Odakyū Odawara-Linie

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Die Odakyū Odawara-Linie (jap. 小田急小田原線, Odakyū Odawara-sen) ist eine Eisenbahnstrecke auf der japanischen Insel Honshū, die von der Bahngesellschaft Odakyū Dentetsu betrieben wird. Sie führt durch die Präfekturen Tokio und Kanagawa. Dabei verbindet sie den im Stadtzentrum Tokios gelegenen Bahnhof Shinjuku mit den Städten Machida, Ebina, Atsugi und Odawara. Sie ist die Hauptstrecke der Odakyū Dentetsu und mit zwei Zweigstrecken verbunden.

Odakyū Odawara-Linie
Romancecar-Triebzug der Baureihe 50000 VSE
Romancecar-Triebzug der Baureihe 50000 VSE
Streckenlänge:82,5 km
Spurweite:1067 mm (Kapspur)
Stromsystem:1500 V =
Streckengeschwindigkeit:110 km/h
Zweigleisigkeit:ganze Strecke
Gesellschaft:Odakyū Dentetsu
0,0 Shinjuku (新宿) 1885–
TunnelendeStreckeStrecke nach halblinks
↑→ Yamanote-Linie 1885–
Haltepunkt / Haltestelle
0,8 Minami-Shinjuku (南新宿) 1927–
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
1,0 San’ya (山谷) 1927–1946
Shinjuku-Autobahn
Haltepunkt / Haltestelle
1,5 Sangūbashi (参宮橋) 1927–
StreckeU-Bahn-Strecke von links (im Tunnel)
Chiyoda-Linie 1978–
Haltepunkt / HaltestelleU-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (im Tunnel)
2,7 Yoyogi-Hachiman (代々木八幡) 1927–
StreckeU-Bahn-Tunnelende
Yoyogi-kōen (代々木公園)
3,5 Yoyogi-Uehara (代々木上原) 1927–
Verschwenkung nach linksVerschwenkung nach rechts
Verschwenkung von links (Strecke außer Betrieb)Verschwenkung von rechts
Strecke (außer Betrieb)Tunnelanfang
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)Haltepunkt / Haltestelle (im Tunnel)
4,2 Higashi-Kitazawa (東北沢) 1927–
Kreuzung geradeaus unten (Strecke geradeaus außer Betrieb)Kreuzung mit oberirdischer Strecke (im Tunnel)
Keiō Inokashira-Linie 1933–
4,9 Shimo-Kitazawa (下北沢) 1927–
Abzweig geradeaus und von rechts (Strecke außer Betrieb)Strecke (im Tunnel)
Shirota-Anschlusslinie
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)Haltepunkt / Haltestelle (im Tunnel)
5,6 Setagaya-Daita (世田谷代田) 1927–
Strecke (außer Betrieb)Tunnelende
Haltepunkt / Haltestelle
6,3 Umegaoka (梅ヶ丘) 1934–
7,0 Gōtokuji (豪徳寺) 1927–
Kreuzung mit U-Bahn geradeaus oben
Yamashita (山下)
Strecke
Tōkyū Setagaya-Linie 1925–
Betriebsstelle Streckenanfang (Strecke außer Betrieb)Strecke
Betriebswerk Kyōdō –1994
Haltepunkt / Haltestelle
8,0 Kyōdō (経堂) 1927–
Haltepunkt / Haltestelle
9,2 Chitose-Funabashi (千歳船橋) 1927–
Haltepunkt / Haltestelle
10,6 Soshigaya-Ōkura (祖師ヶ谷大蔵) 1927–
Brücke über Wasserlauf
Sengawa
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)Bahnhof Streckenanfang und Streckenende (im Tunnel)
11,6 Seijōgakuen-mae (成城学園前) 1927–
Brücke über Wasserlauf
Nogawa
Betriebsstelle Streckenanfang und querAbzweig geradeaus und nach rechts
Betriebswerk Kitami 1994–
Haltepunkt / Haltestelle
12,7 Kitami (喜多見) 1927–
Haltepunkt / Haltestelle
13,8 Komae (狛江) 1927–
Haltepunkt / Haltestelle
14,4 Izumi-Tamagawa (和泉多摩川) 1927–
Brücke über Wasserlauf
Tama-gawa
Kreuzung geradeaus oben
Nambu-Linie 1927–
15,2 Noborito (登戸) 1927–
Strecke
Mukōgaoka-Yūen Monorail 1966–2000
BahnhofU-Bahn-Kopfbahnhof Streckenanfang und quer (Strecke außer Betrieb)
15,8 Mukōgaoka-Yūen (向ヶ丘遊園) 1927–
Brücke über Wasserlauf
Gotanda-gawa
Brücke über Wasserlauf
Haltepunkt / Haltestelle
17,9 Ikuta (生田) 1927–
Kreuzung mit Tunnelstrecke
Musashino-Linie (Güterverkehr)
Brücke über Wasserlauf
Brücke über Wasserlauf
Haltepunkt / Haltestelle
19,2 Yomiuriland-mae (読売ランド前) 1927–
Brücke über Wasserlauf
Haltepunkt / Haltestelle
20,5 Yurigaoka (向ヶ百合ヶ丘) 1960–
Strecke (außer Betrieb)Bahnhof
21,5 Shin-Yurigaoka (新百合ヶ丘) 1974–
Kreuzung (Strecke geradeaus außer Betrieb)Abzweig geradeaus und nach rechts
Odakyū Tama-Linie 1974–
Haltepunkt / Haltestelle
23,4 Kakio (柿生) 1927–
Brücke über Wasserlauf
Asao-gawa
Brücke über Wasserlauf
Shinkōji-gawa
Bahnhof
25,1 Tsurukawa (鶴川) 1927–
Brücke über Wasserlauf
Tsurumi-gawa
Tunnel
Sakaizuka-Tunnel (231 m)
Haltepunkt / Haltestelle
27,9 Tamagawagakuen-mae
Strecke
(玉川学園前) 1929–
Brücke über Wasserlauf
Onda-gawa
30,8 Machida (町田) 1927–
Kreuzung geradeaus oben
Yokohama-Linie 1908–
Brücke über Wasserlauf
Sakai-gawa
Bahnhof
32,3 Sagami-Ōno (相模大野) 1938–
Abzweig geradeaus und nach links
Odakyū Enoshima-Linie 1928–
StreckeBetriebsstelle Streckenende
Betriebswerk Ōno 1962–
Haltepunkt / Haltestelle
34,7 Odakyū-Sagamihara
Strecke
(小田急相模原) 1938–
Bahnhof
36,9 Sōbudai-mae (相武台前) 1927–
Haltepunkt / Haltestelle
39,2 Zama (座間) 1927–
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
41,4 Ebina-Kokubu (海老名国分) 1927–1943
Kreuzung geradeaus untenKreuzung geradeaus untenAbzweig quer und von links
Sōtetsu-Hauptlinie 1941–
StreckeAbzweig geradeaus und ehemals von linksAbzweig geradeaus und ehemals nach rechts
Strecke
42,5 Ebina (海老名) 1941–
Betriebsstelle StreckenendeStrecke
Betriebswerk Ebina 1972–
Blockstelle querKreuzung geradeaus obenStrecke von rechts
Kreuzung geradeaus obenAbzweig quer und nach links
Sagami-Linie 1926–
44,1 Atsugi (厚木) 1926–
Ken-Ō-Autobahn
Brücke über Wasserlauf
Sagami-gawa
Bahnhof
45,4 Hon-Atsugi (本厚木) 1927–
Brücke über Wasserlauf
Onso-gawa
Tōmei-Autobahn
Brücke über Wasserlauf
Tama-gawa
Haltepunkt / Haltestelle
48,5 Aikō-Ishida (愛甲石田) 1927–
Brücke über Wasserlauf
Uta-gawa
Haltepunkt / Haltestelle
52,2 Isehara (伊勢原) 1927–
Brücke über Wasserlauf
Suzu-gawa
Brücke über Wasserlauf
Zenba-gawa
Haltepunkt / Haltestelle
55,9 Tsurumaki-Onsen (鶴巻温泉) 1927–
Bahnhof
57,0 Tōkaidaigaku-mae (東海大学前) 1927–
Tōmei-Autobahn
Tunnel
Hadano-Tunnel (351 m)
Brücke über Wasserlauf
Muro-kawa
Brücke über Wasserlauf
Kaname-gawa
Kreuzung mit U-Bahn geradeaus oben (Querstrecke außer Betrieb)
Shōnan-Straßenbahn 1906–1935
Haltepunkt / Haltestelle
61,7 Hadano (秦野) 1927–
Haltepunkt / Haltestelle
65,6 Shibusawa (渋沢) 1927–
Tunnel
1. Shōbu-Tunnel (493 m)
Brücke über Wasserlauf
Yonjūhachi-gawa (4×)
Tunnel
2. Shōbu-Tunnel (60 m)
Brücke über Wasserlauf
Yonjūhachi-gawa (2×)
Brücke über Wasserlauf
Kawaoto-gawa (2×)
Tōmei-Autobahn
Brücke über Wasserlauf
Kawaoto-gawa
Abzweig quer und nach rechtsKreuzung geradeaus unten
Gotemba-Linie 1889–
Bahnhof
71,8 Shin-Matsuda (新松田) 1927–
Brücke über Wasserlauf
Sakawa
Haltepunkt / Haltestelle
74,3 Kaisei (開成) 1985–
Haltepunkt / Haltestelle
76,2 Kayama (栢山) 1927–
Haltepunkt / Haltestelle
77,8 Tomizu (富水) 1927–
Haltepunkt / Haltestelle
79,2 Hotaruda (螢田) 1952–
Odawara-Atsugi-Autobahn
Brücke über Wasserlauf
Kari-kawa
Kreuzung geradeaus oben
Daiyūzan-Linie 1925–
Bahnhof
80,8 Ashigara (足柄) 1927–
Betriebsstelle Streckenanfang und quer (Strecke außer Betrieb)Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
Tabakfabrik
Strecke von linksKreuzung geradeaus untenStrecke quer
Tōkaidō-Shinkansen 1964–
StreckeStreckeStrecke von links
Tōkaidō-Hauptlinie 1920–
82,5 Odawara (新松田) 1920–
Strecke
Hakone-Tozan-Linie 1935–

Streckenbeschreibung

Die 82,5 km lange Strecke ist in Kapspur (1067 mm) verlegt und mit 1500 V Gleichspannung elektrifiziert. Sie bedient 47 Bahnhöfe, die maximale Geschwindigkeit beträgt 110 km/h.[1] Zwischen den Bahnhöfen Yoyogi-Uehara und Noborito ist die Strecke auf einer Länge von 11,7 km viergleisig ausgebaut. Provisorisch mit drei Gleisen ausgestattet, aber auf vier Gleise erweiterbar ist der 0,6 km lange Streckenabschnitt zwischen Noborito und Mukōgaoka-Yūen. Alle übrigen Streckenabschnitte sind zweigleisig. Güterverkehr wird nicht durchgeführt, Bahnbetriebswerke befinden sich bei Kitami, Sagami-Ōno und Ebina.

Nördlicher Ausgangspunkt ist der Bahnhof Shinjuku, wo sich die Odakyū-Gleise an der Westseite der weitläufigen Anlage parallel zu jenen von JR East erstrecken. Dabei ist die Endstation zweigeteilt, mit drei Gleisen im Erdgeschoss und zwei Gleisen im Untergeschoss des Warenhauses der Odakyu Group. Die Strecke ist zunächst zweigleisig und trotz ihres urbanen Charakters teilweise ebenerdig, mit mehreren höhengleichen Bahnübergängen. Sie verläuft in südwestlicher Richtung und passiert dabei den Meiji-Schrein. Der Bahnhof Yoyogi-Hachiman liegt in einer engen Kurve. Unmittelbar danach vereinigt sich die Odawara-Linie mit der Chiyoda-Linie der U-Bahn Tokio zu einer viergleisigen Trasse (mit Yoyogi-Uehara als erstem gemeinsamen Bahnhof). Daran schließt sich ein rund anderthalb Kilometer langer überdeckter Abschnitt auf zwei Ebenen mit den Tunnelbahnhöfen Higashi-Kitazawa, Shimo-Kitazawa und Setagaya-Daita an. In Shimo-Kitazawa wird sie von der Keiō Inokashira-Linie gekreuzt. Es folgt ein breiter Viadukt, unterbrochen durch den Tunnelbahnhof Seijōgakuen-mae beim Campus der Seijō-Universität.

Eine 429,6 Meter lange Balkenbrücke führt den Viadukt in der Musashino-Ebene über den Fluss Tama hinweg. Die 2008 fertiggestellte Stahlkonstruktion ersetzte die ursprüngliche Brücke von 1927.[2] Am gegenüberliegenden Ufer verengt sich die Strecke im Bahnhof Noborito (Kreuzung mit der Nambu-Linie) auf drei Gleise. Wenig später endet der Viadukt und die Odawara-Linie wird nach dem Bahnhof Mukōgaoka-Yūen wieder zu einer zweigleisigen, überwiegend ebenerdigen Strecke. Kurz nach Shin-Yurigaoka zweigt die Tama-Linie ab. In Machida wird die Yokohama-Linie gekreuzt und kurz nach Sagami-Ōno folgt die Abzweigung der Enoshima-Linie. In Ebina bestehen Übergänge zur Sagami-Linie und Sōtetsu-Hauptlinie.

Zwischen Atsugi und Hon-Atsugi überquert die Strecke auf einer 1972 erbauten Fachwerkbrücke von 410 Metern Länge den Sagami.[3] In Isehara beginnt der ländlich geprägte Teil der Odawara-Linie. Nach dem Durchqueren der Hadano-Ebene folgt eine gewundene Streckenführung durch das enge Yonjūhachi-Tal im Tanzawa-Bergland. In Matsuda besteht eine kurze Gleisverbindung zur Gotemba-Linie. Auf der Brücke über den Sakawa erreicht die Strecke die Ashigara-Ebene. Sie wendet sich nach Süden, folgt dem rechten Ufer des Sakawa und endet im Bahnhof Odawara. Dort geht sie in die Hakone-Tozan-Linie über.

Züge

Übersicht des Zugangebots (ohne Romancecar)

Das Zugangebot auf der Odawara-Linie ist sehr dicht. Beispielsweise verkehren auf dem am stärksten genutzten Abschnitt zwischen Yoyogi-Uehara und Shin-Yurigaoka mehr als 30 Züge je Stunde. In ganz Japan bekannt sind insbesondere die Romancecar-Schnellzüge, die überwiegend dem touristischen Verkehr zu den Vulkanen Hakone und Fuji sowie zur Halbinsel Enoshima dienen. Sie bilden die Zuggattung Tokkyū (特急, engl. Limited Express). Sämtliche Plätze in diesem besonders bequem ausgestatteten Zügen sind reservierungspflichtig. Zusätzlich zum Basis-Fahrpreis muss ein Zuschlag in fast derselben Höhe bezahlt werden.[4] Das Rollmaterial unterscheidet sich markant von jenem der regulären Züge; als Besonderheit verfügen die jüngeren Baureihen über Kanzelwagen an den Zugenden. Ab Shinjuku verkehren die Romancecar-Züge alle 15 bis 20 Minuten mit wenigen Zwischenhalten, wobei das Angebot an Wochenenden und Feiertagen etwas größer ist. Ihre Ziele sind Hakone-Yumoto (Anschluss an die Hakone-Tozan-Linie), Katase-Enoshima und Gotemba.[5]

Nicht zuschlagspflichtig sind eine Reihe von Eilzügen. Diese verkehren entweder von und nach Shinjuku oder werden in Yoyogi-Uehara von und zur Chiyoda-Linie der U-Bahn Tokio durchgebunden. Dabei überspringen sie eine unterschiedlich große Anzahl an Zwischenbahnhöfen.

Kaisoku-kyūkō (快速急行, engl. Rapid Express)
Die schnellsten Eilzüge auf der Odawara-Linie verkehren zunächst zwischen Shinjuku und Sagami-Ōno. Eine Hälfte fährt weiter auf der Odawara-Linie nach Odawara, wobei zwischen Hon-Atsugi und Shin-Matsuda alle Bahnhöfe bedient werden. Die andere Hälfte wird auf die Enoshima-Linie geleitet und verkehrt nach Fujisawa.

Tsūkin-kyūkō (通勤急行, engl. Commuter Express)
Während der morgendlichen Hauptverkehrszeit nur in einer Richtung von Karakida, der Endstation der Tama-Linie, über Tama-Center und Shin-Yurigaoka nach Shinjuku.[6]

Kyūkō (急行, engl. Express)
Tagsüber abwechselnd von Shinjuku nach Karakida an der Tama-Linie bzw. nach Shin-Matsuda oder Odawara. Morgens und abends verkehren die Kyūkō über die Chiyoda-Linie. Dabei verbinden sie Toride oder Abiko an der Jōban-Linie mit Hon-Atsugi oder Isehara.[6]

Junkyū (準急, engl. Semi Express)
Ganztägig von Isehara oder Mukōgaoka-Yūen nach Yoyogi-Uehara; von dort weiter auf der Chiyoda-Linie sowie auf der Jōban-Linie nach Abiko oder Toride.[6]

Tsūkin-junkyū (通勤準急, engl. Commuter Semi Express)
Während der morgendlichen Hauptverkehrszeit nur in einer Richtung von Isehara über die Chiyoda-Linie und die Jōban-Linie nach Abiko.[6]

Nahverkehrszüge mit Halt an allen Bahnhöfen fahren in der Regel zwischen Shinjuku und Hon-Atsugi. Einzelne werden auf die Chiyoda-Linie und die Jōban-Linie durchgebunden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen gibt es zwischen Hon-Atsugi und Shin-Matsuda keinen gesonderten Nahverkehr, da dieser von den Eilzügen übernommen wird. Zusätzliche Nahverkehrszüge verbinden Shin-Matsuda mit Odawara und Hakone-Yumoto.

Bilder

Geschichte

Schnellzug der Odawara Kyūkō Tetsudō bei Shimo-Kitazawa (1936)

Die im Jahr 1922 gegründete Bahngesellschaft Odawara Kyūkō Tetsudō, ein Tochterunternehmen der Elektrizitätsgesellschaft Kinugawa Suiryoku, eröffnete am 1. April 1927 die gesamte Odawara-Linie von Shinjuku nach Odawara. Die Strecke war von Anfang an elektrifiziert, zunächst aber nur eingleisig befahrbar.[7] Das zweite Gleis stand am 11. Oktober desselben Jahres zur Verfügung, vom selben Tag an verkehrten zusätzlich Schnellzüge. Zu Beginn wurden 38 Bahnhöfe bedient, weitere kamen im Laufe der Jahrzehnte aufgrund der dichter werdenden Besiedlung hinzu.[8]

Der Pazifikkrieg führte bedeutende Änderungen herbei. Da die Kinugawa Suiryoku aufgrund der Zwangsverstaatlichung der Elektrizitätswirtschaft ihr Hauptgeschäft verlor, schloss sie sich mit der Odawara Kyūkō Tetsudō zusammen, woraus am 1. März 1941 die Odakyū Dentetsu entstand. Auf der Grundlage des 1938 erlassenen Gesetzes zur Koordination von Landverkehrs­unternehmen ging das Unternehmen am 1. Mai 1942 im Daitōkyū-Konglomerat auf. Luftangriffe der United States Army Air Forces führten Ende Mai 1945 zu einer mehrtägigen Unterbrechung der Strecke zwischen Shinjuku und Minami-Shinjuku. Zwei Jahre nach Kriegsende beschlossen die Aktionäre an einer außerordentlichen Versammlung, das finanziell angeschlagene Konglomerat durch Ausgründungen aufzulösen. So nahm die Odakyū Dentetsu am 1. Juni 1948 als eigenständige Gesellschaft ihre Geschäftstätigkeit wieder auf.[8]

Um im Bahnverkehr zu den touristisch bedeutenden Regionen um den Vulkan Hakone und die Halbinsel Enoshima einen Konkurrenzvorteil gegenüber der staatlichen Tōkaidō-Hauptlinie zu erlangen, beschloss die Odakyū Dentetsu, ein Teilstück der zwei Jahre zuvor übernommenen Hakone-Tozan-Linie mit einem Dreischienengleis auszustatten. Seit dem 1. August 1950 ist es somit möglich, umsteigefreie Zugsverbindungen von Shinjuku über Odawara hinaus bis nach Hakone-Yumoto anzubieten.[9] Aufgrund einer Vereinbarung mit der Japanischen Staatsbahn nutzte die Odakyū Dentetsu ab 1. Oktober 1955 ein kurz zuvor fertiggestelltes Verbindungsgleis beim Bahnhof Shin-Matsuda, um auf der Gotemba-Linie Schnellzüge bis nach Gotemba führen zu können.[10]

Schnellzug der Baureihe LSE 7000 (1987)

Am 17. Februar 1964 waren die ersten bedeutenden Umbauarbeiten am Bahnhof Shinjuku abgeschlossen; zu den drei bisherigen oberirdischen Gleisen kamen zwei unterirdische hinzu. Seit dem 31. März 1978 besteht in Yoyogi-Uehara eine Durchbindung zur Chiyoda-Linie, wobei diese zunächst auf die Hauptverkehrszeit an Werktagen beschränkt war, später aber ausgedehnt wurde. Die stetige Zunahme der Fahrgäste erforderte bald den Bau zusätzlicher Bahnsteige im Bahnhof Shinjuku, die ab 1. April 1982 zur Verfügung standen.[11] Die massive Überlastung des 18 km langen Streckenabschnitts zwischen Yoyogi-Uehara und Shin-Yurigaoka (insbesondere seit der Inbetriebnahme der Tama-Linie) führte Mitte der 1970er Jahre zu Überlegungen, diesen viergleisig auszubauen und gleichzeitig auf ein Viadukt bzw. stellenweise in einen Tunnel zu verlegen, um zahlreiche höhengleiche Bahnübergänge zu beseitigen. Nachdem der Ausbau des Teilstücks zwischen Yoyogi-Uehara und Higashi-Kitazawa am 31. März 1978 abgeschlossen war, geriet das Projekt ins Stocken; erst 1989 konnte weitergebaut werden.[12]

Grund für die massive Verzögerung waren sich über Jahre hinziehende Enteignungs- und Entschädigungsverfahren. Insbesondere die Anwohner im Tokioter Bezirk Setagaya wehrten sich hartnäckig gegen den Viadukt, da sie gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Lärm und Vibrationen befürchteten. 1994 reichten sie eine Klage gegen die Odakyū Dentetsu ein und forderten Änderungen am Projekt. Das Bezirksgericht Tokio kam 1995 zum Schluss, dass eine zwei Jahre zuvor erteilte Baugenehmigung illegal gewesen sei.[12] Das Berufungsgericht widerrief das Urteil im Dezember 2003 (drei Jahre später vom Obersten Gerichtshof bestätigt).[13] Gleichwohl erklärte sich die Odakyū Dentetsu im August 2004 in einem anderen Rechtsfall dazu bereit, Entschädigungen zu bezahlen und die Lärmschutzwände so anzupassen, dass die Immissionen 65 Dezibel nicht übersteigen.[14] Die viergleisige Strecke ging wie folgt in Betrieb: am 23. Juni 1997 zwischen Kitami und Izumi-Tamagawa, am 26. September 2004 zwischen Kyōdō und Kitami, am 24. Oktober 2004 zwischen Umegaoka und Kyōdō, am 8. August 2009 zwischen Izumi-Tamagawa und Mukōgaoka-Yūen sowie am 3. März 2018 zwischen Higashi-Kitazawa und Umegaoka. Es bestehen Pläne für den viergleisigen Ausbau zwischen Mukōgaoka-Yūen und Shin-Yurigaoka (5,7 km).

Liste der Bahnhöfe

Ju = Junkyū (Semi-Express); Tj = Tsūkin-junkyū (Commuter Semi-Express); Ky = Kyūkō (Express); Tk = Tsūkin-kyūkō (Commuter Express); Kk = Kaisoku-kyūkō (Rapid Express)

↑C = Durchbindung zur Chiyoda-Linie; ↓T = direkt zur Tama-Linie

Weitere Informationen Name, km ...
Name km Ju Tj Ky Kk Tk Anschlusslinien Lage Ort Präfektur
OH01Shinjuku (新宿)00,0   ↑CChūō-Hauptlinie
(Chūō-Schnellbahnlinie)
(Chūō-Sōbu-Linie)
Saikyō-Linie
Shōnan-Shinjuku-Linie
Yamanote-Linie
Keiō-Linie
Neue Keiō-Linie
U-Bahn Tokio:
Marunouchi-Linie
Toei Shinjuku-Linie
im Bhf. Seibu-Shinjuku:
Seibu Shinjuku-Linie
im U-Bhf. Shinjuku-Nishiguchi:
Ōedo-Linie
Koord.Shinjuku, TokioTokio
OH02Minami-Shinjuku (南新宿)00,8ǀǀǀKoord.Shibuya, Tokio
OH03Sangūbashi (参宮橋)01,5ǀǀǀKoord.
OH04Yoyogi-Hachiman (代々木八幡)02,7ǀǀǀKoord.
OH05Yoyogi-Uehara (代々木上原)03,5U-Bahn Tokio: Chiyoda-LinieKoord.
OH06Higashi-Kitazawa (東北沢)04,2ǀǀǀǀǀKoord.Setagaya, Tokio
OH07Shimo-Kitazawa (下北沢)04,9Keiō Inokashira-LinieKoord.
OH08Setagaya-Daita (世田谷代田)05,6ǀǀǀǀǀKoord.
OH09Umegaoka (梅ヶ丘)06,3ǀǀǀǀǀKoord.
OH10Gōtokuji (豪徳寺)07,0ǀǀǀǀǀim Bhf. Yamashita:
Tōkyū Setagaya-Linie
Koord.
OH11Kyōdō (経堂)08,0ǀǀKoord.
OH12Chitose-Funabashi (千歳船橋)09,2ǀǀǀǀKoord.
OH13Soshigaya-Ōkura (祖師ヶ谷大蔵)10,6ǀǀǀǀKoord.
OH14Seijōgakuen-mae (成城学園前)11,6ǀKoord.
OH15Kitami (喜多見)12,7ǀǀǀǀǀKoord.
OH16Komae (狛江)13,8ǀǀǀǀKoord.Komae
OH17Izumi-Tamagawa (和泉多摩川)14,4ǀǀǀǀǀKoord.
OH18Noborito (登戸)15,2ǀNambu-LinieKoord.Tama-ku, KawasakiKanagawa
OH19Mukōgaoka-Yūen (向ヶ丘遊園)15,8ǀMukōgaoka-Yūen Monorail (1966–2000)Koord.
OH20Ikuta (生田)17,9ǀǀǀKoord.
OH21Yomiuriland-mae (読売ランド前)19,2ǀǀǀKoord.
OH22Yurigaoka (百合ヶ丘)20,5ǀǀǀKoord.Asao-ku, Kawasaki
OH23Shin-Yurigaoka (新百合ヶ丘)21,5Odakyū Tama-LinieKoord.
OH24Kakio (柿生)23,4ǀǀ↓TKoord.
OH25Tsurukawa (鶴川)25,1ǀǀKoord.MachidaTokio
OH26Tamagawagakuen-mae (玉川学園前)27,9ǀǀKoord.
OH27Machida (町田)30,8Yokohama-LinieKoord.
OH28Sagami-Ōno (相模大野)32,3Odakyū Enoshima-LinieKoord.SagamiharaKanagawa
OH29Odakyū-Sagamihara (小田急相模原)34,7ǀǀKoord.
OH30Sōbudai-mae (相武台前)36,9ǀǀKoord.Zama
OH31Zama (座間)39,2ǀǀKoord.
OH32Ebina (海老名)42,5Sagami-Linie
Sōtetsu-Hauptlinie
Koord.Ebina
OH33Atsugi (厚木)44,1ǀǀSagami-LinieKoord.
OH34Hon-Atsugi (本厚木)45,4Koord.Atsugi
OH35Aikō-Ishida (愛甲石田)48,5Koord.
OH36Isehara (伊勢原)52,2Koord.Isehara
OH37Tsurumaki-Onsen (鶴巻温泉)55,9Koord.Hadano
OH38Tōkaidaigaku-mae (東海大学前)57,0Koord.
OH39Hadano (秦野)61,7Koord.
OH40Shibusawa (渋沢)65,6Koord.
OH41Shin-Matsuda (新松田)71,8im Bhf. Matsuda:
Gotemba-Linie
Koord.Matsuda
OH42Kaisei (開成)74,3ǀKoord.Kaisei
OH43Kayama (栢山)76,2ǀǀKoord.Odawara
OH44Tomizu (富水)77,8ǀǀKoord.
OH45Hotaruda (螢田)79,2ǀǀKoord.
OH46Ashigara (足柄)80,0ǀǀKoord.
OH47Odawara (小田原)82,5Tōkaidō-Shinkansen
Tōkaidō-Hauptlinie
Shōnan-Shinjuku-Linie
Daiyūzan-Linie
Hakone-Tozan-Linie
Koord.
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Commons: Odakyū Odawara-Linie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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