Imperia (Ligurien)
italienische Gemeinde
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Imperia (im Ligurischen auch: Impè-ia) ist eine italienische Hafenstadt mit 42.594 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) in Ligurien an der Riviera di Ponente bzw. der Blumenriviera und ist die Hauptstadt der Provinz Imperia. Sie liegt an der Römerstraße Via Aurelia, die Rom mit Arles verband.
| Imperia | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Ligurien | |
| Provinz | Imperia (IM) | |
| Koordinaten | 43° 53′ N, 8° 2′ O | |
| Höhe | 10 m s.l.m. | |
| Fläche | 45,26 km² | |
| Einwohner | 42.594 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Postleitzahl | 18100 | |
| Vorwahl | 0183 | |
| ISTAT-Nummer | 008031 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Imperiesi | |
| Schutzpatron | San Leonardo | |
| Website | www.comune.imperia.it | |
Imperia besteht im Wesentlichen aus den ehemals eigenständigen Städten Oneglia und Porto Maurizio. Zum administrativen Zusammenschluss der beiden Städte und der umliegenden Dörfer kam es 1923.
Das östlich des Impero gelegene Oneglia ist mit seinem Wirtschaftshafen und seiner Lebensmittelindustrie (hauptsächlich Oliven und Pasta) moderner und geschäftiger als Porto Maurizio. Letzteres hat einen altertümlicheren Charakter. Es besitzt aber einige kunsthistorisch bedeutsame Bauwerke. Bestimmten in der Vergangenheit fast ausschließlich Fischfang und Tourismus das Stadtbild, so wird heute der Dienstleistungssektor immer wichtiger. Der Fluss Impero, Namensgeber der heutigen Stadt, trennt die beiden ehemals unabhängigen Städte.
Geografie
Neben Oneglia und Porto Maurizio besteht Imperia aus den ehemals eigenständigen Dörfern Artallo, Borgo Sant’Agata, Borgo d’Oneglia, Cantalupo, Caramagna Ligure, Castelvecchio di Santa Maria Maggiore, Clavi, Costa d’Oneglia, Massabovi, Moltedo Superiore, Montegrazie, Oliveto, Piani, Poggi und Torrazza.

Oneglia ([], alter Dialektname Ineja, der Name ist von einer Ulmenplantage abgeleitet) ist der größte und am höchsten gelegene Stadtteil und erstreckt sich in der kurzen Schwemmlandebene am linken Mündungsufer des Torrente Impero. Zentrum ist die Piazza Dante, von der einige der modernen Hauptstraßen ausgehen. Seine Architektur zeigt deutliche Einflüsse Piemonts – etwa der Säulengänge der Via Roma und der Piazza San Carlo in Turin. Dies liegt an der langen Zugehörigkeit Oneglias zu Savoyen und dem Königreich Sardinien. Unmittelbar nördlich von Oneglia liegt das antike Dorf Castelvecchio mit der Wallfahrtskirche Santa Maria Maggiore. Im Mittelalter befand sich an deren Stelle eine Burg mit mehreren Wachtürmen, die über die Jahrhunderte mehrmals angegriffen und zerstört wurde. Dies veranlasste die Bewohner dazu, ins friedliche Umland und ans Meer zu ziehen. Hier entstand die erste Gemeinde Oneglias.
Westlich des Impero befindet sich Porto Maurizio auf einer Landzunge zur Linken der Mündung des Sturzbaches Caramagna. Es erstreckt sich entlang der Küste des Ligurischen Meeres und weist eine Vielzahl pittoresker Gässchen (Vicoli und Creuze) und prächtiger Palazzi auf. Es ist ähnlich verwinkelt wie das 25 Kilometer westlich gelegene Sanremo.
Die Landschaft um Imperia ist von kurzen, rechtwinklig zur Küste verlaufenden Tälern charakterisiert. Viele Siedlungen in diesen Tälern haben ihren ursprünglichen Charakter bis heute erhalten.
Der Olivenanbau, der im 12. Jahrhundert eingeführt wurde, hat die Geschichte Imperias geprägt, so wie in den folgenden Jahrhunderten Blumenzucht und Tourismus. Die auf Terrassen kultivierten Olivenbäume und die charakteristischen Trockenmauern dominieren noch heute das Landschaftsbild.
Die Entfernung zum nordöstlich gelegenen Genua beträgt etwa 120 Kilometer, Ventimiglia nahe der Grenze zu Frankreich liegt etwa 50 Kilometer westlich.
Imperia liegt in einem erdbebengefärdeten Gebiet. Die italienische Klassifizierung seismischer Aktivität ordnet Imperia der Zone 2 zu. Erdbeben treten in dieser Region also mit mittlerer bis hoher Häufigkeit auf.[2]
Geschichte von Oneglia und Porto Maurizio

Im 11. Jahrhundert geriet Oneglia unter die Herrschaft der Bischöfe von Albenga. Porto Maurizio wurde unter Olderico Manfredi, Herrscher der Marca Turin, und seiner Tochter Adelaide zum Lehen des Benediktinerordens. 1091 übernahmen die Grafen von Clavesana, Erben Adelaide Manfredis, die Herrschaft über Porto Maurizio und proklamierten eine Republik (mit San Maurizio, San Giorgio di Torrazza und San Tommaso di Dolcedo). San Maurizio wurde Schutzheiliger. Genua unterwarf 1184 Porto Maurizio gegen den fortgesetzten Widerstand seiner Bewohner. Im Krieg zwischen Porto Maurizio und Oneglia 1200 intervenierte die Republik Genua. Der Impero gehörte fortan zu Porto Maurizio und wurde Grenzfluss. 1241 wurde Porto Maurizio genuesischer Vikarssitz für die Ponente. Am 30. Januar 1298 verkauften die Bischöfe von Albenga Oneglia für 11.000 Lire an die Genuesen Nicolò und Federico Doria.
1576 kaufte Emanuele Filiberto von Savoyen Oneglia den Doria ab und machte es zum Brückenkopf Savoyens gegen das genuesische Porto Maurizio. Von Spanien wurde Oneglia im 17. Jahrhundert belagert und erobert. 1745 besetzte Frankreich Porto Maurizio, 1746 Piemont. Oneglia wurde 1794 von der französischen Revolutionsarmee geplündert. 1805 fiel Porto Maurizio wieder an Frankreich. Durch die Vereinigung Savoyens und Liguriens wurden beide Städte 1815 Teil des Königreichs Sardinien-Piemont und Oneglia Provinzhauptstadt. Sie erhielt 1841 den Titel „città fedelissima“ (dt. „treuste Stadt“) des Königreichs Sardinien-Piemont. 1860 wurde Porto Maurizio Provinzhauptstadt. Zusammen mit ganz Ligurien wurden Oneglia und Porto Maurizio 1861 Bestandteile des Königreichs Italien unter Vittorio Emanuele II. von Savoyen. Am 21. Oktober 1923 wurden unter Benito Mussolini beide Städte sowie die oben genannten umliegenden Dorfgemeinden zu Imperia vereinigt.
Politik
Imperia spiegelt trotz seiner geringen Größe oft gesamtitalienische Entwicklungen. Während des Biennio rosso fanden in Oneglia zahlreiche Streiks und Demonstrationen statt. Zudem stammen viele Partisanen, darunter der Autor des Partisanenliedes Fischia il vento Felice Cascione, aus Imperio. In den 1960er Jahren, war die Studentenbewegung in den Schulen der Stadt aktiv.
Die Imperiesi bevorzugten ursprünglich Parteien der Mitte. Seit ungefähr einem Jahrzehnt hat sich das Wahlverhalten der Einwohner in das rechte politische Spektrum verschoben und Imperia gilt seither als Hochburg der politischen Rechten.
Amtierender Oberbürgermeister ist seit 2013 Carlo Capacci.
Kultur und Sehenswürdigkeiten

Seit den 1960er Jahren existiert das Cineforum di Imperia, ein Filmforum mit mittlerweile 800 Mitgliedern und Organisator des VideoFestival Imperia.
Im Jahr 1963 gründete Emilio Lepre den Coro Mongioje di Imperia. In Folge ging die Leitung des Chores an Guido Gorlero und seit 1977 an Elio Guglieri über.
Seit 2005 besteht in Imperia auch ein Kontrollkomitat für die Sichtung paranormaler Phänomene. Es beruft sich auf das von Piero Angela im Jahre 1989 gegründete Comitato Italiano per il Controllo delle Affermazioni sul Paranormale (CICAP).
Porto Maurizio
- Die klassizistische Basilika San Maurizio wurde 1781 bis 1832 von dem Architekten Gaetano Cantone errichtet und ist die größte Kirche Liguriens.
- Die Altstadt liegt auf dem Hügel Parasio.
- Das Kloster Santa Chiara wurde 1365 gegründet, der heutige Bau stammt von 1741.
Oneglia
- Die Gärten der Villa Grock sind heute öffentlich zugänglich, das Haus des berühmten Clowns soll ein Konferenz- und Kulturzentrum werden.
- Das Museo dell’Olivo zeigt alles zum Thema Oliven.
- Die Kirche S. Giovanni Battista wurde 1739–1762 durch den Architekten Gaetano Amoretti errichtet, die Fassade entstand 1832–1838.
Wirtschaft und Infrastruktur
Imperia ist keine Touristenstadt, sondern eine kleine Küstenstadt mit Industrie, Kultur und Dienstleistung, die aber immer mehr zu Gunsten des Freizeit- und Erholungsbereichs an Bedeutung verlieren. Zwischen Porto Maurizio und Oneglia entsteht zum Beispiel einer der größten Jachthäfen der Küste.
Imperia ist einer der Hauptumschlagplätze für Olivenöl in Italien. Neben den Großabfüllern von Olivenöl gibt es einige kleine Erzeuger im Umland von Imperia mit Spitzenprodukten auf diesem Gebiet.
Die antike Römerstraße Via Julia Augusta führte parallel zum Küstenverlauf von Genua in das damalige Gallien. Dazu kam im Mittelalter die Via Marenca, die das ligurische Hinterland erschloss und eine Verbindung über die Alpen in das Piemont herstellte. Der Großteil des Handels und des Verkehrs lief jedoch über den Wasserweg.
Die aktuellen Verkehrsverbindungen sind hingegen:
die Autobahn A10 (Autostrada dei Fiori). Von der französischen Grenze kommend schließt sie bei Savona an das italienische Autobahnnetz an.- die Staatsstraße 1 Via Aurelia, die dem Küstenverlauf und der antiken Via Aurelia folgt.
- die Staatsstraße SS 28 in Richtung Turin.
- die Bahnstrecke Genova–Ventimiglia, die sich teilweise noch im Ausbau befindet.
Der Handel über das Meer ist im letzten Jahrhundert stark zurückgegangen, was sich auch auf den Handelshafen von Oneglia ausgewirkt hat. Der im Bau befindliche neue Jachthafen soll diese Entwicklung zumindest teilweise auffangen. Zugleich wird der Handelshafen zwischen der Bucht von Oneglia und der Flussmündung des Impero ausgebaut.
Sprache und Dialekt
In Imperia wird von altersher Ligurisch gesprochen. Dabei bestehen einige Unterschiede in Wortschatz und Aussprache zwischen den Stadtteilen Porto Maurizio, in dem der Dialekt eher dem Intemelio ähnelt, und Oneglia, wo die piemontesische Herrschaft Spuren hinterlassen hat. Mit dem Eintreten der verstärkten Binnenmigration aus Süditalien zu Beginn der 1960er Jahre wurde der Dialekt mit vielen italienischen Begriffen durchsetzt und ist heute weitestgehend auf die ältere Bevölkerungsgruppe beschränkt.
Partnerstädte
Söhne und Töchter der Stadt
- Andrea Doria (1466–1560), genuesischer Admiral und Fürst von Melfi
- Leonhard von Porto Maurizio OFM (1676–1751), Franziskaner-Minorit und Prediger
- Carlo Amoretti (1741–1816), Gelehrter
- Maria Amoretti (1756–1787), Nichte von Carlo Amoretti, namhafte Juristin und erste promovierte Frau Italiens
- Edmondo De Amicis (1846–1908), Schriftsteller
- Giulio Natta (1903–1979), Chemiker, Nobelpreisträger 1963
- Nino Lamboglia (1912–1977), Archäologe
- Ismaele Mario Castellano (1913–2007), Erzbischof
- Luciano Angeloni (1917–1996), Erzbischof und Diplomat
- Alessandro Natta (1918–2001), Bruder von Giulio Natta, Politiker und Generalsekretär der Kommunistischen Partei Italiens (PCI) von 1984 bis 1988
- Luciano Berio (1925–2003), Komponist, einer der Pioniere der elektronischen Musik
- Claudio Scajola (* 1948), Politiker
- Carlo Gentile (* 1960), Neuzeithistoriker
- Davide Massa (* 1981), Fußballschiedsrichter
- Cristiano Salerno (* 1985), Radrennfahrer
- Giulia Gorlero (* 1990), Wasserballspielerin
- Giulia Emmolo (* 1991), Wasserballspielerin
- Samuele Privitera (2005–2025), Radrennfahrer
