Peter Faber

Mitbegründer des Jesuitenordens From Wikipedia, the free encyclopedia

Petrus Faber SJ (französisch Pierre Favre, auch Lefèvre, eingedeutscht Peter Faber; * 13. April 1506 in Villaret, Herzogtum Savoyen; † 1. August 1546 in Rom) war einer der Gefährten des Ignatius von Loyola und Mitbegründer des Jesuitenordens. In der römisch-katholischen Kirche wird er als Heiliger verehrt.

Andachtsbildchen des hl. Petrus Faber (Vita Petri Fabri des Niccolò Orlandini, 1617)

Leben

Piero wuchs in einer Bauernfamilie im entlegenen Weiler Lo Vilarét (heute Le Villaret) auf, der zum gleichnamigen Pfarrdorf (heute Saint-Jean-de-Sixt) gehörte. Die Menschen in dieser Gegend sprachen frankoprovenzalisch (das Gebiet wurde noch zu Fabers Lebzeiten von 1536 bis 1559 von Frankreich besetzt, aber erst 1860 französisch). Seine Eltern betrauten den Siebenjährigen bereits mit dem Hüten ihrer Schafherde auf den Almen des Grand-Bornand im Bornes-Massiv in den Savoyer Alpen (frz. Massif des Bornes). Schulen gab es in den Gebirgsdörfern nicht, doch lernte Pierre den Katechismus, vermutlich von seiner Mutter.[1] Sein Onkel Mamert, der Prior der nahegelegenen Kartause Repausatorium war, erkannte die Begabung seines Neffen und bewirkte, dass dieser bei einem Priester in Tono Unterricht erhielt. Er lernte schnell Lesen und Schreiben sowie die Grundlagen des Lateinischen und Französischen, sodass er mit 12 Jahren die Lateinschule in La Roche besuchen konnte, das etwa 30 Kilometer von seinem Geburtsort entfernt lag.[2]

Schon früh fühlte Piero sich zum Priestertum berufen. 1525 konnte er trotz widriger finanzieller Umstände am Collège Sainte-Barbe in Paris das Studium beginnen.[3] Sein Zimmer teilte er mit Ignatius von Loyola und mit Franz Xaver.[4] Hier französisierte er seinen Namen zu Pierre Favre.

1534 wurde Petrus Faber zum Priester geweiht. Im selben Jahr legte er zusammen mit der jungen Gemeinschaft um Ignatius von Loyola (Franz Xaver, Diego Laínez, Alfonso Rodrigues und Nicolás Bobadilla) in Paris das Gelübde ab, das 1540 zur Gründung des Jesuitenordens führte. 1537 übersiedelte die Gruppe nach Venedig. In den folgenden Jahren betätigte sich Faber mit Gefährten in Parma und Ravenna.

1541 hielt er sich im Auftrag des Papstes in Worms auf, um am Wormser Religionsgespräch von 1541 teilzunehmen, was ihm aber verwehrt wurde.[5] Am Regensburger Religionsgespräch im gleichen Jahr soll er teilgenommen haben. 1542 kehrte er nach einem kurzen Aufenthalt in Spanien wieder nach Deutschland zurück und wirkte in den Bistümern Speyer, Mainz und Köln vor allem als geistlicher Exerzitienmeister. Bei dieser Tätigkeit lernte er in Mainz den jungen Petrus Canisius kennen, der durch die Exerzitien Fabers in seiner zukünftigen Lebensplanung stark beeinflusst und für den Jesuitenorden gewonnen wurde. Er wurde zu einer wichtigen Persönlichkeit der Gegenreformation und später sogar zum Kirchenlehrer erhoben. In Deutschland beobachtete Petrus Faber, dass das unmoralische Verhalten in Teilen des Klerus und das fehlende Glaubenswissen im Volk die Hauptgründe für die Erfolge des Protestantismus seien, was weitreichende Folgen für die apostolische Ausrichtung des ganz jungen Jesuitenordens hatte. Faber pflegte an den verschiedenen Orten seines Wirkens intensive geistliche Kontakte zu Kartäusern, die seine Spiritualität mitprägten. Mit ihrer Hilfe errichtete er in Köln auch die erste Niederlassung des Jesuitenordens auf deutschem Boden. In Mainz verehrte er besonders das sogenannte Gnadenkreuz, das sich heute im dortigen Priesterseminar befindet. Er erwähnte es auch mehrfach in seinem 1542 begonnenen „Memoriale“, dem geistlichen Tagebuch.[6]

Peter Faber – Portraitbüste in der Kirchenruine St. Christoph in Mainz

1543 kam Peter Faber nach Löwen und Antwerpen in Flandern. 1544 wurde er nach Portugal und Spanien gesandt und von dort nach Italien gerufen, um als päpstlicher Theologe am Konzil von Trient teilzunehmen. Am 17. Juli 1546 traf er in Rom ein, infolge seiner unablässigen, weiten Reisen zu Fuß völlig entkräftet.[7] Dort verstarb er, der Überlieferung zufolge in den Armen des Ignatius.

Seligsprechung und Heiligsprechung

Am 5. September 1872 wurde Petrus Faber seliggesprochen, sein Gedenktag ist der 1. August. Am 17. Dezember 2013 sprach ihn Papst Franziskus unter Verzicht auf formale Erfordernisse und Zeremonien per Dekret heilig.[8]

Patronate

In Berlin-Kladow besteht die Seniorenresidenz Peter-Faber-Haus als Jesuiten-Kommunität.

Die Kölner Jesuitenkommunität hat das „Peter-Faber-Haus“ neben den Gemeinderäumen von St. Peter, der ältesten Pfarrkirche Kölns, im Herbst 2015 neu bezogen.

Peter Faber ist Patron der Kölner Jesuiten.[9]

In Daressalam gibt es eine Pfarrkirche mit dem Patronat St. Peter Faber.[10][11]

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

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