ProMarkt (Wegert)
Handelskette der Foto-Radio-Wegert-Gesellschaft mit Sitz in Berlin
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ProMarkt Handels GmbH (Kurzform: ProMarkt) war eine Handelskette für Unterhaltungselektronik der Foto-Radio-Wegert-Gesellschaft mit Sitz in Berlin. Unter dem Namen ProMarkt betrieb die Wegert-Gruppe von 1988 bis 2003 in Nord-, Ost- und Süddeutschland Elektrofachmärkte. In Westdeutschland (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland) trat die Handelskette unter dem Namen MakroMarkt auf, weil der Name ProMarkt von der gleichnamigen Rewe-Tochter ProMarkt belegt war.
| ProMarkt Handels GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 2003 |
| Auflösung | 2009 |
| Sitz | Berlin |
| Mitarbeiterzahl | 270 |
| Branche | Unterhaltungselektronik |
| Stand: 2008 | |
Geschichte
Anfänge, Expansion sowie bundesweit einheitlicher Markenauftritt (1988–2003)
Im Jahr 1988 konnte im Einkaufscenter Der Clou, in der Nähe des Kurt-Schumacher-Platzes in Berlin-Reinickendorf der erste ProMarkt des Unternehmens eröffnet werden.[1] Dafür wurden die Namensrechte für ProMarkt für Berlin von der Phora Wessendorf übernommen. Nach dem Fall der Berliner Mauer begann man ab 1991 nach Ostdeutschland in die neuen Bundesländer zu expandieren. Als Einkaufsgemeinschaft wurde 1993 unter Beteiligung von drei der damaligen vier ProMarkt-Ketten (Wegert, Rewe und Phora Wessendorf) die ProMarkt Holding gegründet. Ab Anfang 1998 stieg das britische Einzelhandelsunternehmen Kingfisher plc mit 60 % bei ProMarkt aus Berlin ein. Gleichzeitig übernahm die Berliner Gesellschaft die Phora Wessendorf, Ende des Jahres auch das aus Bremen stammende Unternehmen ProMarkt GmbH & Co. KG. Die gegründete Einkaufsgemeinschaft wurde im gleichen Zug wieder aufgelöst.[2] Anfang 1999 betrieb man damit 64 Märkte (59 in Deutschland, zwei in Luxemburg und drei in Österreich).[3] Eine Übernahme der zur Rewe gehörenden ProMärkte scheiterte an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Um auch nach Westdeutschland expandieren zu können, griff man auf den Namen MakroMarkt zurück, der von der Bremer ProMarkt-Kette übernommen wurde.[4]
Im Jahr 2000 übernahm Kingfisher die restlichen Anteile an der Kette.[2] Die gesamte Transaktion wird auf 179 Millionen Euro beziffert.[5] Der Onlineshop unter promarkt.de wurde 2001 gestartet.[2] Im Geschäftsjahr 2001/2002 beschäftigte man mehr als 3500 Menschen und erwirtschaftete bei einem Umsatz von rund 1 Milliarde Euro einen Verlust von 45 Millionen Euro. Im Januar 2003 verkaufte Kingfisher seine Anteile wiederum an die vorigen Inhaber, die Wegert-Brüder. Zum damaligen Zeitpunkt bestanden bundesweit 92 ProMarkt-Filialen, die zum Unternehmen gehörten.[5] Um das Erscheinungsbild in Deutschland zu vereinheitlichen, entschloss man sich , nach der Aufteilung der Wegert-Gruppe, bundesweit nur noch als MakroMarkt aufzutreten.[6] Die Umflaggung wurde bis zum 5. Oktober 2003 abgeschlossen.[7]
Weiterführung als MakroMarkt sowie MediMax, Fortbestand als Promarkt.de und Insolvenz (2008–2009)
Im Januar 2006 schlossen sich die nach der Umstrukturierung noch existierenden 48 Makromärkte der Franchise-Marke MediMax von EP:ElectronicPartner an. 32 Märkte blieben im Besitz der Promarkt Handels GmbH, die restlichen werden von EP selbst und anderen Franchisepartnern betrieben. Nach der Insolvenz und Auflösung der Franchiseverträge der MediMax-Märkte firmierten ab September 2008 15 Märkte unter promarkt.de.[8] Fünf der 27 MediMax-Märkte wurden von ElectronicPartner übernommen.[9]
Die Namensrechte für den stationären Handel unter ProMarkt wurden Ende 2009, im Zuge der Insolvenz der promarkt.de, an die REWE-Tochter REWE Unterhaltungselektronik GmbH, Betreiberin der ProMärkte in Westdeutschland, veräußert.[10][11] Der Onlineshop promarkt.de wurde von der Promarkt Online GmbH in Berlin, einer 100%igen Tochter der Promarkt Handels GmbH, betrieben. Zwischen dem 1. März 2010 und 3. Juli 2014 gehörte die Domain www.promarkt.de der REWE Unterhaltungselektronik GmbH.[12] Seit dem 4. Juli 2014 gehört die Domain der ElectronicPartner GmbH. Anfänglich wurden Besucher auf www.medimax.de umgeleitet.
ProMarkt in Österreich
Das Handelsunternehmen ProMarkt GmbH & Co. KG mit Sitz in Bremen betrieb in Wien zwei und in Linz Märkte, sowohl als MarkoMarkt als auch ProMarkt. Ende 1998 übernahm die ProMarkt Handels GmbH das Unternehmen aus Bremen und führte die Märkte fort.[3] Nachdem man sich auf den deutschen Markt konzentrieren wollte, verkaufte das Unternehmen im September 2003 die drei Märkte in Österreich an den bisherigen österreichischen Geschäftsführer Branko Mihajlovic. Die Verkaufssumme soll dabei im zweistelligen Millionenbetrag gelegen haben.[13] Es folgte die Expansion nach Niederösterreich und in die Steiermark.[14] So konnte im Oktober 2004 ein MakroMarkt in Horn sowie im Folgemonat eine weitere Wiener Filiale eröffnet werden.[15] Für 2004 wurde ein Umsatz von 42 Millionen Euro gemeldet, man beschäftigte 160 Mitarbeiter. Anfang September 2005 wurde der Konkurs der Pro Markt Hifi-Video-Elektrogeräte HandelsgmbH mit nun sechs Filialen bekannt. Zum Zeitpunkt des Konkurses waren 139 Mitarbeiter beschäftigt.[14] Im November 2005 übernahm Libro-Mehrheitseigentümer MTH Handes-Holding Assets, Filialen und Mitarbeiter von ProMarkt/MakroMarkt.[16]
Trivia
Seit Juni 2023 flaggt ein ehemaliger Euronics-Markt von ElectronicPartner in Sangerhausen als ProMarkt Outlet.[17]
Weblinks
- MakroMarkt (Hrsg.): Unternehmensgeschichte. 21. November 2005 (makromarkt.de ( vom 20. Februar 2006 im Internet Archive) [PDF; 21 kB; abgerufen am 21. August 2010]).