Polski Słownik Biograficzny

biografisches Nachschlagewerk From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Polski Słownik Biograficzny (PSB) (Polnisches Biographisches Wörterbuch) ist die umfangreichste Nationalbiographie Polens. Sie enthält mehr als 27.000 Artikel über mit Polen verbundene Persönlichkeiten in alphabetischer Reihenfolge. Der erfasste Zeitraum reicht vom 9. Jahrhundert bis zum Todesjahr 2000. Seit 1935 sind 55 Bände erschienen (Stand 2025).

Das Polnische Biografische Wörterbuch bis Band 51 (2017, Buchstabe T)

Herausgeber, Stand und Umfang

Der PSB wird von der Polnischen Akademie der Wissenschaften und der Polnischen Akademie der Gelehrsamkeit herausgegeben. 2025 wurde mit Lieferung 227 der 55. Band („Trzebiński Mikołaj“ bis „Tułodziecki Jan“) abgeschlossen. Das Erscheinen des letzten Bandes ist für 2030 angekündigt.[1] Dem Erscheinen der Hauptserie sollen Supplemente folgen, die bislang unberücksichtigte Personen und solche mit Todesdatum nach 2000 behandeln.

Bisher liegen ausschließlich gedruckte Ausgaben vor. Eine online zugängliche digitale Ausgabe ist geplant.[2] Die polnischsprachige Internet-Präsenz trägt die Bezeichnung iPSB. Sie ist selektiv und nicht aktuell, bietet aber zusätzliche Materialien.[3]

Geschichte

Die Initiative für den PSB ging von dem Historiker Władysław Konopczyński aus, der das Projekt 1921 vorstellte und 1931 erster Hauptredakteur des Wörterbuchs wurde.[4] Zunächst wurden die Editionsprinzipien festgelegt. Ab 1935 erschienen die ersten Bände. Während der deutschen Besatzung Polens blieb die Arbeit an Band 5 unterbrochen; Konopczyński wurde in das KZ Sachsenhausen eingeliefert. Er überlebte, nahm die Arbeit wieder auf, veröffentlichte Band 5 und 6, wurde aber 1949 von den Kommunisten zum Rücktritt gezwungen.

Band 7 blieb bis 1958 unvollendet, als nach dem Ende des Stalinismus Hauptredakteur Kazimierz Lepszy berufen wurde. Ihm folgten 1964 Emanuel Rostworowski und 1989 Henryk Markiewicz. Er bemühte sich, die Schäden, die dem Werk durch die kommunistische Zensur zugefügt wurden, mit Ergänzungen und Berichtigungen zu beheben. Nachträge zu Band 1 bis 40 erschienen 2001 als Lieferung für Band 40, vor allem über Personen des polnischen Untergrundes während der Okkupation und über die Emigranten jener Zeit. Seit 2003 ist Andrzej Romanowski Hauptredakteur.

Am PSB waren bis Mitte der 2020er Jahre etwa 4.000 Fachleute aus vielen Disziplinen beteiligt, die mehr als 27.000 Biografien verfassten.[5]

Internetowy Polski Słownik Biograficzny

Seit dem 16. Dezember 2014 ist die Online-Ausgabe des Polnischen Biographischen Wörterbuchs (iPSB) öffentlich zugänglich. Sie enthält 8.000 ausgewählte Einträge (Stand 2024).[6] Neben den Biogrammen aus dem PSB sind auf dem Portal auch multimediale Materialien verfügbar, die die Lebensumstände der jeweiligen Epoche sowie den historischen und kulturellen Kontext der beschriebenen Personen zeigen. Herausgeber des iPSB ist das Nationale Audiovisuelle Institut (NInA). Seit 2022 wird unter der Leitung von Mariusz Ryńca eine öffentliche Online-Datenbank mit 30.000 Ergänzungen zum PSB erarbeitet. Ihre Datensätze enthalten Lebensdaten, Pseudonym, Beruf und die wichtigsten Funktionen einer Person, jeweils mit Quellenangaben.[7]

Einzelnachweise

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