Mortlock-Flughund
Art der Gattung Eigentliche Flughunde (Pteropus)
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Der Mortlock-Flughund (Pteropus pelagicus) ist ein in Mikronesien endemisches Fledertier in der Familie der Flughunde.[1][2] Er zählt innerhalb der Gattung Pteropus zu einer Artengruppe, die nach dem Bonin-Flughund (Pteropus pselaphon) benannt ist.[3]
| Mortlock-Flughund | ||||||||||||
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Mortlock-Flughund (Pteropus pelagicus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Pteropus pelagicus | ||||||||||||
| Kittlitz, 1836 |

Taxonomie und Verbreitung
Die Art wurde 1842 durch Jacques Bernard Hombron und Honoré Jacquinot als Pteropus insularis sowie 1882 durch Oldfield Thomas als Pteropus phaeocephalus und noch einmal als Pteropus laniger beschrieben. Bei einer taxonomischen Revision im Jahr 2013 stellte sich heraus, dass es noch eine ältere Beschreibung von Kittlitz mit dem Artzusatz pelagicus gab, der somit Vorrang hat.[1][2]
Es werden zwei Unterarten unterschieden.[2]
- P. p. pelagicus, auf den Mortlock Islands.
- P. p. insularis, auf dem Atoll Namonuito und vermutlich auf anderen Inseln des Bundesstaates Chuuk.
Merkmale
Die Art ist innerhalb ihrer Gattung klein und erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 150 bis 186 mm, eine Unterarmlänge von 101 bis 105 mm und ein Gewicht von 142 bis 203 g. Ein Schwanz fehlt und die Ohren sind 20 bis 24 mm lang. Die beiden Unterarten unterscheiden sich recht deutlich im Aussehen. So hat die Unterart im Bundesstaat Chuuk eine blassere Fellfarbe, der Kontrast zwischen dem Mantel und dem umliegenden Fell ist geringer, ein weißer bis gelbbrauner Fleck auf dem Bauch ist kleiner und der Schädel ist im Verhältnis zum übrigen Skelett kleiner. Der Kopf des Tieres ist durch eine wenig behaarte Schnauze, durch recht große Augen und durch kleine an den Seiten abgerundete Ohren gekennzeichnet. Die behaarten Teile sind meist dunkelbraun oder schwarz, wobei das Haupt mit grau gesprenkelt sein kann. Typisch ist ein Mantel aus langen Haaren um die Schultern, der je nach Population cremefarben, gelbbraun oder rehkitzfarben ist. In der Mitte ist ein kurzer dunklerer Aalstrich vorhanden. Der weitere Rücken ist mit dunkelbraunem Fell bedeckt, in das einige rotbraune Deckhaare eingemischt sind, die am Hinterteil häufiger werden. Neben dem hellen Fleck ist die Unterseite rotbraun gefärbt. Sie wird zur Leistenregion hin dunkler. Der Mortlock-Flughund hat dunkelbraune bis schwarze Flughäute, wobei die Schwanzflughaut sehr schmal ist. Bei der Art sind die Schienbeine nackt und es kommt ein kurzer Fersensporn (Calcar) vor.[2]
Lebensweise
Dieser Flughund erreicht im Hügelland fast 450 Meter Höhe.[1] Er lebt in tropischen Wäldern, in denen Kokospalmen und Brotfruchtbäume häufig sind.[2]
Die Art kann zu jeder Tageszeit aktiv sein, sucht jedoch häufig in der Abend- oder Morgendämmerung nach Nahrung. Diese wird häufig in Plantagen gefunden und besteht, neben den oben genannten Pflanzen, aus Papayas, Bananen, Früchten der Gattungen Calophyllum und Crateva, Früchten von Schraubenbäumen und Feigen. Von Kokospalmen werden auch Blüten und unreife Nüsse gefressen. Die Früchte der Schraubenbäume werden vor dem Verzehr zu einem geschützten Platz transportiert.[2]
Am Ruheplatz verweilen die Flughunde allein oder in kleinen Gruppen mit 5 bis 10 Mitgliedern in den Kronen von Bäumen und Palmen. Bei zwei Studien ruhten 27 beziehungsweise 50 Exemplare im selben Umfeld. Die Strecke zwischen nicht all zu weit entfernten Inseln wird häufig überwunden.[2]
Gefährdung
Ein wärmeres Klima kann zum Ansteigen des Meeresspiegels führen, womit die bewohnten Inseln verschwinden können. Infolge von Katastrophen, wie Taifunen und Tsunamis, können viele Exemplare sterben. Wie sich die Zunahme von Nutzpflanzen in den Wäldern auswirkt, ist noch nicht ausreichend erforscht. Negative Folgen sind durch die eingeführte Kletterpflanze Merremia peltata bekannt. Bis in die frühen 1980er Jahre wurden die Flughunde noch als Fleischquelle gejagt. Diese Praxis nahm bis 1989 ab und ab diesem Zeitpunkt existiert ein Jagdverbot. Trotzdem kommt es gelegentlich zu Wilderei. Laut Schätzungen lag die Anzahl der erwachsenen Exemplare im Jahr 2019 bei 1.125 bis 2.250. Die IUCN listet den Mortlock-Flughund als stark gefährdet (endangered).[1]