Ralf Hütter

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Ralf Hütter (* 20. August 1946 in Krefeld) ist ein deutscher Musiker und Gründungsmitglied der Elektropop-Gruppe Kraftwerk.

Ralf Hütter bei einem Konzert in Zürich, 1976.
Hütters Unterschrift
Hütters Unterschrift

Leben

Über die Kindheit von Ralf Hütter (manchmal auch: Hutter) ist wenig bekannt.[1] Er ging ins Moltke-Gymnasium und Fichte-Gymnasium, wo er 1965 der dort ansässigen Studentenband The Quartermasters beitrat. Nach dem Abitur nahm er Architekturunterricht an der Akademie Remscheid für kulturelle Bildung in Küppelstein. Anschließend studierte Hütter Musik an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf, wo er bei Improvisationskursen Florian Schneider-Esleben kennenlernte. Ende 1970 schloss er sein Architekturstudium an der RWTH Aachen ab.

Ab 1965 spielte Hütter verschiedene Instrumente, darunter Orgel in der Studentenband The Quartermasters. Dann wechselte er zur Coverband The Phantoms, die im Januar 1967 als Support-Act für The Kinks in Krefeld und weiteren Städten auftrat.[2] Im Februar desselben Jahres belegte die Band den zweiten Platz in der nordrhein-westfälischen Beatmeisterschaft. Mit ihrem Covern von Blues-Titeln änderte sich der Bandname in Ramba Zamba Blues Band und 1968 in Bluesology.

Hütter verließ die Band 1968 und gründete mit seinem Kommilitonen Florian Schneider die „Organisation zur Verwirklichung gemeinsamer musikalischer Konzepte“, eine „Studentenband mit offenen Strukturen“. Hütter spielte Keyboard und Schneider Flöte. „Wir waren Einzelgänger, Singles. Herr Kling und Herr Klang“, erklärte Hütter 1976. Probeaufnahmen wurden später in Großbritannien unter dem Titel Tone Float der Gruppe Organisation veröffentlicht, nachdem man zuvor vergeblich deutsche Plattenfirmen angefragt hatte.[3] Aus dieser Formation ging 1970 die Düsseldorfer Musikgruppe Kraftwerk hervor. Sein musikalisches Interesse galt deutscher elektronischer Musik (wie Karlheinz Stockhausen und Oskar Sala). „Die Gitarre hat in unserem musikalischen Konzept nie eine Rolle gespielt“, sagte er in einem Interview. Mit Florian Schneider zusammen entwickelte Ralf Hütter ein Musikkonzept als Gesamtkunstwerk, zu dem auch Bild, Videos und Design gehörten.[4][5]

Bei Kraftwerk spielte Hütter zuerst Orgel und Perkussionsinstrumente, später die Tasteninstrumente und alle Arten elektronischer Klangerzeuger wie den Minimoog-Synthesizer. Die Gruppe entwickelte sich zu einer der einflussreichsten und bekanntesten deutschen Musikformationen und gelangte zu Weltruhm. Später wurde auf Schallplattenhüllen sein Nachname zwecks besserer internationaler Vermarktung in „Hutter“ abgeändert. Bei fast allen Studio-Aufnahmen und auf der Bühne war er der Sänger. Ralf Hütter führte bei Kraftwerk die Interviews mit der Presse. Er wandte sich gerichtlich gegen Künstler, die Samples von Kraftwerk benutzten, und unter anderem gegen den ehemaligen Kraftwerk-Kollegen Wolfgang Flür, der in seinem 1999 erschienenen autobiografischem Buch Kraftwerk: Ich war ein Roboter Interna aus dem Leben der Gruppe veröffentlichte.[6] Auch wurde einem Restaurant untersagt, sich nach der Gruppe zu benennen.[7] Hütter und Schneider betrachteten Flür und Karl Bartos nicht als Mit-Musiker bei Kraftwerk, sondern als Angestellte. Flür sagte dazu einmal, Hütter habe Kraftwerk wie „eine kapitalistische Firma geführt, mit ihm als Präsident und Florian als Vize.“[8]

Ralf Hütter ist Radsportler und Vegetarier.[9]

Literatur

  • Ralf Hütter: Kraftwerk 3-D. Klingklang Konsum Produkt GmbH, Düsseldorf 2011, ISBN 978-3-00-035796-1 (Bildband zur gleichnamigen Videoinstallation im Kunstbau in München).
  • Rüdiger Esch: Electri_City. Elektronische Musik aus Düsseldorf. Suhrkamp, Berlin 2014, ISBN 978-3-51846464-9.
  • Gunther Hartwig: Der Patron im elektronischen Garten. In: Südwest Presse. Ulm, 14. Februar 2018 (S. 4, Porträt).[10]
Commons: Ralf Hütter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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