Wikiwand AI

Première Ligue 2025/26

52. Ausspielung der französischen Frauenfußballmeisterschaft From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Saison 2025/26 der Première Ligue ist die 52. Ausspielung der französischen Frauenfußballmeisterschaft seit der offiziellen Anerkennung des Frauenfußballs im Jahr 1970 durch die FFF, den Fußballverband Frankreichs, und der ersten Austragung in der Saison 1974/75. Die ab vergangener Saison Première Ligue genannte, dem neu geschaffenen Ligaverband Ligue Féminine de Football Professionnel unterstehende Spielklasse wird im reinen Ligamodus in einer aus einer einzigen Gruppe bestehenden, zwölf Teams umfassenden, landesweiten höchsten Liga ausgetragen; in diesem Modus ist es die 34. Meisterschaft. Die Frauen des zu OL Lyonnes umbenannten Olympique Lyon konnten ihren im Vorjahr gewonnenen Titel verteidigen.
Namenssponsor der Liga ist seit 2019 das Chemieunternehmen Arkema.

Der erste Spieltag fand am Wochenende 5. bis 7. September 2025 statt, der 22. und letzte Spieltag am 6. Mai 2026. Daran schließen sich im Mai die Playoffs zwischen den vier bestplatzierten Teams an, in denen die endgültige Konstellation an der Tabellenspitze festgelegt wird. Die Hinrunde endet am 20. Dezember, an die sich eine dreieinhalbwöchige Winterpause anschließt.[1] Die Erstdivisionäre müssen zudem am Landes- und am erstmalig ausgetragenen Ligapokal teilnehmen.

Hauptspieltag blieb der Sonnabend. Von den jeweils sechs Begegnungen der regulären Saison überträgt der Bezahlfernsehsender Canal+, der zudem die TV-Rechte an den Playoffs besitzt, zwei live, die restlichen vier sind kostenlos als Live-Streaming auf der Verbandsseite ffftv.fff.fr zu sehen.

Qualifikation und Austragungsmodus

Première Ligue 2025/26 (Frankreich)
Première Ligue 2025/26 (Frankreich)
AS Saint-Étienne
Montpellier HSC
FC Nantes
OL Lyonnes
RC
Strasbourg
RC Lens
Le Havre AC
Les Mar-
seillaises
Dijon FCO
Paris SG
Paris FC
FC Fleury
2025/26: Vereine der Première Ligue

Für die Teilnahmeberechtigung wird ausschließlich das Abschneiden der Frauschaften in der Vorsaison berücksichtigt; qualifiziert sind die zehn dabei bestplatzierten Teams sowie zwei Aufsteiger aus der zweiten Liga (Seconde Ligue).

Somit starteten folgende zwölf Teilnehmer in diese neue Saison:

Die Meisterschaft wird zunächst in einer doppelten Punkterunde, der sogenannten Saison régulière, ausgespielt, in der jeder Teilnehmer in Heim- und Auswärtsspiel gegen jeden anderen antritt. Es gilt die übliche Drei-Punkte-Regel mit drei Punkten für einen Sieg, einem für ein Unentschieden und keinem für eine Niederlage; bei Punktgleichheit gibt zunächst der direkte Vergleich und bei Erforderlichkeit anschließend die bessere Gesamt-Tordifferenz, falls auch dann noch Gleichheit besteht, gegebenenfalls die höhere Zahl erzielter Treffer den Ausschlag. Am Ende der Saison müssen die zwei Tabellenletzten absteigen, die für die kommende Spielzeit durch zwei Aufsteiger – die beiden Erstplatzierten der zweiten Liga – ersetzt werden.
Die Frauschaften auf den vier Spitzenplätzen hingegen haben am Saisonende noch Playoffs auszutragen, in denen in jeweils nur einem Aufeinandertreffen in zwei Halbfinals (Erster gegen Vierter beziehungsweise Zweiter gegen Dritter) und einem Endspiel der Meister ermittelt wird. Für die Qualifikation zum Europapokalwettbewerb der folgenden Spielzeit gilt eine Sonderregelung: Die Gewinner des Meisterrunde-Finales und das in der doppelten Punkterunde bestplatzierte Team treten direkt in die dortige Ligaphase ein, die tabellarisch nächstbeste Mannschaft muss hingegen schon in der dritten Champions-League-Qualifikationsrunde eingreifen. Eine solche Endrunde hatte der Verband zur Spielzeit 2023/24 erneut eingeführt.

Personalia

Bei den Trainern vertrauen drei Erstdivisionäre – Paris FC mit Sandrine Soubeyrand, Marseille mit Corinne Diacre und Lens mit Sarah M’Barek – einer Frau die Chefposition an. Joe Montemurro verließ Meister Lyon nach nur einer Saison; ihn ersetzt Jonatan Giráldez.

Ergebnisse, Tabelle und Saisonverlauf

Punkterunde (Saison régulière)

Endstand: 6. Mai 2026

Weitere Informationen FCO Dij, FC Fle ...
FCO
Dij
FC
Fle
AC
LeH
RC
Len
OL
Lyo
Les
Mar
HSC
Mon
FC
Nan
FC
Par
SG
Par
AS
StÉ
RC
Str
FCO Dijon 1:1 2:1 1:1 0:3 1:1 2:1 1:1 1:2 0:4 2:0 0:4
FC Fleury 0:0 1:0 4:0 0:2 1:1 1:0 1:2 0:2 0:2 0:0 3:1
Le Havre AC 0:1 1:1 0:1 0:7 2:2 3:2 3:3 0:4 0:4 0:0 2:2
RC Lens 0:1 0:2 2:1 1:8 0:1 2:1 3:4 1:2 0:3[2] 1:0 0:1
OL Lyonnes 4:0 3:0 3:0 1:0 3:1 3:1 6:1 1:0 6:1 4:0 5:0
Les Marseillaises 0:1 0:2 1:2 2:0 2:6 1:2 0:2 0:3 1:5 0:1 0:0
Montpellier HSC 1:1 1:2 1:2 3:1 1:5 0:3 1:2 0:2 2:3 1:0 2:0
FC Nantes 1:2 2:0 2:1 2:2 1:1 3:0 2:2 3:1 1:2 2:1 0:1
Paris FC 2:0 2:1 3:0 6:2 0:0 6:1 2:1 1:2 0:3 2:0 3:0
Paris Saint-Germain FC 1:0 0:3 (a) 0:3 (a) 3:0 0:1 2:1 2:2 5:2 0:0 2:0 2:0
AS Saint-Étienne 0:1 1:1 1:1 2:1 0:2 0:4 4:2 0:1 0:3 1:4 0:2
RC Strasbourg 0:3 0:3 2:3 2:2 2:2 2:4 2:1 0:3 0:0 3:0 (a) 2:0[3]
Schließen
Weitere Informationen Pl., Frauschaft ...
Pl.FrauschaftSpGUVToreTor-
diff.
Pkte.
1. OL Lyonnes (TV) 22 19 3 0 76:11 60
2. Paris FC 22 15 3 4 46:16 48
3. Paris Saint-Germain 22 15 2 5 48:26 47
4. FC Nantes 22 12 5 5 42:34 41
5. FC Fleury 22 9 6 7 27:21 +6 33
6. Dijon FCO 22 9 6 7 21:28 −7 33
7. Racing Strasbourg 22 7 5 10 26:38 26
8. Le Havre AC 22 5 6 11 25:45 21
9. Les Marseillaises (A) 22 5 4 13 26:44 19
10. Montpellier HSC 22 4 3 15 28:45 −17 15
11. Racing Lens (A) 22 4 3 15 20:50 −30 15
12. AS Saint-Étienne 22 3 4 15 11:38 13
Schließen

Die jeweilige Farbmarkierung bedeutet, dass der diesen Rang nach Abschluss der doppelten Punkterunde einnehmende Verein …

  • … zur Teilnahme an der Meisterschaftsendrunde berechtigt ist.
  • … in die zweite Liga absteigt.
  • TV: Titelverteidiger / A: Aufsteiger

    * 
    Platzierung aufgrund des direkten Vergleiches
    (a) 
    Aufgrund formaler Fehler bei der Spielgenehmigungsbeantragung für die Kanadierin Florianne Jourde hat die zuständige Verbandskommission drei Partien des 5. bis 7. Spieltags als für PSG jeweils mit 0:3 verloren und stattdessen für seine Gegnerinnen als gewonnen gewertet. Die ursprüngliche Ergebnisse lauteten 4:0 gegen Fleury, 2:0 gegen Le Havre und 1:0 in Strasbourg; die Torschützinnen und Vorlagengeberinnen dieser sieben Pariser Treffer behalten allerdings ihre Scorerpunkte.[4]

    Am Ende der Hinrunde bot sich im Kampf um die drei Europapokalplätze ein teilweise ungewohntes Bild, nachdem PSG unmittelbar vor Weihnachten am Grünen Tisch mit einem Neun-Punkte-Abzug bestraft worden war. (a) Lyon mit elf Siegen in elf Spielen, der treffsichersten Offensive und der bei lediglich fünf Gegentoren nahezu unüberwindlichen Abwehr wies bereits zehn Punkte Vorsprung auf Verfolger PFC auf. Überraschende Tabellendritte mit 21 Zählern waren die Frauen aus Nantes in ihrer erst zweiten Erstligasaison. Fleury (20 Punkte), PSG (17), Strasbourg (16) und Dijon (15) bildeten das Mittelfeld. Aufsteiger Marseille und Le Havre (je 11) befanden sich bereits im abstiegsgefährdeten Bereich der Tabelle; an deren Ende kämpfen insbesondere der zweite Première-Ligue-Neuling aus Lens, Saint-Étienne und mit Montpellier eine Frauschaft um den Klassenerhalt, die im Vorjahr noch auf Rang sechs abschloss und in der „Ewigen Ligatabelle“ hinter Juvisy FCF und Olympique Lyon vor Saisonbeginn den dritten Platz belegte.

    In der Rückrunde kämpfte sich PSG dank zehn Siegen in elf Partien nach oben zurück, was aber nur noch zu Rang drei reichte, weil der Stadtrivale ebenfalls nicht schwächelte. Lyon leistete sich den „ungewohnten Luxus“ von gleich drei Unentschieden beim PFC, in Strasbourg und Nantes. Dennoch war der Serienmeister von der Rhône nach dem 17. Spieltag rein rechnerisch von keinem der Verfolger mehr einzuholen. Nantes blieb auch in der zweiten Saisonhälfte überraschend stabil und hielt Fleury und Dijon auf Distanz. Dagegen blieb der Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag dramatisch; darin rettete sich Montpellier nach einer katastrophalen Saison nur dank des direkten Vergleichs und mit der besseren Tordifferenz gegenüber den nordfranzösischen Aufsteigern aus Lens, die Saint-Étienne damit in die zweite Liga begleiten mussten.

    Am 28. März 2026 kam es zu einer Premiere: Alle sechs Partien des 19. Spieltags fanden im „Hauptstadion“ (stade emblématique) des gastgebenden Vereins statt, in diesem Fall in Dijon, Marseille, Nantes, Paris, Saint-Étienne und Strasbourg. Mit dieser Aktion, betitelt Au Stade pour Elles („Für sie ins Stadion“), sollte ein Zeichen der Sensibilisierung für den Kampf gegen jegliche Formen sexistischer Gewalt gesetzt werden.[5] Die beiden „Abstiegsendspiele“ waren überdurchschnittlich gut besucht (Marseille gegen Montpellier vor 35.700, zugleich neuer Zuschauerrekord der Ligageschichte, Saint-Étienne gegen Lens vor 8.800 Interessierten), ebenso die Toppaarung Nantes gegen PSG (15.000). Den drei anderen Partien wohnten zusammengenommen weitere 9.800 Menschen bei.[6]

    Zur folgenden Saison steigen aus der Seconde Ligue der Toulouse FC und die US Saint-Malo auf. Während die USSM absoluter Liganeuling ist, kehrt mit den Tolosanerinnen ein ehemaliger Landesmeister (2001/02) nach 13 Jahren in die höchste Spielklasse zurück; dieser Aufstieg stand rechnerisch bereits nach dem 18. Spieltag fest. Damit ist dem „Téfécé“ binnen drei Jahren der Durchmarsch aus der dritten in die erste Liga gelungen.

    Meisterschafts-Playoffs

    Heimrecht besitzt in diesen Spielen jeweils das in der Punkterunde besser platzierte Team. Die Halbfinalpartien (Tabellenerster gegen Tabellenvierter beziehungsweise Tabellenzweiter gegen Tabellendritter) fanden am 16., das Endspiel am 29. Mai 2026 statt.

    Halbfinale

    OL Lyonnes – FC Nantes 8:0 (6.708 Zuschauer, Tore: Dumornay [2], Becho, Renard, Heaps, Hegerberg [3])
    Paris FC – Paris Saint-Germain FC 1:0 (5.542 Zuschauer, Tor: Sangaré)

    Finale

    OL Lyonnes – Paris FC 5:0 (27.330 Zuschauer, Tore: Chawinga [2], Dumornay [3])

    Schiedsrichterin des Endspiels war die 25-jährige Elisa Daupeux, die drei Wochen zuvor auch schon das Frauen-Pokalfinale zwischen Lyon und PSG geleitet hatte.

    Die Entscheidung über die Meisterschaft verlief gemessen daran, dass die Hauptstädterinnen in drei der vier letzten Punktspiele gegen den Serienmeister nicht verloren hatten, überraschend einseitig.[7] Somit änderten die Playoffs, wie bereits in den beiden Vorjahren, nichts an der Tabellenkonstellation, wie sie sich nach Abschluss der Punkterunde dargestellt hatte.

    Die Spielerinnen des Meisters

    Trainer Jonatan Giráldez setzte folgende 34 Fußballerinnen aus seinem Saisonkader ein (in Klammern die Zahl der Punktspieleinsätze plus derjenigen in den Playoffs):[8]

    Lyons 76 Treffer in der Punkterunde erzielten: Chawinga 11, Becho 8, Albert Shrader 7, Katoto 6, Diani 5, Tarciane, Yohannes, Brand, Hegerberg, Joseph (je 4), Benyahia, Dumornay, Heaps (je 3), Renard 2, Junttila Nelhage, Lawrence, Svava, Syrstad Engen, Egurrola, Marmillot und Rafalski (je 1). Dazu kam ein gegnerisches Eigentor. Die 13 Treffer in den Playoffs schossen Dumornay (5), Hegerberg (3), Chawinga (2), Becho, Renard und Heaps (je 1).

    Erfolgreichste Torschützinnen

    Die meisten Treffer erzielten (Stand nach dem 22. Spieltag):[9]

    Weitere Informationen Pl., Name ...
    Pl. Name Team Tore
    1. NiederlandeNiederlande Romée Leuchter Paris SG 18
    2. Mathilde Bourdieu Marseille 11
    Lucie Calba Nantes 11
    Malawi Tabitha Chawinga Lyon 11
    Benin Aude Gbedjissi Lens 11
    Kongo Demokratische Republik Merveille Kanjinga Paris SG 11
    7. Emelyne Laurent Fleury 10
    8. Maëlle Garbino Paris FC 9
    Justine Rouquet Montpellier 9
    10. Lorena Azzaro Paris FC 8
    Vicki Becho Lyon 8
    Clara Matéo Paris FC 8
    13. Léa Khelifi Nantes 7
    Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Korbin Shrader Lyon 7
    Belgien Mariam Toloba Nantes 7
    16. Sakina Karchaoui Paris SG 6
    Marie-Antoinette Katoto Lyon 6
    Elfenbeinküste Inès Konan Strasbourg 6
    Schließen
    Torvorlagen

    Die meisten Torvorlagen stammen nach 22 Spieltagen von Melchie Dumornay (Lyon) mit neun, gefolgt ihrer Klubkameradin Sofie Svava mit acht sowie Romée Leuchter und Merveille Kanjinga (beide PSG) mit jeweils sieben entscheidenden Pässen. Tabitha Chawinga (Lyon), Laurine Hannequin (Strasbourg), Melissa Herrera (Marseille), Louise Fleury (Nantes), Cindy Caputo (Fleury), Lily Yohannes (Lyon) und Anaële Le Moguédec (PFC) haben je sechs Assists vorzuweisen.

    Anders als in anderen Ländern erhalten die „Verursacherinnen“ von ruhenden Bällen (das sind beispielsweise gefoulte Spielerinnen oder solche, die ein gegnerisches Handspiel provoziert haben), aus denen direkt ein Treffer resultiert, in Frankreich keinen Assist gutgeschrieben.

    Auszeichnung als Spielerin des Monats

    Die von der Spielergewerkschaft UNFP, Ligasponsor Arkema und der FFF vergebene, jeweils durch eine Publikums- und Spielerinnenabstimmung zwischen drei Nominierten entschiedene Wahl gewannen:[10]

    Weitere Informationen Monat, Name ...
    Monat Name Team
    September 2025 Clara Matéo Paris FC
    Oktober 2025 Sonia Ouchène Montpellier
    November 2025 Jule Brand Lyon
    Dezember 2025 Lucie Calba Nantes
    Januar 2026 Mariam Toloba Nantes
    Februar 2026 Romée Leuchter Paris SG
    März 2026 Sakina Karchaoui Paris SG
    April 2026 Maeline Mendy Paris FC
    Schließen

    Siehe auch

    Anmerkungen und Nachweise

    Related Articles

    Timelines

    Top Qs

    Fact Checks