Pohlia annotina
Art der Gattung Pohlia
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Pohlia annotina (deutsch Vorjähriges Pohlmoos oder Einjähriges Pohlmoos, auch Anspruchsloses Bohnenmoos) ist eine Laubmoos-Art aus der Familie Mniaceae.
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Pohlia annotina | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Pohlia annotina | ||||||||||||
| (Hedw.) Lindb. |
Merkmale
Pohlia annotina bildet lockere, meist kleine, 1 bis 2 Zentimeter hohe, trocken nicht glänzende, gelbgrüne bis grasgrüne Rasen. Die Stämmchen sind gleichmäßig locker aufrecht abstehend bis spreizend beblättert. Die Blätter laufen am Stämmchen herab, sind lanzettlich und kurz zugespitzt, flachrandig und oben gezähnt. Die kräftige Blattrippe endet kurz vor der Blattspitze. Die Laminazellen sind in der Blattmitte verlängert rhombisch bis langgestreckt und 6 bis 11 Mikrometer breit, am Blattgrund kürzer und breiter, an den Blatträndern etwas verschmälert.
Fast immer sind in den Blattachseln der oberen Blätter Büschel oder mindestens zu mehreren stehende Bulbillen (Brutkörper) vorhanden. Diese sind etwa 100 bis 300, selten bis 500 Mikrometer lang, in Größe und Form sehr variabel, oft schmal wurmförmig oder länglich bis seltener breit oval. Sie sind jung grün bis orange, im Alter gewöhnlich rot. Im oberen Viertel oder Drittel jeder Bulbille befinden sich einige meist wenigzellige Blattansätze.
Die Art fruchtet selten. Die Sporenkapsel auf der bis 3 Zentimeter langen Seta ist birnenförmig und waagrecht oder geneigt. Fertile Pflanzen bilden gewöhnlich keine Bulbillen. Die Geschlechterverteilung ist diözisch.
Standortansprüche
Das Moos wächst in lichten bis halbschattigen Lagen auf frischen bis feuchten, sandig-lehmigen, basenarmen bis basenreichen, kalkfreien, oft nährstoffreichen Stellen meist auf silikatischem Untergrund. Häufige Wuchsorte sind Mittelstreifen oder Ränder von Straßen und Wegen im Kulturland oder in Wäldern, weiters an offenerdigen Stellen in Wiesen und Weiden. Der Lebensraum reicht von kollinen bis zu subalpinen Höhenlagen.
Verbreitung
Die Art ist in Deutschland im norddeutschen Flachland und in den Mittelgebirgen zerstreut bis verbreitet, in den Kalk- und Trockengebieten und im Süden selten oder fehlend. In Österreich und der Schweiz ist sie in den Silikatgebirgen zerstreut bis gebietsweise verbreitet.
Weltweit gibt es Vorkommen in Eurasien und Nordamerika.
Literatur
- Jan-Peter Frahm, Wolfgang Frey: Moosflora (= UTB. 1250). 4., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8252-1250-5.
- Martin Nebel, Georg Philippi (Hrsg.): Die Moose Baden-Württembergs. Band 2: Spezieller Teil, (Bryophytina II, Schistostegales bis Hypnobryales). Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3530-2.