Bellini-Tosi-System

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Das Bellini-Tosi-System ist eine historische Methode zur Funkpeilung (englisch radio direction finding), auch genannt: Radiogoniometer. Ein übliche Abkürzung für Funkpeiler, die dieses System nutzen, lautet BTDF für Bellini-Tosi direction finder.[1]

Fest montierte (nicht drehbare) gekreuzte Schleifenantennen (Kreuzrahmen) oben auf einem Schiff

Geschichte

Vorgeschlagen und im Jahr 1907 als System of directed wireless telegraphy (deutsch System der gerichteten drahtlosen Telegrafie) zum Patent angemeldet wurden das Verfahren sowie eine Anordnung dazu durch die beiden italienischen Erfinder, Elektroingenieure und Marineoffiziere Ettore Bellini (1876–1943) und Alessandro Tosi (1866–1936).[2] Sie beschrieben ihre Idee für den Sendefall, also zum Zwecke einer gerichteten Aussendung von Funksignalen. Aufgrund der gegebenen Reziprozität von Antennen kann ihre Anordnung ebenso zum gerichteten Empfang von Funkwellen genutzt werden.

Vorteilhaft ist, dass im Gegensatz zu Peilrahmen oder Schleifenantennen (englisch loop antennas), die zur Peilung von Hand oder motorbetrieben um ihre Hochachse gedreht werden müssen („Drehrahmen“), bei der Erfindung nach Bellini und Tosi die Antenne nicht gedreht werden muss (Bild oben). Infolgedessen kann die Antennenmechanik wesentlich einfacher und robuster gestaltet werden. Auch können deutlich größere Antennen verwendet werden.

Angewendet wurde das Bellini-Tosi-System sowohl für zivile als auch für militärische Funkpeiler bereits im Ersten Weltkrieg. In verstärktem Maße wurde es während des Zweiten Weltkriegs genutzt, teilweise noch einige Jahrzehnte danach. Gleichzeitig entstanden, zunächst im Geheimen, bessere Systeme, wie das britische HuffDuff (High-Frequency Direction Finding, deutsch „Kurzwellenpeilung“), das ab 1941 von der Royal Navy zum Aufspüren feindlicher UBoote eingesetzt wurde. Inzwischen wurde das Bellini-Tosi-System durch modernere, elektronische Methoden ersetzt.

Prinzip

Spulenanordnung im Inneren eines Funkpeilers nach Bellini-Tosi

Herzstück eines Funkpeilers nach Bellini-Tosi ist eine auch als Goniometer bezeichnete Spulenanordnung (Bild). Dabei befindet sich innerhalb von zwei zueinander orthogonal angeordneten Luftspulen eine dritte (kleinere) Spule, im Empfangsfall auch genannt: „Suchspule“. Nur letztere kann um ihre Hochachse rotiert werden, während die größeren beiden fest angeordnet sind und jeweils mit einer der beiden ebenfalls fest montierten und gekreuzten Schleifenantennen (Bild oben) verbunden sind.

Literatur

Commons: Bellini-Tosi – Sammlung von Bildern
Wiktionary: Radiogoniometer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen (englisch)

Einzelnachweise

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