Hafen von Barcelona
Hafen- und Industriegebiet der Stadt Barcelona, Spanien
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der Hafen von Barcelona, (kat. Port de Barcelona) ist das Hafen- und Industriegebiet der Stadt Barcelona, der Hauptstadt Kataloniens, Spanien. Er ist der drittgrößte spanische Hafen, der neuntgrößte Containerhafen Europas sowie der bedeutendste Kreuzfahrthafen des Mittelmeers.
| Hafen von Barcelona | |||
|---|---|---|---|
| Daten | |||
| UN/LOCODE | ES BCN | ||
| Betreiber | Port of Barcelona Authority | ||
| Eröffnung | Antike | ||
| Hafentyp | Schutzhafen | ||
| Umschlagsmenge | 42 Mio. t[1] | ||
| Webseite | www.portdebarcelona.cat/en | ||
| Geografische Informationen | |||
| Ort | Barcelona | ||
| Autonome Gemeinschaft | Katalonien | ||
| Staat | Spanien | ||
| Koordinaten | 41° 21′ 9″ N, 2° 9′ 30″ O | ||
| |||
Geographie

(Norden = Bild rechts)
Das Hafengebiet Barcelonas liegt etwa drei Kilometer südlich des historischen Stadtkernes und ist ein reines Hafen- und Industriegebiet am Mittelmeer. Südlich wird es vom Mündungsgebiet des Riu Llobregat begrenzt. Das knapp 20 km² große Hafengelände ist in drei wesentliche Bereiche gegliedert. Ganz im Norden liegt die Marina Port Vell für Privatyachten, an die sich südlich der Port Franc anschließt, der hauptsächlich von der gewerblichen Personenschifffahrt, Fähr-, Rundfahrt- und Kreuzfahrtschiffen genutzt wird. An der Hafeneinfahrt dominieren das imposante Gebäude der Hafenverwaltung und der markante in Stahlfachwerk errichtete Aussichtsturm die Moll Barcelona. Dort befindet sich im Ostbecken auch ein Werftbereich. Räumlich deutlich abgetrennt folgen ganz im Süden die Piers und Docks für den Güterumschlag mit ihren Außenländen und eigenen Hafenbecken. An diese grenzt westlich das knapp 23 km² große Industriegebiet des Hafens an.
Die beiden kleineren, weiter nördlich gelegenen Häfen Barcelonas, der Port Olímpic und jener an der Mündung des Besòs dienen ausschließlich der Freizeitschifffahrt und touristischen Zwecken. Für die gewerbliche Grossschifffahrt sind sie bedeutungslos.
Geschichte


Bereits in der Jungsteinzeit und der Kupfersteinzeit wurde in der Gegend die küstennahe Seeschifffahrt betrieben. Wie die Auswertungen archäologischer Funde belegen, wurden in beachtlichem Umfang Meeresfrüchte und Seefische verzehrt, also zumindest in Küstennähe die Fischerei betrieben. Der Meeresspiegel lag zu dieser Zeit etwa fünf bis sieben Meter niedriger gegenüber dem heute und die Küstenlinie befand sich zwei bis drei Kilometer weiter östlich.
Münzfunde lassen auf eine kleine griechische Kolonie und ein weitreichendes Handelstreiben schließen. Um 200 v. Chr. dominierten die ebenfalls seefahrenden Karthager die Gegend, die wohl die Mündungsgebiete des Riu Llobregat und Besòs als Anlandungsstellen nutzten.
Frühe befestigte Anlagen entstanden unter den Römern im ersten vorchristlichen Jahrhundert (~70 v. Chr.). Unter Kaiser Augustus taucht erstmals der Name Barcino auf. Überliefert ist der Export von bspw. Garum, katalanischem Gestein und auch Wein bis nach Rom. Um 420 gelangt das Gebiet unter westgotischen Einfluss, der römische Epoche endet zwischen 460 und 470 n. Chr.
Als gesicherter Hafen wird die Llobregatmündung beim Berg Montjuïc im Jahre 1378 wieder schriftlich erwähnt. Dieser Hafen war durch das Geschiebe des Flusses jedoch bald versandet und ab 1438 wurde ein neuer Hafen weiter nördlich angelegt.
Federzeichnungen des 15. und 16. Jahrhunderts zeigen den kontinuierlichen weiteren Ausbau der Hafenanlagen auf.
Im 18. Jahrhundert entwickelte sich der Hafen Barcelonas zu einer Drehscheibe des weltweiten Baumwollhandels.[2]
Seit 1931 führt die Hafenseilbahn Barcelona, die eigentlich schon zur Weltausstellung 1929 hätte in Betrieb gehen sollen, vom Hafen zum 173 m hohen Montjuïc.
Gewerbe und Infrastruktur
Heute verfügt der Hafen Barcelonas über mehr als 20 km Kaianlagen und Liegeplätze. Es gibt 35 spezialisierte Terminals, drei für Fähren, sieben für internationale Kreuzfahrten, vier Containerterminals, zwei für Autofähren, jeweils eines speziell für Südfrüchte, für Kakao und für Kaffeeumschlag sowie eines für NE-Metalle. Weiterhin bestehen besondere Umschlagsplätze für Kühlgüter und neun Terminals die auf Flüssigkeiten und Schüttgüter ausgelegt sind. Auch Flüssiggas kann umgeschlagen werden.
Die Transportmengen werden derzeit von 45 Portal- und Halbportalkränen sowie an den jeweiligen Bedarf angepassten Pumpen und Förderbändern gelöscht oder gebunkert. Neun hafeneigene Schleppschiffe erleichtern den Frachtschiffen das An- und Ablegen und leisten Lotsendienste. Es können Schiffe mit einem Tiefgang bis zu 16 m abgefertigt werden. Im nördlichen, alten Hafenbereich sind nur Abladetiefen bis zu elf Metern möglich.
Hafen

Umschlag
Im Jahr 2013 wurden im Hafen von Barcelona insgesamt 42 Mio. t Güter umgeschlagen, davon 1,7 Mio. TEU in Containern, sowie etwa 700.000 Kraftfahrzeuge. 7727 Schiffe wurden abgefertigt und die Passagierzahlen lagen bei über 3,5 Millionen Reisenden.[3][4]
Der Containerumschlag wurde seit 2013 stetig gesteigert. In Folge der COVID-19-Pandemie stagnierte der Umschlag bei 3,53 Mio. TEU (2021) beziehungsweise 3,52 Mio. TEU (2022). Nach einem Rückgang auf 3,28 Mio. TEU im Jahr 2023 konnte der Hafen 2024 mit 3,89 Mio. TEU wieder einen Anstieg verzeichnen.[5]

Kreuzfahrttourismus
Mit 3,14 Millionen Passagieren wurde im Jahr 2019 ein Rekord an Kreuzfahrtpassagieren in Barcelona verzeichnet. Bedingt durch die COVID-19-Pandemie kamen Kreuzfahrten in den Jahren 2020 (199.000 Passagiere) und 2021 (521.000 Passagiere) zeitweise zum Erliegen. 2022 zogen die Zahlen wieder deutlich auf 2,3 Millionen Passagiere an. Bereits 2023 wurde mit 3,6 Millionen Passagieren ein neuer Rekordwert erreicht, der 2024 mit 3,7 Millionen Passagieren nochmals überboten wurde.[6] Ob damit die Obergrenze der Kapazität erreicht wurde, werden die nächsten Jahre zeigen.
Verkehr
Die autobahnähnlich ausgebaute B 10 erschließt das gesamte Hafengelände in Nord-Süd-Richtung und verbindet zu der mautpflichtigen Autobahn C-16 hin. Die große Klappbrücke Porta d’Europa stellt die Verbindung zu den vorgelagerten Kaianlagen der Moll Adossat her. Die Hafenbahn führt Rollmaterial der RENFE im Südteil der Hafenanlagen teilweise bis auf die Piers.
Der Öffentliche Personennahverkehr vertaktet das Hafengebiet zum Stadtkern hin und dort halbstündlich zu dem etwa zehn Kilometer südwestlich gelegenen Flughafen Barcelona-El Prat.
Tourismus
Der Hafen beherbergt auch das moderne Freizeit- und Einkaufszentrum Maremagnum, zu dem neben Diskotheken, Boutiquen und Kinos auch das größte dem Mittelmeer gewidmete Aquarium gehört. Das Aquarium Barcelona ist ein Meerwasseraquarium, das mehr als 11.000 Tiere beherbergt, die rund 450 verschiedenen Tierarten angehören. Hauptbestandteil ist ein 80 m langer, verglaster Unterwasser-Tunnel mit einem Laufband, der unter dem sog. Ozeanarium hindurchführt. Dieses enthält u. a. Blauhaie, Rochen und Mondfische.

