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Propionsäuremethylester

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Propionsäuremethylester ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Carbonsäureester. Es ist der Ester, der aus Propionsäure und Methanol gebildet wird.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Methylpropionat
Allgemeines
Name Propionsäuremethylester
Andere Namen
  • Methylpropanoat (IUPAC)
  • Propansäuremethylester
  • Methylpropionat
Summenformel C4H8O2
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit fruchtigem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 554-12-1
EG-Nummer 209-060-4
ECHA-InfoCard 100.008.238
PubChem 11124
Wikidata Q418391
Eigenschaften
Molare Masse 88,11 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,91 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−88 °C[1]

Siedepunkt

80 °C[1]

Dampfdruck
Löslichkeit
  • mäßig in Wasser (62,4 g·l−1)[2]
  • Löslich in den meisten organischen Lösemitteln[3]
Brechungsindex

1,377[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225​‐​332
P: 210​‐​240​‐​304+340[1]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Gewinnung und Darstellung

Propionsäuremethylester kann durch Veresterung von Propionsäure mit Methanol hergestellt werden.

Industriell wird Propionsäuremethylester durch die Umsetzung von Ethen mit Kohlenmonoxid und Methanol in Gegenwart von Nickeltetracarbonyl bei 160–200 °C und 50 bar hergestellt.[5]

Die Verbindung kann auch durch eine Hydrierung von Acrylsäuremethylester[6] oder Propiolsäuremethylester[7] erhalten werden.

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Propionsäuremethylester ist eine farblose Flüssigkeit, die unter Normaldruck bei 80 °C siedet.[8] Die Dampfdruckfunktion ergibt sich nach Antoine entsprechend log10(P) = A−(B/(T+C)) (P in bar, T in K) mit A = 4,03986, B = 1155,987 und C = −65,979 im Temperaturbereich von 293,74 bis 351,90 K.[9] Die Temperaturabhängigkeit der Verdampfungsenthalpie lässt sich entsprechend der Gleichung ΔVH0=A·e(−βTr)(1−Tr)β (ΔVH0 in kJ/mol, Tr =(T/Tc) reduzierte Temperatur) mit A = 53,29 kJ/mol, β = 0,2857 und Tc = 530,6 K im Temperaturbereich zwischen 298 K und 363 K beschreiben.[10]

Weitere Informationen Eigenschaft, Typ ...
Zusammenstellung der wichtigsten thermodynamischen Eigenschaften
Eigenschaft Typ Wert [Einheit] Bemerkungen
Standardbildungsenthalpie ΔfH0liquid −471,1 kJ·mol−1[11] als Flüssigkeit
Verbrennungsenthalpie ΔcH0gas −2246 kJ·mol−1[11] als Flüssigkeit
Wärmekapazität cp 171,21 J·mol−1·K−1 (25 °C)[12]
1,94 J·g−1·K−1 (25 °C)[12]
als Flüssigkeit
Kritische Temperatur Tc 530,50 K[13]
Kritischer Druck pc 40,050 bar[13]
Kritische Dichte ρc 3,545 mol·l−1[13]
Verdampfungsenthalpie ΔVH 32,24 kJ·mol−1[10] beim Normaldrucksiedepunkt
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Mit Wasser existiert ein bei 71,4 °C azeotrop siedendes Gemisch mit einem Wassergehalt von 3,9 Ma%.[14] Propionsäuremethylester löst sich mäßig in Wasser.[2]

Chemische Eigenschaften

Die Hydrolyse der Verbindung führt zu Propionsäure und Methanol. Die Reaktion verläuft mit einer Reaktionswärme von −60,17 kJ·mol−1 exotherm.[15]

Sicherheitstechnische Kenngrößen

Propionsäuremethylester bildet leicht entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Die Verbindung hat einen Flammpunkt von −2 °C.[1][16] Der Explosionsbereich liegt zwischen 2,4 Vol.‑% (85 g/m³) als untere Explosionsgrenze (UEG) und 13 Vol.‑% als obere Explosionsgrenze (OEG).[1][16] Experimentell wurden ein unterer Explosionspunkt von −6,5 °C und ein oberer Explosionspunkt von 30 °C bestimmt.[1][16] Die Sauerstoffgrenzkonzentration liegt bei 7,5 %.[17] Die Zündtemperatur beträgt 460 °C.[16] Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T1. Unter erhöhtem Druck wird ein starkes Absinken der Zündtemperatur beobachtet.[16]

Zündtemperaturen unter erhöhtem Druck[16]
Druck in bar12510
Zündtemperatur in °C460398284253

Verwendung

Propionsäuremethylester wird als Lösemittel für Lacke und als Grundstoff weiterer Synthesen (z. B. die von Methacrylsäuremethylester, dem Monomer des Acrylglases) verwendet. Auf Grund seines rumartigen Geruchs und Geschmacks wird er auch als Riechstoff und Aroma verwendet.[5]

Einzelnachweise

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