PKP-Baureihe ED250

Hochgeschwindigkeitszug From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Baureihe ED250 sind von Alstom hergestellte Hochgeschwindigkeitszüge der PKP Intercity. Die Züge gehören zur Produktfamilie Pendolino, erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 250km/h und sind seit dem 14. Dezember 2014 als Express InterCity Premium planmäßig in Polen unterwegs.[1]

Schnelle Fakten ED250 ...
ED250
Der erste ED250 bei seiner Präsentation in Breslau
Der erste ED250 bei seiner Präsentation in Breslau
Der erste ED250 bei seiner Präsentation in Breslau
Nummerierung: 2370001–020
Anzahl: 20
Hersteller: Alstom
Baujahr(e): 2011–2014
Achsfolge: (1A)(A1)+(1A)(A1)+2’2’+2’2’+2’2’+(1A)(A1)+(1A)(A1)
Gattung: Hochgeschwindigkeitszug
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge: 187400mm
Breite: 2830mm
Höhe: 4100mm
Radsatzfahrmasse: 17t
Höchstgeschwindigkeit: 250km/h
Dauerleistung: 5664kW
Stromsystem: 3kV =
15kV, 16,7Hz ~
25kV, 50Hz ~
Fahrmotoren: 8 Drehstrom-Asynchronmotoren
Kupplungstyp: Scharfenbergkupplung
Zugbeeinflussung: SHP, ETCS, PZB, LZB und Mirel
Sitzplätze: 402
Fußbodenhöhe: 1260mm
Klasse(n): 2
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Geschichte

Der Vertrag zwischen PKP Intercity und Alstom über die Lieferung von 20 Zügen wurde im Mai 2011 unterzeichnet[2], wobei die Gesamtkosten für die Beschaffung der Fahrzeuge bei 420 Mio. Euro lagen. Um die Beschaffung zu ermöglichen, wurden 93 Mio. Euro vom EU-Kohäsionsfonds getragen.[3] Die Überführung erfolgte auf der Schiene.

Der erste ED250 im September 2013 auf der Trako in Danzig

Der erste Zug wurde der Öffentlichkeit am 12. August 2013 im Bahnhof von Breslau präsentiert. Dabei konnten Innenräume sowie Führerstand des Zuges besichtigt werden. Rund 4000 Personen nahmen an diesem Ereignis teil, reisten teils aus großer Entfernung an und nahmen Wartezeiten von bis zu einer Stunde in Kauf. Aufgrund des großen Interesses wurde die Standzeit des Zuges um 90Minuten verlängert.[4][5] Der damalige Parlamentspräsident Grzegorz Schetyna sowie der damalige Verkehrsminister Sławomir Nowak waren ebenfalls anwesend.[4]

Der Pendolino wurde diversen Probefahrten unterzogen. Zur Zulassung konnte auf Ergebnisse von Probefahrten mit den verwandten Zügen ETR 600 und ETR 610 zurückgegriffen werden, dennoch waren für die Zulassung für 250km/h Schnellfahrversuche notwendig, bei denen mindestens 275km/h erreicht werden mussten.[5] Diese Schnellfahrversuche wurden auf der „Zentralen Eisenbahn-Magistrale“ (CMK) zwischen Warschau und Krakau durchgeführt, dabei wurde mit 293km/h ein neuer Geschwindigkeitsrekord für Schienenfahrzeuge auf polnischem Boden aufgestellt.[2]

Die Unterhaltung der Züge erfolgt über einen Zeitraum von 17 Jahren durch Alstom in einem neu errichteten Betriebshof in Grochów bei Warschau.[6][2][5] Seit dem 14. Dezember 2014 befinden sich die Triebzüge im Regelbetrieb. Dabei wird auf der CMK eine Geschwindigkeit von 200km/h erreicht.[1]

Im Rahmen des Zulassungsverfahrens für die Tschechische Republik verkehrt zwischen dem 09. März und 17. Juni 2026 ein Triebzug der Reihe ED250 als SuperCity-Zugpaar zwischen Praha hl.n. und Bohumín.[7]

Technik und Ausstattung

Innenraum in der ersten Wagenklasse
Innenraum in der zweiten Wagenklasse

Ein ED250-Triebzug besteht aus sieben Wagen, die von acht wassergekühlten Drehstrom-Asynchronmotoren mit einer Leistung von je 708kW angetrieben werden. Der Wagenkasten wurde aus Aluminium gefertigt, als Zugsicherung sind verschiedene Systeme an Bord.

Ein Zug der Baureihe ED250 auf Probefahrt in Deutschland (Mai 2017)

Die Züge werden aktuell nur innerhalb Polens eingesetzt, hierbei wird ETCS Level 1 und 2 sowie SHP verwendet. Der Hersteller Alstom ist verpflichtet, den Einsatz in Deutschland, Österreich und Tschechien zu ermöglichen, was durch das Vorhandensein von LZB, PZB und Mirel bereits in der Grundkonzeption berücksichtigt wurde.[8] Im Frühjahr 2017 begannen Probefahrten mit dem Ziel, die notwendigen EBA-Zulassungen zu bekommen.

Laut Hersteller wurden die Züge für einen Betrieb zwischen −25 °C und +45 °C auf einer maximalen Höhe von 1000m ausgelegt.[2] Die für den Pendolino namensgebende Neigetechnik wurde nicht eingebaut, da sie beim Einsatzprofil der Züge in Polen keine signifikanten Vorteile bedeutet hätte.

Bei der Entwicklung wurde Wert auf die Schallisolierung des Innenraums gelegt, was durch die aerodynamische Gestaltung der Dachaufbauten und die Schallisolierung der Fahrgestelle erreicht wurde.[6]

Pro Triebzugseite gibt es zehn elektrisch betätigte Schwenkschiebetüren, eine behindertengerecht ausgebaute Tür mit integriertem Hublift und eine Ladetür für den Speisewagen. Jeder Führerstand verfügt darüber hinaus über separate Einstiegstüren.[2]

Die Züge besitzen ein Fahrgastinformationssystem mit zwei an der Decke eines jeden Wagens angebrachten Monitoren sowie Displays an jeder Tür, auf denen Informationen zum Zuglauf angezeigt werden können. Ein elektronisches System zur Verwaltung der Sitzplatzreservierung ist ebenfalls vorhanden. In jedem Wagen befinden sich zwei Überwachungskameras. Insgesamt gibt es neun Toiletten, davon eine behindertengerechte Universaltoilette.[2] Zur Fahrradmitnahme sind pro Zug vier Fahrradständer vorhanden.[6]

Unfälle

  • Am 7. April 2017 stieß ein Schnellzug von Breslau nach Warschau an einem unbewachten Bahnübergang im südwestpolnischen Schodia mit einem Lkw zusammen. Von den rund 300 Reisenden des Zuges wurden durch die Schnellbremsung mindestens 18 verletzt.[9]
  • Am 26. September 2017 stießen ein „Pendolino“ von Gdynia nach Bielsko-Biała und ein Flughafenbus von Koleje Mazowieckie in Modlin bei Warschau zusammen. Weder Fahrgäste des Busses noch die etwa 200 Reisenden des Zuges kamen zu Schaden.[10]
  • Im April 2020 entgleiste ein Fahrzeug bei einer Messfahrt in München.
Commons: PKP-Baureihe ED250 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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