Paulus Sladek
deutscher Theologe und Augustiner-Eremit
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Paulus Sladek (* 28. Januar 1908 in Trebnitz, Österreich-Ungarn, als Friedrich Sladek; † 2. November 2002 in Zwiesel) war ein deutscher Theologe und Augustiner-Eremit.
Leben
Friedrich war der Sohne des Pädagoge Anton Sladek (1883–1964). Er studierte am Gymnasium in Böhmisch-Leipa, wo Augustiner des örtlichen Klosters unterrichteten. Nach der Matura mit Auszeichnung trat er 1926 in Böhmisch-Leipa dem Augustinerorden bei. Hier nahm er den religiösen Namen Paulus an. Nach dem Noviziat im unterfränkischen Münnerstadt kam er in das Augustinerkloster St. Thomas in Prag und wurde 1931 zum Priester geweiht. Danach war er ein Jahr lang Kaplan in Böhmisch-Leipa; in dieser Zeit wurde er an der Prager deutschen Universität zum Doktor der Theologie promoviert. Im Kloster St. Thomas hatte er die Aufgabe eines Klerikalmagisters und Brüderpräfekten inne und war akademischer Prediger für die deutschsprachigen Prager Studenten. Selbst Staffelsteiner, war er seit 1934 geistlicher Beirat dieses katholischen Bildungs- und Wanderbundes. 1939 habilitierte er sich im Fach Dogmatik.
Nach der Besetzung des Sudentenlandes und der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren wurde Pater Paulus von der Gestapo überwacht. Er trat schließlich der Wehrmacht bei und wurde als Sanitäter an der Ostfront und im Südosten eingesetzt. Er geriet in Gefangenschaft, bis ihn die Amerikaner 1945 aus dem Gefangenenlager Tepl entließen und er nach Würzburg ins dortige Augustinerkloster ging. Bereits im November 1945 wechselte er nach München über, wo er bei einer kirchlichen Hilfsstelle für Heimatvertriebene tätig wurde. Anfang 1946 war er an der Gründung der Ackermann-Gemeinde beteiligt, der er bis 1979 als geistlicher Beirat diente. 1951 bis 1981 leitete er die Katholische Arbeitsstelle für Heimatvertriebene.
Für seinen Orden errichte er ein Kloster in Stuttgart-Sillenbuch und 1962 ein solches in Zwiesel, das er 1963 als Prior leitete. Zwei Semester lang vertrat er den Lehrstuhl für Domatik an der Universität Würzburg.
1990 beteiligte er sich an der Restaurierung des Augustinerklosters in Malá Strana in der Nähe der Kirche St. Tomas und hielt bei dieser Gelegenheit eine tschechische Predigt. Er lebte im Kloster Zwiesel, wo er 2002 starb und begraben wurde.
Ehrungen
- Geistlicher Rat
- Bayerischer Verdienstorden
- Bonifatius-Plakette
- Severins-Medaille der Diözese Passau
- Hans-Schütz-Preis
- Ehrenmitgliedschaft der Katholischen Deutschen Studentenverbindung Nordgau (Prag) zu Stuttgart
Schriften (Auswahl)
- Der Augustinerprovinzial Kosmas Schmalfus, O.S.A. (1730–1811) Rektor der Prager Universitat. Prag 1931, OCLC 44539754.
- Gott und Welt nach dem Sentenzenkommentar des heiligen Thomas von Aquin. Würzburg 1941, OCLC 72131200.
- Vertriebene Jugend zwischen alter und neuer Heimat. München 1955, OCLC 802146394.
- Heimat und Heimaterlebnis im Lichte einer christlichen Tiefenpsychologie. München 1971, OCLC 632338519.
Literatur
- als Herausgeber Rudolf Ohlbaum: Paulus Sladek: Not ist Anruf Gottes. Aus Veröffentlichungen, Rundschreiben, Predigten und Briefen. Dokumente zur Geschichte der Vertriebenenseelsorge. Festgabe zum sechzigjährigen Priesterjubiläum. München 1991, ISBN 3-924020-01-9.
- Rudolf Hemmerle: Ein Achtziger: P. Dr. habil. Paulus Sladek OSA, Seelsorger und Wissenschaftler. In: Königsteiner Rufe, Juli 1988, Seite 117–118.
Weblinks
- ackermann-gemeinde.de
- kirche-in-not.de
- Kilian Kirchgäßner: Paulus Sladek Der Versöhner und sein Sühnegebet, Augustinermönch Paulus Sladek war Seelsorger der Heimatvertriebenen und Pionier der Völkerverständigung. Am 13. Januar 1946 veröffentlichte er sein Sühne- und Gelöbnisgebet. Gerichtet war es an die Sudetendeutschen, die ihre Heimat verloren hatten, Deutschlandfunk, Kanderblatt vom 13. Januar 2026
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sladek, Paulus |
| ALTERNATIVNAMEN | Sladek, Fritz; Sladek, Paulus Friedrich; Sladek, Friedrich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Theologe und Augustiner-Eremit |
| GEBURTSDATUM | 28. Januar 1908 |
| GEBURTSORT | Třebenice |
| STERBEDATUM | 2. November 2002 |
| STERBEORT | Zwiesel |