach Würzburg,[18] an der einstigen Flurnummer 968/2 (siehe: Karte).[19]

Geschichte

Zunächst gab es dort nur die sogenannte Beerenhütte, ein einstöckiger, quadratischer Natursteinbau mit Kreuzgewölbe. 1884 wurden auf ihn nach der Chronik Schirmer und Köppel zwei weitere Stockwerke aufgesetzt. Zuletzt wurde der Turm nur noch als Aussichtsturm genutzt. Das Alter der Beerenhütte ist unbekannt. Alten Karten zufolge könnte sie nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtet worden sein.[19]

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Turm nach Bernd Köppel von amerikanischen Truppen beschossen und beschädigt. Dort soll eine Vernebelungsanlage gestanden haben, die Luftangriffe behindern sollte. In den 1960er Jahren verschwand der Turm durch unbekannte Umstände.[19] 1961 wurde die Umgehungskurve vom Schweinfurter Hauptbahnhof abgebaut, die am Wengertsturm vorbeiführte (siehe: Karte).

Wirtschaft und Infrastruktur

Großindustrie

  • ZF Werk Nord
  • ZF Logistikzentrum
  • SKF Werk 2
  • SKF Werk 4

Verkehr

Mainbrücke Oberndorf der A 70

Schulen

Dr.-Pfeiffer-Schule
  • Grundschule: Dr.-Pfeiffer-Schule
  • Förderschule: Pestalozzi-Schule

Kindergärten

  • Evangelischer Kindergarten Kreuzkirche Oberndorf
  • Kindertagesstätte St. Josef

Veranstaltungssaal

  • Veranstaltungssaal im alten Feuerwehrhaus

Friedhöfe

Friedhof Oberndorf
im Kirchhof der Kreuzkirche

Banken

Gastronomie und Nachtleben

  • Zwei Pensionen
  • Lokale in Hauptstraße und Ernst-Sachs-Straße
  • Großdiskothek

Weiteres

Münzberg

(Bezirk 63: Oberndorf-Nordwest)

Luftaufnahme während eines Luftangriffs auf Schweinfurt 1943. Der heutige Bezirk 63 liegt in der unteren Bildmitte, zwischen den beiden Bahngleisen und dem Werngrund (dunkles Band). Rechts ist der westliche Teil Oberndorfs zusehen

Das Gebiet der Flur Münzberg ist zusammen mit den nördlichen, kleineren Fluren Loh und Landwehr identisch mit dem Bezirk 63,[3] hat eine Fläche von 2,44 km²[21] und ist das größte Freiland auf Schweinfurter Stadtgebiet. Im Flächennutzungs­plan (FNP) der Stadt Schweinfurt vom Oktober 2020 ist dieses Gebiet als „Landwirtschaft aus Aussiedlerhof“ ausgewiesen.[22] Es wird im Osten von der Bahnstrecke via Erfurt, mit dem dahinter liegenden Stadtteil Bergl, im Süden von der Bahnstrecke via Würzburg und im Nordwesten vom Werngrund begrenzt. Auf den Fluren, die in der Gäulandschaft des Schweinfurter Beckens liegen, wird Ackerbau betrieben. In der Mitte befinden sich zwei Aussiedlerhöfe. Am Rande des Bezirks 63, am Werngrund, liegt im Nordwesten der Rothügel, mit einigen Kleingärten und im Westen der Techenberg mit Streuobstwiesen. Die beiden, kleinen Randareale sind im FNP als „Gartenland, Privates Grün“ ausgewiesen.[22]

Am Ostrand des Areals, an der Einfahrt zum Hauptbahnhof, befand sich von August 1944 bis 1961 eine Umgehungskurve, die mit den vorhandenen Gleisen ein Gleisdreieck bildete (siehe: Industriegeschichte, Stadtplan). Im Werngrund wird entlang des Bezirks 63 seit 1995 ein großes Renaturierungsprojekt des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen auf 5,6 km Länge in den bis zu 190 Meter breiten Uferbereichen des Flachlandgewässers durchgeführt.[23] Im Westen, unmittelbar hinter der Stadtgrenze, liegen an der Autobahn 71 das Abfallwirtschaftszentrum und die Deponie Rothmühle des Landkreises Schweinfurt.

Neues Gewerbegebiet an A 70

Im Flächennutzungsplan ist ein Gewerbegebiet an der Autobahn 70, Ausfahrt Nr. 5 Schweinfurt/Bergrheinfeld ausgewiesen[22] (Bezirk 61: Oberndorf-Süd). Das 6 Hektar große Areal liegt zwischen der Würzburger Straße, der A 70 und der südwestlichen Verlängerung der Bergrheinfelder Straße. Es besteht eine Vorkaufsrechtssatzung der Stadt.[24][25]

Bewerbung um Toyota-Werk im Jahre 2006

2006 prüfte Toyota Standorte für ein neues Werk in Deutschland, u. a. für seine Luxusmarke Lexus, um näher an den deutschen und europäischen Kunden zu sein. Das Areal sollte, einschließlich späterer Erweiterungsmöglichkeiten, mehrere Quadratkilometer umfassen.[26]

Für eine Bewerbung um das Toyota-Werk, die auch die Stadt Augsburg anstrebte, waren von der Stadt Schweinfurt unter ihrer damaligen Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser das Areal südlich der Bahnstrecke via Würzburg (westlicher Teil des Bezirks 62) und die Flur Münzberg (Bezirk 63) angedacht,[27] mit einer Fläche von zusammen etwa 3 Quadratkilometern. Infolge der Weltfinanzkrise 2007–2008 gab Toyota seine Pläne auf.

Persönlichkeiten

In Oberndorf geboren

Philipp Moritz Fischer

Mit Bezügen zu Oberndorf

Gunter Sachs (1978)
Unterschrift Gunter Sachs deutsch-schweizerischer Industriellenerbe
Unterschrift Gunter Sachs deutsch-schweizerischer Industriellenerbe

Literatur

  • Christian Schümann: Geschichte von Schweinfurt-Oberndorf, Verlagshaus Weppert, Schweinfurt 1989 (keine ISBN vorhanden)

Einzelnachweise

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