Purger & Co.

Münchner Druckerei und Ansichtskartenverlag From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Verlag Purger & Co. war ein deutscher Postkarten-Verlag mit Sitz in München an der Mozartstraße 13.[1] Gegründet wurde der Verlag 1899,[2] vermutlich von Adolf Purger.[3] Unternehmensaktivitäten sind zumindest für die Jahre 1899 bis 1920 nachgewiesen.[4][5][6] Für 1904 sind als Firmeninhaber Hans Purger und Wilhelm Schwind sowie der Firmensitz an der Senefelderstraße 10b vermerkt.[2] Das Unternehmen, das sich auch als Kunst- und Verlagsanstalt bezeichnete, hat nebst Ansichtskarten weitere Produkte hergestellt respektive vertrieben, unter anderem Kunstkarten, Poster und Werbeartikel.[7][2]

Eine der ältesten Postkarten von Purger aus Bayreuth
Purger-Ansichtskarte von Bad Gastein

Der Verlag ist bekannt für seine farbigen Ansichtskarten mit Motiven aus ganz Europa und dem Mittelmeerraum, die in einem Dreifarben-Chromolithografiedruck, Photochromdruck genannt, hergestellt wurden.[8] Die Karten tragen jeweils den Aufdruck Photochromiekarte. Das Unternehmen druckte nicht nur Karten auf eigene Rechnung, sondern auch im Auftrag von anderen Verlagen und Fotografen.[9]

Druckereivermerk Purgers auf Ansichtskarten

Purger-Karten waren zu Beginn am unteren Rand der Bildseite nummeriert, aber später – vermutlich nach 1905 – auf der Adressseite.

Typische Purger-Karte von Tinos

Purger & Co. wird als einer der weltweit wichtigsten Hersteller farbiger Ansichtskarten seiner Zeit und einer der einflussreichsten Postkartenverlage des Goldenen Zeitalters der Ansichtskarten in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts bezeichnet, neben Namen wie den Künzlis in Zürich, Römmler & Jonas sowie Stengel & Co. in Dresden, Paul Trabert und Dr. Trenkler & Co. in Leipzig, Knackstedt & Näther in Hamburg, E. Maass in Berlin, Brunner & Co. in Como oder den beiden spanischen Verlagen Hauser y Menet und Casa Laurent.[10][11][5] Ein Kritiker lobte Purger & Co. im Jahr 1907 als spezialisierte Druckerei für „die Produktion von Karten exzellenter Qualität und in großer Vielfalt“ und hob besonders die Farben hervor, welche „durch solch perfekte Prozesse reproduziert werden, dass ihre Graduierung besondere Anerkennung verdient“.[12]

„Ansichtskarten in Photochromie-Ausführung bringt die Kunst- und Verlagsanstalt Purger & Co., München, in den Handel. Die Karten sind sehr gut ausgeführt und werden sicher grösseren Anklang finden.“

Photographische Chronik und allgemeine Photographen-Zeitung[7]

Gelobt wurden die Ansichtskarten 1912 auch in der „Deutschen Alpenzeitung“, während eine Karte des Watzmannhauses schlecht beurteilt wird, da sie „durch Retouche und Farbengebung als verfehlt erscheint“.[13]

Ein Jahr zuvor hatte der Verlag mitgeteilt, dass man bereits rund 108 Bildserien, die meist aus zwölf Karten bestünden, und über 2000 verschiedene Ansichtskarten produziert habe.[14]

Einzelnachweise

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