Vorhangschiene

Vorrichtung für Vorhänge From Wikipedia, the free encyclopedia

Vorhangschienen (auch Gardinenschiene, Gardienenleiste) sind an der Decke befestigte Führungssysteme mit Laufschienen oder Nuten (Rillen) zur beweglichen Aufhängung senkrechter Gardinen, Vorhänge oder Store. Sie bestehen vorwiegend aus Aluminium oder Kunststoff und werden meist vor Wandöffnungen wie Fenstern und Türen verwendet. Ähnliche Schienen werden auch bei Bilderaufhangsystemen eingesetzt. Laufschienen in stärkerer Ausführung dienen zur Befestigung von Schiebetüren oder Raumteilersystemen.

Vorhänge und Gardinen können alternativ auch an Vorhangstangen oder gespannten Seilsystemen angehangen werden. Die Verbindung geschieht hier über Ringe (Rollringe), Ösen oder Schlaufen im Vorhangstoff.

Schienen

Traditionell wurden Profilschienen aus dünnem Blech und (auf dem Kopf stehenden) T-förmigen Querschnitt verwendet, auf die Gleiter mit zwei oder vier Rollen geschoben wurden. Der Vorhangstoff wurde mit Haken oder Federkrallem an den Gleitern befestigt. Auf die Profile geschraubte Endstücke (Feststeller) verhinderten, dass die Gleiter von der Schiene rutschen.

Die heute noch verwendete Vorhangschienen aus Kunststoff besitzen hingegen T-förmige Führungsnuten, in welche die Gleiter geschoben werden. Im Gegensatz zu den Blechschienen, auf denen die Rollen der Gleiter außen laufen, liegen die Rollen hier innerhalb der Schiene.

Die horizontal befestigten Vorhangschienen werden häufig mit einer vorderen Blende versehen, welche die Befestigungselemente des Vorhangs verdeckt. Dekorative Blenden werden auch als Kölner Brett bezeichnet.

Vorhangschienen gibt es ein-, zwei- und dreiläufig. Für Erker, Rundbögen oder Giebelfenstern gibt es horizontal oder vertikal gebogene Schienen.

Standards

Die inneren und äußeren Dimensionen von Vorhangschienen unterscheiden sich je nach Land.

In der Schweiz entsprechen Vorhangschienen meist dem Standard VS-57. Dessen Charakteristika sind eine Schlitzbreite (Laufnut) von 6,2 bis 6,6 mm, eine Profilbreite von ca. 14 mm (bei aufgesetzten Schienen), eine Profilhöhe von 7 bis 8 mm, und eine quadratische Aussparung (Einschlupf) am Ende der Schienenunterseite von ca. 11 × 11 mm, durch die die Gleiter eingeführt werden und die mit einem Verschlussstopfen verschlossen wird.

Gleiter

Die in den Schienen gleitenden Elemente haben unterschiedliche Bezeichnungen. In Deutschland spricht man von Gardinenröllchen (für rollende Elemente), Gardinengleiter (für gleitende Elemente), bzw. im Fachhandel auch von Innenlaufrollen oder Innenlaufgleitern.

In Österreich sind darüber hinaus auch die Begriffe Vorhangrollen oder Gardinenrollen gebräuchlich, oder Klipse bzw. Vorhangklipse für die Kunsttoffhaken, die den Vorhang tragen.

In der Schweiz werden rollende Elemente selten verwendet, und man spricht von Vorhanggleitern. Am gebräuchlichsten sind in der Schweiz die so genannten Maxi-Gleiter mit einer Schlitzbreite von 6,2 bis 6,6 mm; seltener sind die Mini-Gleiter mit einer Schlitzbreite von 3,6 bis 4,0 mm.[1]

Verbindung von Schiene und Gleiter

Gleiter und Paneelwagen werden heute oft über Klettbänder mit dem Vorhangstoff verbunden. Verbreitet sind auch einfache Gleiter mit Kunststoffhaken, in die Vorhänge mit Ösen bzw. Schlaufenbändern eingehangen werden.

Neben den früher üblichen Federklemmen gibt es auch Klemmsysteme für Stoffbahnen als Flächenvorhang.

Bilder

Siehe auch

Commons: Vorhangschienen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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