Passionsblumengewächse

Familie der Ordnung Malpighienartige (Malpighiales) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Passionsblumengewächse (Passifloraceae) sind eine Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Malpighienartigen (Malpighiales). Zur Familie der Passionsblumengewächse (Passifloraceae) gehören seit 2009 auch die Gattungen der ehemaligen Familien der Malesherbiaceae und Turneraceae. Die Familie Passifloraceae s. l. ist weltweit in den Tropen und Subtropen verbreitet, mit Schwerpunkten in Afrika und der Neotropis, wenige Arten kommen in den gemäßigten Gebieten vor.[1]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Passionsblumengewächse

Passiflora foetida

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Passionsblumengewächse
Wissenschaftlicher Name
Passifloraceae
Juss. ex Roussel
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Beschreibung

Illustration von Adenia lobata
Illustration von Passiflora manicata
Illustration aus The Botanical register consisting of coloured figures, 1815 von Androsiphonia adenostegia
Illustration aus The Botanical Magazine, Volume 8, 1794; Tafel 281 von Turnera ulmifolia
Illustration von Dilkea retusa

Nach molekulargenetischen Daten wurde der Umfang der Familie Passifloraceae erweitert. Morphologisch unterscheiden sich die Unterfamilien stark, ihre Merkmale siehe dort Malesherbioideae, Passifloroideae, Turneroideae.

Vegetative Merkmale

Die Arten der Familie Passifloraceae s. l. können krautige oder verholzende Pflanzen sein. Die Pflanzenteile vieler Arten riechen unangenehm. Bei vielen Arten sind Kolleteren (drüsige Emergenzen) und extraflorale Nektarien vorhanden.[1]

Die wechselständig und spiralig angeordneten Laubblätter sind oft in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Oft sind auf den Laubblättern Drüsen vorhanden. Die Spaltöffnungen (Stomata) sind paracytisch.[1]

Generative Merkmale

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Kelch- und Kronblätter sind zu einer Röhre verwachsen. Die Narben sind trocken.[1]

Der Samenmantel ist gefurcht. Das haltbare Endosperm ist ölhaltig.[1]

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = meist 7, selten 5.[1]

Nutzung

Von einigen Arten der Unterfamilie Passifloroideae werden die Beeren gegessen oder Saft daraus gewonnen (Passionsfrucht/Maracuja, Grenadille, Barbadine, Curuba).

Unterfamilie Passifloroideae: Adenia glauca
Unterfamilie Malesherbioideae: Malesherbia linearifolia
Unterfamilie Turneroideae: Piriqueta caroliniana

Systematik

Die Familie Passifloraceae wurde unter dem Namen „Passifloreae“ 1806 von Antoine Laurent de Jussieu in Henri François Anne de Roussel: Flore du Calvados, 2. Auflage, 2, Seite 334 erstveröffentlicht[2] und der Name Passifloraceae von Antoine Laurent de Jussieu in Karl Sigismund Kunth: Nova genera et species plantarum quas in peregrinatione ad plagam aequinoctialem orbis novi collegerunt Bonpland et Humboldt erst 1817. Typusgattung ist Passiflora L.[2]

Die Verwandtschaft der Familien Malesherbiaceae, Turneraceae und Passifloraceae s. str. wurden kontrovers diskutiert. Bei APG III erfolgte 2009 die Eingliederung der Gattungen der ehemaligen Familien der Malesherbiaceae und Turneraceae in die Familie der Passifloraceae s. l. Auch in Veröffentlichungen im Jahr 2009 und danach blieben in konservativen Werken, diese drei Familien getrennt.[3] Der Umfang Familie Passifloraceae s. l. mit den Arten der ehemaligen Familien Malesherbiaceae sowie Turneraceae und die Stellung innerhalb der Ordnung der Malpighiales wurde 2016 durch die Angiosperm Phylogeny Group in APG IV bestätigt.[4][1] Synonyme für Passifloraceae Juss. ex Roussel nom. cons. sind seit 2009: Malesherbiaceae D.Don, Modeccaceae Horan., Paropsiaceae Dumort., Piriquetaceae Martynov, Smeathmanniaceae Perleb, Turneraceae Kunth ex DC.[1]

Die Familie Passifloraceae s. l. ist seit 2009 in drei Unterfamilien[3] mit insgesamt etwa 27 Gattungen gegliedert:[5]

  • Unterfamilie Malesherbioideae Burnett (Syn.: Malesherbiaceae D.Don): Sie enthält nur eine Gattung (siehe Hauptartikel):[1]
    • Malesherbia Ruiz & Pav. (Syn.: Gynopleura Cav.): Die 24 bis 27 Arten sind in Südamerika nur in den Anden verbreitet.
  • Unterfamilie Turneroideae Eaton (Syn.: Piriquetaceae Martynov, Turneraceae DC.): Sie enthält etwa zehn Gattungen mit über 200 Arten. Die meisten Arten kommen in der Neuen Welt vor, aber die größte Vielfalt an Gattungen gibt es in der Alten Welt (siehe Hauptartikel).[8][1]

Quellen

Weiterführende Literatur

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