Phokion

athenischer Feldherr From Wikipedia, the free encyclopedia

Phokion (altgriechisch Φωκίων Phōkíōn, lateinisch Phōciōn; * um 402/401 v. Chr.; † 318 v. Chr. in Athen) war ein athenischer Politiker und Feldherr.

Leben

Über die Herkunft des Phokion ist wenig bekannt. Er wurde als Sohn des Phokos (Φώκος) geboren, der möglicherweise Mörserkeulenhersteller war, und somit gehörte die Familie wahrscheinlich zur Oberschicht. Der junge Phokion genoss jedenfalls eine ordentliche Ausbildung und war Schüler Platons. Nachdem er ausgelernt hatte, schloss er sich Chabrias (Χαβρίας) von Aixone an und profitierte von dessen politischem und militärischem Wissen.

Phokion zeichnete sich erstmals 376 v. Chr. in der Seeschlacht bei Naxos aus, die die erste und einzige gemeinsame Unternehmung von Chabrias und ihm war. Daraufhin bekam er seine ersten Aufträge von Chabrias, und als eigenständigen Feldherrn findet man ihn dann in Asien und Zypern, einmal im Einsatz für, ein andermal gegen den persischen Großkönig.

Bedroht durch eine antiathenische und promakedonische (somit auch prophilippinische) „Kampagne“ durch den Tyrannen Kleitarchos und Philipp II., sandte Plutarch, der Tyrann der Stadt Eretria auf Euböa, 349 oder 348 v. Chr. ein Hilfegesuch an Athen, dem die Volksversammlung stattgab. Trotz widriger Umstände gelang Phokion ein Sieg, jedoch war die Situation anders als erwartet, da Plutarch ihm zuvor wohl in den Rücken gefallen war. Seine große Leistung, anschließend das Misstrauen gegenüber Plutarch vor den Bürgern Athens durchzusetzen, spricht zwar für seine rednerischen und politischen, nicht aber für seine militärischen Erfolge. Phokion wurde insgesamt 45 Mal zum Strategen gewählt und war somit mit einigen Unterbrechungen von 371/70 bis 319/18 im Amt. Phokions militärische Aktionen in Bezug auf seine Amtsjahre als Stratege stehen in einer atypischen Relation für diese Zeit.

Eine Gruppe von Oligarchen versuchte, die Herrschaft über Megara zu gewinnen, und knüpften deshalb Kontakte zu Philipp II. Daraufhin sandte Phokion ein Heer aus und kam der proathenisch-demokratischen Parteiung in der Stadt zu Hilfe. Das Heer Philipps II. belagerte dann um 340 v. Chr. Perinth und Byzantion, seine einstigen Verbündeten, woraufhin Demosthenes eine athenische Kriegserklärung erwirkte. Phokion als Stratege gelang es, in Byzantion Einlass zu finden, dessen Verteidigung von seinem Freund Leon geleitet wurde, und er bewies wieder einmal seine diplomatischen und politischen Fähigkeiten. Die Streitigkeiten mit Makedonien gipfelten in der Schlacht von Chaironeia, in der die Athener und ihre Verbündeten 338 v. Chr. besiegt wurden.

Nachdem die verbündeten Griechen, die sich im Lamischen Krieg nochmals gegen die Makedonen erhoben hatten, 322 v. Chr. bei Krannon geschlagen worden waren und Antipater gegen Athen rückte, war Phokion einer der Friedensunterhändler und stand nach der völligen Niederwerfung der antimakedonisch-demokratischen Partei mit an der Spitze Athens.

Kurz danach überwarfen sich die beiden makedonischen Machthaber Polyperchon und Kassander. Jener gab vor, die griechische Demokratie zu unterstützen, und weil Phokion die Besetzung des Peiraieus durch die Truppen Kassanders zugelassen hatte, wurde er im Mai 318 v. Chr. in Athen zum Tode durch Gift verurteilt.

Bewertung

Die Politik des Phokion würde heutzutage wohl zur Realpolitik zählen. Phokion hielt sich stets an die gegebenen Bedingungen und Möglichkeiten. Durch Rücksicht und diplomatisches Geschick gelang es ihm, in den Bundesgenossen Athens „Partner“ zu sehen, und er baute sich bei seinen Mitbürgern ein großes Vertrauen auf, was seine häufigen Wiederwahlen belegen – wahrscheinlich gehörte er zur Gruppe der Konservativen. Zuletzt wurde ihm die Stasis zum Verhängnis, die in Athen zwischen den Anhängern rivalisierender Diadochen ausgebrochen war.

Quellen

Literatur

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