Partai Nasional Indonesia
politische Partei
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Die Partai Nasional Indonesia (PNI, übersetzt Indonesische Nationalpartei) war der Name, unter dem mehrere nationalistische politische Parteien in Indonesien von 1927 bis 1973 auftraten. Die erste PNI wurde vom späteren Präsidenten Sukarno gegründet. Nach der Unabhängigkeit stellte die neue PNI eine Reihe von Premierministern und war in den 1950er und 1960er Jahren an den meisten Regierungen beteiligt. Die Partei fusionierte 1973 mit der Indonesischen Demokratischen Partei. In den Jahren nach den Reformen Ende der 1990er Jahre traten mehrere Parteien, die sich als Nachfolger der früheren PNIs bezeichneten, bei Wahlen an, hatten jedoch nur wenig Erfolg.
| Partai Nasional Indonesia | |
|---|---|
| Gründung | 1927 |
| Auflösung | 1973 |
| Hauptsitz | Jakarta |
| Ausrichtung | Pancasila Linksnationalismus Indonesischer Nationalismus |
| Mitgliederzahl | 1,5 Mio. (1950) |

Geschichte
Im November 1925 gründete Sukarno, damals ein junger Ingenieurstudent an der Technischen Hochschule Bandung, den Algemeene Studie Club, einen Studienverein, der von einer ähnlichen Organisation inspiriert war, die Raden Soetomo in Surabaya gegründet hatte. Der Studienverein wurde später, am 4. Juli 1927, in eine Bewegung namens „Indonesische Nationalvereinigung“ umgewandelt. Im Mai 1928 wurde der Name in Indonesische Nationalpartei geändert. Das Ziel der Organisation war die wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit des indonesischen Archipels (damals Niederländisch-Indien). Dies sollte durch Nichtkooperation mit dem niederländischen Kolonialregime erreicht werden. Ende 1929 zählte die Partei bereits 10.000 Mitglieder. Dies alarmierte die Behörden, und Sukarno sowie sieben Parteiführer wurden im Dezember 1929 verhaftet. Nachdem die Parteiführtung zu Haftstrafen verurteilt worden waren, wurde die Partei im April 1931 aufgelöst. Im darauffolgenden Jahr gründeten die Hatta und Sutan Syahrir, beides Weggefährten Sukarnos, die Pendidikan Nasional Indonesia („Indonesische Nationale Bildung“) oder kurz PNI Baru („Neue PNI“), welche den Unabhängigkeitskampf weiterführte.
Kurz nach der Indonesischen Unabhängigkeitserklärung im August 1945 verabschiedeten die Unabhängigkeitsführer Pläne zur Wiederbelebung der Partei. Am 29. Januar 1946 wurde die Indonesische Nationalpartei durch den Zusammenschluss der kurz zuvor gegründeten Indonesischen Volksunion (Serindo) und einer Reihe kleinerer Parteien sowie von Aktivisten aus Parteien wie Parindra und Partindo wiederbelebt, diesmal jedoch ohne Sukarno, der als Präsident über der Politik stand. Während des indonesischen Unabhängigkeitskrieges waren mehrere Angehörige des Kabinetts der Republik Indonesien Parteimitglieder. Im Laufe des Jahres 1948 wurde der rechte Flügel der PNI bei der Festlegung der Parteipolitik zunehmend an den Rand gedrängt, und die Mitte-Links-Fraktion gewann die Oberhand. In den Reden auf dem dritten Jahreskongress der Partei im Juni 1948 wurden sozialistische Ideale betont. Infolgedessen spalteten sich im November 1948 die Rechtsgerichteten, die auch die Politik von Premierminister Hatta unterstützten, mit den Niederlanden zu verhandeln, was sie in Konflikt mit der Mehrheit der Mitglieder brachte, ab und gründeten die Große Indonesische Einheitspartei (PIR). Im Juli 1950 kam es mit der Gründung der PNI Merdeka (später Nationale Volkspartei) zu einer weiteren Abspaltung rechter Kräfte.
Im unabhängigen Indonesien war die PNI ab 1952 an der Regierung beteiligt. Bei den indonesischen Parlamentswahlen von 1955 belegte die PNI mit einem Stimmenanteil von 22,3 % den ersten Platz. Die PNI errang damit 57 der 257 Sitze im Parlament und wurde Teil einer Koalitionsregierung. Bereits 1956 erklärte allerdings Sukarno, genervt von instabiler Parteipolitik, die gelenkte Demokratie und rief den Ausnahmezustand aus, wodurch das Parteiensystem obsolet wurde. Erst 1963 wurde das Parteiverbot wieder aufgehoben.
Vom 28. August bis zum 1. September hielt die PNI ihren zehnten Jahreskongress ab. Dies führte zu einem Linksruck, sowohl in der Zusammensetzung der Führung als auch in der Parteipolitik. Die Parteideologie des Marhaenismus wurde offiziell als „an die indonesischen Verhältnisse angepasster Marxismus“ definiert. Dieser Linkskurs sorgte allerdings dafür, dass die PNI nach einem angeblichen Putschversuch durch die Bewegung 30. September 1965 ins Kreuzfeuer geriet. Es kam zu Massakern an angeblichen und tatsächlichen Kommunisten. Unter Druck von General Suharto, der die Macht an sich gerissen hatte, musste die PNI kommunistische und sozialistische Mitglieder ausschließen. Zusammen mit acht weiteren politischen Parteien und der von der Regierung geförderten Organisation Golkar nahm die PNI an den Wahlen von 1971 teil. Sie belegte den dritten Platz, erzielte jedoch weniger als 7 % der Stimmen. 1973 wurde die PNI zusammen mit anderen nationalistischen und christlichen Parteien in die Indonesische Demokratische Partei (Partai Demokrasi Indonesia) eingegliedert, um die Anzahl der politischen Parteien zu begrenzen und die Opposition gegen das neue Regime zu schwächen.
Nach dem Ende der autoritären Herrschaft von Suharto 1995 wurden mehrere Nachfolgeorganisationen gegründet, welche allerdings Splitterparteien blieben.
Literatur
- J. Eliseo Rocamora: The Partai Nasional Indonesia, 1963 - 1965 Cornell Modern Indonesia Project
- George McTurnan Kahin: Nationalism and Revolution in Indonesia. Cornell University Press, 1952, ISBN 978-0-8014-9108-5.
- Kevin Raymond Evans: The History of Political Parties & General Elections in Indonesia. Jakarta: Arise Consultancies, 2003, ISBN 979-97445-0-4.