Raben (Rabenstein/Fläming)

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Das Dorf Raben liegt im Planetal ca. 1 km von der Sumpfquelle des Flüsschens Plane, inmitten des Naturparks Hoher Fläming und ist ein Ortsteil der Gemeinde Rabenstein/Fläming mit etwa 150 Einwohnern.

Schnelle Fakten Gemeinde Rabenstein/Fläming ...
Raben
Koordinaten: 52° 3′ N, 12° 35′ O
Höhe: 104 m
Einwohner: 150[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Juli 2002
Postleitzahl: 14823
Vorwahl: 033848
Raben (Brandenburg)
Raben (Brandenburg)
Lage von Raben in Brandenburg
Das Dorf Raben
Das Dorf Raben
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Geografische Lage

Das Dorf liegt im südwestlichen Teil der Gemarkung. Nördlich befindet sich das Planetal, im Westen und Süden grenzt die Gemarkung der Gemeinde Wiesenburg/Mark an. Südöstlich befindet sich, durch die Bundesautobahn 9 voneinander getrennt, der weitere Ortsteil Klein Marzehns. Durch den Ort führt die Landstraße 84. Die umliegenden Flächen werden vorzugsweise land- und forstwirtschaftlich genutzt. Das Dorf liegt auf einer Höhe von rund 104 m ü. NHN.[1] Rund 800 Meter südöstlich des Dorfes befinden sich die Schanzenberge, eine Bergnase am Rande des Planetals. Sie wird von Experten als ein möglicher Vorläufer der späteren Burg angesehen. Im Osten der Gemarkung liegt ein Anteil an der wüsten Feldmark Wulkow.[2] Östlich des Dorfes befand sich im Mittelalter die Wüstung Neu Niemegk.[3]

Geschichte und Etymologie

Etymologie

Das Dorf wurde erstmals im Jahr 1383 als czu Rauenstein urkundlich erwähnt. Weitere Schreibweise waren In deme Stetchin czum Rabinsteyn im Jahr 1388, Im statichen zum Rabenstein im Jahr 1482 sowie Rabennsteynn im Jahr 1496 und Raben oder Rabenstein im Jahr 1555.[2] Der Name des Städtchen hieß bis in das 16. Jahrhundert wie die gleichnamige Burg Rabenstein. Der Name wurde zu „Raben vereinfacht, um Dorf und Burg voneinander zu unterscheiden“[4].

Besitzgeschichte

Raben gehörte vor 1426 bis 1453 zur Vogtei Rabenstein. Von 1453 bis nach 1455 befand sich der Ort im Besitz der Familie von Oppen. Vor 1482 bis etwa 1550/1552 gehörte Raben zur Pflege beziehungsweise zum Amt Rabenstein und anschließend bis 1872 zum Amt Belzig Rabenstein. Im Jahr 1506 wurde eine Ober- und ein Untergerichtsbarkeit erwähnt.

13. bis 16. Jahrhundert

Dorfkirche Raben

Im Jahr 1388 wurde Raben als Städtchen bezeichnet; dies ist auch für 1482 belegt. 1496 wurden acht Türkensteuerpflichtige gezählt, darunter der Schulze, der Krüger und der Müller.

1506 bestanden neun Einwohnerstellen. Der Richter zinste von einer Hufe und verfügte über sechs wüste Hufen zu Wulkow. Ein weiterer Einwohner hatte die wüste Gerichtsbarkeit zu Wulkow mit drei freien Lehnhufen inne und entrichtete Abgaben von sechs wüsten Hufen. Drei Einwohner zinsten jeweils von wüsten Hufen zu Wulkow. Der Müller betrieb die Mühle mit einem Gang. Ein weiterer Einwohner zinste von einer Dorfhufe, während zwei von Höfen zinsten und Handdienste leisteten. Im Jahr 1530 wurden acht Hufner und fünf Gärtner verzeichnet.[2] Der Pfarrer verfügte über Einkünfte aus einer Hufe zu Grubo in Höhe von sechs Scheffeln Roggen sowie weitere Pachteinnahmen von acht Scheffeln Roggen, sieben Scheffeln Gerste und 66 Scheffeln Hafer. Hinzu kamen Zehntabgaben in Höhe von 90 Scheffeln Roggen, 75 Scheffeln Gerste und 45 Scheffeln Hafer, einschließlich aller Tochterkirchen. Der Pfarrer bewirtschaftete drei Hufen selbst und verfügte zusätzlich über fünf Fuder Wiesenwachs sowie zwei Krautgärten. Der Küster hatte eine eigene Behausung und erhielt 41 Scheffel Korn sowie 22 Brote.[5] Im Jahr 1542 zeigte sich eine gestaffelte Besitzstruktur: Ein Einwohner besaß Haus, Hof und elf Hufen, ein weiterer acht Hufen, ein dritter sechs Hufen, drei Einwohner jeweils drei Hufen und ein weiterer eine Hufe. Der Müller betrieb die Mühle, daneben bestand ein Kossätengut. Der Hirte verfügte über zwei Kühe, zwei Rinder, 70 Schafe, 35 Lämmer und ein Schwein. Zum Gesinde gehörten zwei Knechte und zwei Mägde. Der Wiesenbesitz betrug zwei Morgen. Im Jahr 1555 bestanden acht Hufner und sechs Gärtner. 1565 hatte der ordentliche Richter ein Erbgut inne. Die Mühle besaß zwei Gänge. Es bestanden vier Häuser und Höfe sowie zwei Kossätenhöfe. Der Hirte hielt zwei Kühe, ein Rind, 46 Schafe und zwei Überläufer. Der landwirtschaftliche Besitz umfasste sechs Dorfhufen, acht weitere Hufen, 21 wüste Hufen zu Wulkow sowie 12¼ Morgen Wiesen, von denen neun Morgen dem Pfarrer gehörten.[2] Der Pfarrer besaß neun Morgen Wiesen. 1575 beliefen sich seine Einnahmen auf 2 Wispel und 18 Scheffel Hafer, sieben Scheffel Korn und sieben Scheffel Gerste aus Pachten. Aus dem Zehnten erhielt er 6½ Mandeln Roggen, 3½ Mandeln Hafer und 2½ Mandeln Heidekorn. Zu seinem Besitz gehörten fünf Hufen (zwei in Raben, eine im wüsten Zernsdorf, eine in Lehnsdorf und eine in Grubo), zudem jährlich vier Fuder Heu, zwei kleinere Gärten für Kraut und Erbsen sowie etwa zehn Scheffel Hopfen. Außerdem stand ihm ein Fischhalter zur Sommerzeit zu, der ihm eine Mahlzeit Speisefisch lieferte. Der Küster erhielt 18 Scheffel Korn und zwölf Brote. 1575 besaß die Kirche darüber hinaus Gottesland in Raben sowie weiteres Gottesland in Zernsdorf, einen Gotteshof und eine Wiese.[5] Im Dorf wurden acht Hufner und ein Gärtner gezählt. 1591 wurden acht besessene Männer sowie der Müller und ein Gärtner verzeichnet. Der Richter verfügte über ein frei walzendes Gericht ohne besondere Vorrechte vor den Bauern, mit zwei Dorfhufen und einer wüsten Hufe zu Wulkow. Die bäuerliche Struktur umfasste: einen Vierhufner mit drei wüsten Hufen zu Wulkow, zwei Zweihufner, von denen einer neun (darunter drei Lehnhufen) und der andere sechs wüste Hufen zu Wulkow besaß, einen Zweierbhufner, einen Einhufner mit drei wüsten Hufen zu Wulkow und einen Einerbhufner. Der Müller betrieb eine Wassermühle mit zwei Gängen. Insgesamt wurden 38 Hufen gezählt, darunter 16 Dorfhufen einschließlich zweier Pfarrhufen sowie 22 wüste Hufen in der Feldmark Wulkow. Der Wiesenbesitz betrug 9¼ Morgen und verteilte sich auf verschiedene Lagen, darunter Flächen unterhalb des Korlekucks, vor Trebitz, vor Rottstock und vor Linthe, wobei zwei Morgen dem Pfarrer gehörten.[2]

17. Jahrhundert

Im Jahr 1640 war der Ort im Dreißigjährigen Krieg vollständig wüst gefallen. 1661 waren wieder sechs Hufner vorhanden, davon einer wüst, außerdem drei Kossäten, darunter der Müller, ein Häusler sowie ein Hirte. Der Wiesenbesitz betrug drei Morgen. 1676 wurden drei Anspänner (Vollhufner), drei Halbhufner und Kossäten sowie ein Gärtner oder Häusler gezählt. Insgesamt bestanden acht Erbhufen und sieben wüste Hufen.[2] 1682 zeigte sich eine differenzierte Besitzstruktur: Der Schulze verfügte über zwei Dorfhufen und sechs wüste Hufen in der Feldmark Wulkow. Ein Vierhufner besaß zwei wüste Hufen zu Wulkow, drei Zweihufner verfügten über unterschiedlich große Anteile wüster Hufen, darunter auch Lehnhufen. Zwei Einhufner besaßen ebenfalls wüste Hufenanteile. Hinzu kamen ein Kossät mit Häuslein und Garten, der Müller mit der Mühle und einer wüsten Hufe sowie ein wüster Häusler und ein Hirte. Der Wiesenbesitz belief sich auf 13½ Morgen.[6]

18. Jahrhundert

Im Jahr 1701 wurden in Raben sechs Hufner, drei Kossäten (darunter der Müller), ein Häusler sowie ein Hirte gezählt; der Wiesenbesitz betrug 15½ Morgen. 1718 bestanden fünf Hufner, ein Kossät und zwei Häusler. Insgesamt wurden 36 Hufen verzeichnet, darunter 22 wüste Hufen in der Feldmark Wulkow. Die gesamte Aussaat war mit 159 Dresdner Scheffeln und acht Metzen veranschlagt; auf jede Dorfhufe entfielen fünf Scheffel und acht Metzen, auf jede wüste Hufe drei Scheffel und zwölf Metzen. 1743 wurden ein Vierhufner, vier Zweihufner und zwei Einhufner (darunter der Schulze) gezählt. Die Besitzer verfügten in unterschiedlichem Umfang über wüste Hufen in Wulkow, darunter größere zusammenhängende Anteile von bis zu acht Hufen. Insgesamt bestanden 14 Dorfhufen sowie weiterhin 22 wüste Hufen in der Feldmark Wulkow. 1764 umfasste die Struktur einen Sechshufner (Schulze), zwei Fünfhufner, zwei Zweieinhalbhufner, einen Zweihufner sowie zwei Einhufner, darunter der Müller. Zusätzlich bestanden ein Gärtner mit einem Wort sowie ein Häusler. Der Gesamtbestand belief sich auf 25 Hufen, von denen 12½ genutzt wurden, während 12½ Hufen verpachtet und mit Heidekraut bewachsen waren. Die Aussaat betrug je Hufe 14 Dresdner Scheffel und 6⅖ Metzen. Im Jahr 1777 wurden zehn angesessene Einwohner verzeichnet, darunter sieben Ganzhufner, ein Halbhufner, ein Kossät und ein Häusler. Ergänzt wurde die Siedlungsstruktur durch eine Pfarrwohnung, eine Schulwohnung und zwei gemeinschaftliche Hirtenhäuser.[6]

19. Jahrhundert

1806 bestand in Raben eine gestaffelte Hufnerstruktur mit einem Sechshufner (Schulze), einem Fünfhufner, einem Vierhufner, einem Dreieinhalbhufner, einem Zweieinhalbhufner, einem Zweihufner sowie zwei Einhufnern. Hinzu kamen ein Gärtner mit einem Anteil von drei Viertel Mann sowie drei Häusler (jeweils etwa ein Achtel Mann). Insgesamt wurden 25 Hufen gezählt. 1822 wurden sieben Vollhufner, darunter der Wahlschulze, ein Krüger und ein Wassermüller, sowie ein Halbhufner (Schmied), ein Kossät und zwei Häusler verzeichnet. Der Hufenbestand umfasste 16 Dorf-Erbhufen, darunter zwei Pfarrhufen, sowie weiterhin 22 wüste Hufen in der Feldmark Wulkow, darunter drei Lehnhufen; insgesamt waren es 38 Hufen. 1837 bestand Raben als Dorf mit 17 Wohnhäusern. 1858 wurden fünf öffentliche Gebäude, 22 Wohnhäuser und 45 Wirtschaftsgebäude gezählt. Zur wirtschaftlichen Infrastruktur gehörten eine Wassergetreide- und Sägemühle sowie eine Brennerei.[6] Die Gemarkung umfasste insgesamt 3232 Morgen, darunter 50 Morgen Gehöfte, 1634 Morgen Ackerland, 78 Morgen Wiesen, 120 Morgen Weide und 1400 Morgen Wald.[7]

20. Jahrhundert

Zur Jahrhundertwende wurden in Raben 35 Häuser gezählt.[6] Im Jahr 1928 wurden dem Ort mehrere Parzellen eingemeindet: aus dem Gutsbezirk Dippmannsdorf Forst das zwischen Raben und Klein Marzehns gelegene Gebiet (Forstort Hagen) sowie aus dem Gutsbezirk Rabenstein der Rest des Hauptteils und eine westlich von Raben an der Rohrwiese in der Gemarkung Rädigke gelegene Parzelle.[7] Im Jahr 1931 und 1957 wurde Raben als Landgemeinde mit Wohnplatz geführt. 1931 bestanden 41 Wohnhäuser mit 49 Haushaltungen. 1939 wurden land- und forstwirtschaftliche Betriebe unterschiedlicher Größe erfasst: drei Betriebe mit über 100 Hektar, fünf mit 20 bis 100 Hektar, sechs mit 10 bis 20 Hektar, 15 mit 5 bis 10 Hektar sowie zwölf mit 0,5 bis 5 Hektar.

1946 wurden im Zuge der Bodenreform 2550,55 Hektar enteignet, darunter 201,03 Hektar Ackerland, 31,15 Hektar Wiesen, 2290,89 Hektar Wald, 26,74 Hektar Ödland und 0,74 Hektar Gewässer. Ein Teil dieser Flächen (2318,05 Hektar des ehemaligen Gutsbezirks Rabenstein) gehörte überwiegend eigentlich zur Gemarkung Klepzig. Von den enteigneten Flächen wurden 100,13 Hektar an die Gemeinde Groß Marzehns und 118,2 Hektar an die Gemeinde Klepzig abgegeben. Weitere 220 Hektar wurden verteilt, darunter 179,8 Hektar an 22 Bauern, 27,7 Hektar an zwölf nichtlandwirtschaftliche Arbeiter und Handwerker, 4,5 Hektar an die Schule in Raben sowie acht Hektar an die Gemeinde. Zusätzlich erhielt Raben eine Zulage unbekannter Größe aus der Gemeinde Klein Glien. Im Jahr 1952 wurde die erste LPG des Typs III mit zwölf Mitgliedern und 90 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche gegründet. 1960 bestand eine LPG Typ III mit 45 Mitgliedern und 253 Hektar Nutzfläche, die 1973 mit der LPG Typ III Rädigke/Neuendorf zusammengeschlossen wurde. Daneben existierten zwei LPG des Typs I mit insgesamt 25 Mitgliedern und 137 Hektar Nutzfläche, die 1961 und 1968 der LPG Typ III angeschlossen wurden. 1973 bestand im Ort eine LPG, womit die landwirtschaftliche Produktion vollständig genossenschaftlich organisiert war.[6]

21. Jahrhundert

Am 1. Juli 2002 bildete Raben mit fünf weiteren Gemeinden die neue Gemeinde Rabenstein/Fläming.[8]

Politik

Der derzeitige Ortsvorsteher ist Marco Neue, nachdem Mike Hesse 2012 zurücktrat.[9]

Infrastruktur

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Burg Rabenstein
  • Die Burg Rabenstein ist eine gut erhaltene, erstmals 1251 erwähnte mittelalterliche Höhenburg, die heute als Ausflugsziel mit Gastronomie, Falknerei, Ritteressen und als Herberge genutzt wird. Vom 30 Meter hohen Bergfried bietet sich ein Ausblick in das Planetal.
  • Die Dorfkirche Raben ist eine Feldsteinkirche mit eingezogenem Chor und Apsis aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Der westliche Dachturm aus Fachwerk stammt aus dem 18. Jahrhundert.
  • Naturparkzentrum „Alte Brennerei“ des Naturparks Hoher Fläming
  • Um den Ort herum bestehen eine Reihe von ausgeschilderten Wanderwegen, unter anderem auch ein Rundweg (Naturlehrpfad) von der Burg zum Dorf und zurück.

Einzelnachweise

Literatur

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