Privatfriedhof Müllensiefen
privater Friedhof in Witten
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Der Privatfriedhof der Familie Müllensiefen, auch Erbbegräbnis Müllensiefen, ist ein privater Friedhof in Witten-Crengeldanz im Ennepe-Ruhr-Kreis in Nordrhein-Westfalen. .

Beschreibung
Der Friedhof der Familie Müllensiefen ist kreisförmig und nach den Vorstellungen der Neuen Kirche angelegt. Innerhalb einer niedrigen Mauer, auf der sich ein Zaun befindet, der die Gesamthöhe der Umfriedung auf ca. 2,5 m erhöht, verläuft ein Rundweg, zu dessen beiden Seiten sich die Gräber von jeweils gleicher Größe befinden. In der Mitte befindet sich eine Konifere, und vor ihr, gegenüber dem Haupteingang, eine kleine Bank. Auf der dem Haupteingang, der aus einem zweiflügeligen Tor besteht, gegenüberliegenden Seite befindet sich ebenfalls ein wenn auch schmaleres Tor.

Die Grabsteine sind einheitlich, für die Zeit der Erbauung schlicht und ohne religiöse Symbole. Die Grabsteine an der äußeren Seite des Weges sind in die Begrenzungsmauer eingelassen oder an sie angestellt.

Die Grabeinfassungen wurden aus Schlacke gestaltet, die bei der Glasherstellung in der benachbarten Glashütte Müllensiefen abfiel. Da in neuerer Zeit durch verbesserte Verfahren bei der Glasproduktion keine Schlacke mehr anfällt, werden die neuen Gräber fast ausnahmslos in Sandstein gefasst. Alle Gräber sind mit Efeu bedeckt und gleich gestaltet.
Südöstlich des Friedhofs wurde ein Hügel aufgeschüttet, in dem die Familie im Laufe vieler Jahre alle Pferde, die in der Glasfabrik Müllensiefen gearbeitet hatten, bestatten ließ. Der Weg auf den „Pferdeberg“ sowie der obenliegende Platz sind nicht mehr zugänglich und haben daher inzwischen einen naturnahen Charakter. Der Pferdeberg wurde in der Vergangenheit vielfach mit dem für Herrnhuter Gottesäcker üblichen „Hutberg“ verwechselt.
Von der Schottstraße geht zwischen dem Werksgelände von Pilkington Glas und der Hausnummer 34 eine Lindenallee ab, im Volksmund auch „Leichenweg“ genannt. Sie wird durch ein Tor gesichert, hinter dem sich im Abstand von einigen Metern ein weiteres Tor befindet. Die Lindenallee endet mit einem dritten Tor am ehemaligen Park. Der Friedhof liegt in einem kleinen ehemaligen Park, der heute durch seinen Bestand an hohen Bäumen ein waldartiges Erscheinungsbild hat. Die Wege sind, bis auf den Hauptweg zum Friedhof, heute kaum noch zu erkennen. Der den Weg abschließende, dem Haupteingang des Friedhofs vorgelagerte kleine Platz bietet Raum für eine Trauergemeinschaft, kann jedoch von der Familie auch als PKW-Parkmöglichkeit genutzt werden.
Der Friedhof ist weiterhin in Benutzung, im Gegensatz zu früher werden jedoch mehrheitlich Urnenbestattungen vorgenommen. Die Anlage ist privat und nicht öffentlich zugänglich, die Familie macht nur sehr selten Ausnahmen. Gepflegt wird die Anlage derzeit von einem sehr engagierten Anwohner und regelmäßig von der Familie Müllensiefen selbst.
Aus einigen Quellen geht hervor, dass der Friedhof an einen Herrnhuter Gottesacker erinnern soll. Die einzige Gemeinsamkeit ist jedoch die Schlicht- und Gleichheit der Gräber. Auf dem Privatfriedhof Müllensiefen liegen Eheleute (und manchmal auch deren jung verstorbene Kinder) zusammen, die Körper sind nicht in jedem Fall nach Osten ausgerichtet, was allein schon durch die Kreisform der Anlage unmöglich ist. Auch stehen die Grabsteine, anstatt in Form von Leichenplatten zu liegen.
Geschichte

Das erste Begräbnis war das des Peter Eberhard Müllensiefen (1766–1847), Industrieller und Politiker aus einer wohlhabenden protestantischen bergischen Familie von Gutsbesitzern und Kaufleuten. Er war, wie bereits sein Vater, ein überzeugter Anhänger der zum Pietismus zu rechnenden „Neuen Kirche“, die von Emanuel von Swedenborg, einen schwedischen Wissenschaftler, Mystiker und Theosophen begründet worden war. Peter Eberhard Müllensiefen besaß zahlreiche Schriften von Swedenborg und verfasste auch Werke über ihn. Sein Sohn Theodor war Herausgeber von Swedenborgs Schriften; durch die Heirat einer Tochter gab es eine Verbindung zu Immanuel Tafel in Tübingen, dem bedeutendsten Vertreter dieser „Neuen Kirche“ im 19. Jahrhundert. Die Kirche existiert bis heute.
Das dem Beginn der zum Friedhof führenden Lindenallee gegenüberliegende Haus Schottstraße 32 wurde als letztes der Gartenstadt Crengeldanz fertiggestellt. Da es aus Gründen der bei Beerdigungen zu wahrenden Pietät keine zur Lindenallee ausgerichteten Fenster haben sollte, mussten die Baupläne für das Haus zweimal überarbeitet werden.
Seit 2007 ist der Friedhof in der städtischen Denkmalliste eingetragen.
Weblinks
- Schottstraße, Erbbegräbnisstätte Müllensiefen auf der Website der Stadt Witten
- Haus Crengeldanz und Erbbegräbnis der Familie Müllensiefen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe