Hartbach (Inn)

Nebenfluss des Inns in Oberösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Hartbach, auch Reichersberger Bach, ist ein kleiner Nebenfluss des Inn im Westen des oberösterreichischen Bezirk Ried, bei Reichersberg.

Schnelle Fakten
Hartbach
(Reichersberger Bach)
Reichersberger Bach im Ortsgebiet Reichersberg nahe dem Stifts-Gutshof

Reichersberger Bach im Ortsgebiet Reichersberg nahe dem Stifts-Gutshof

Daten
Lage Innviertel, Oberösterreich
Flusssystem Donau
Abfluss über Inn Donau Schwarzes Meer
Ausleitung Senftenbach (Eiserne Schiene) bei St. Martin im Innkreis
48° 17′ 14″ N, 13° 25′ 57″ O
Quellhöhe um 380 m ü. A.
Mündung in die Innauen bei Reichersberg
48° 20′ 24″ N, 13° 21′ 37″ O
Mündungshöhe etwa 320 m ü. A.
Höhenunterschied etwa 60 m
Sohlgefälle etwa 6,3 
Länge 9,5 km[1]
Einzugsgebiet 9,723 km²[2]
Linke Nebenflüsse Sindhöringer Bach
Kleinstädte Reichersberg
Gemeinden St. Martin i.I., Reichersberg
wasserbauliche Regulierung des Hochmittelalters

abiotische Typisierung von österreichischen Fließgewässern:[3]

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Lauf und Landschaft

Der Hartbach entspringt in der Gemeinde St. Martin im Innkreis und fließt nordwestlich über Sindhöring und Hart (westlich von Ort im Innkreis) und dann nordwestwärts südlich des Hartwalds. Sein Unterlauf ist der Reichersberger Bach durch die Marktgemeinde Reichersberg, wo er sich nach etwa 9,5 km Lauf[1] in den Innauen am Unteren Inn verliert, die zwischen dem Kraftwerk Egglfing-Obernberg und dem Staubereich des Kraftwerks Schärding-Neuhaus liegen.

Nebenbach ist links der Sindhöringer Bach ().

Geschichte und Verbauung

Der Unterlauf des Hartbachs, der heutige Reichersberger Bach,[4] wurde schon im 11. Jahrhundert von den Chorherren des Stifts Reichersberg großräumig umgeleitet[5] und auf etwa 5,5 km an den Hang beim Meierhof verlegt, um dessen Wässer zur Versorgung des Stifts und seiner Anbauflächen zu nutzen. Dabei wurde der Lauf schon früh stark mäandrierend angelegt – eine zeitgenössische Quelle spricht von dem Rat, „den Bach so zu graben, wie der Saubär prunzet“[6] – und entspricht so sogar heutigen Vorstellungen naturnahen Wasserbaus.

Auch der Ursprung des Baches[7] ist hochgradig unstrukturiert, Quellen finden sich bei der Ortschaft Karchham (beim Aichingergut ) und bei Sankt Ulrich, Ortschaft der Gemeinde Senftenbach (), den Gutteil seines Wassers bekommt er aber östlich davon, wo der Senftenbach, ein Nebenfluss der Antiesen, so umfassend umgeleitet ist, dass dieser nur mehr marginales Restwasser zur Antiesen beträgt. Ab dem Eiserne Schiene genannten Wehr[8] beim St. Martiner Bahnhof wird über etwa 2 km das Wasser dem Hartbach zugeleitet (). Auch dieser wasserbauliche Eingriff datiert ins frühe Hochmittelalter, ebenfalls von den Reichersberger Chorherren veranlasst. Um 1085 wurde begonnen, die feuchten Auwiesen der Talwasserscheide Hartbach–Senftenbach im Umfeld des heutigen Schloss Arco-Zinneberg trockenzulegen, und auch um die Wasserversorgung des Stifts sicherzustellen, diese Ausleitung geschaffen. Der Hartbach diente auch am Oberlauf zur Wiesenbewässerung und Energiegewinnung, und hier finden sich ebenfalls alte künstliche Mäander.[7] Außerdem ist er mit einem Stichgraben mit der Antiesen, knapp unterhalb der Senftenbach-Mündung, verbunden.

Natur

Der Mündungsbereich ist als Unterer Inn eines der wichtigsten Naturschutzgebiete Österreichs (Naturschutz- und Europaschutzgebiet, Europareservat, Ramsarschutzgebiet und Important Bird Area), wobei die Hartbach-Mündung die Südgrenze des Nordabschnitts des Europaschutzgebiets (FFH und Vogelschutz) Unterer Inn (eu01, AT3105000) markiert, das zwischen Reichersberg und Obernberg unterbrochen ist.[9][10]

Literatur

  • Stefan Reifeltshammer: Der Reichersberger Bach – Ein Beispiel kluger Landschaftsinwertsetzung. In: Innviertler Volkskundehaus (Hrsg.): Der Bundschuh. Schriftenreihe Museum Innviertler Volkskundehaus. Band 3, 2000, S. 13–18.
  • Stefan Reifeltshammer: Der Reichersberger Bach – Ein Beispiel kluger Landschaftsinwertsetzung. In: Landschaftsplanerische Beiträge aus dem Innviertel. Wien 2001, S. 102–114 (Beilage: Vegetationstabellen und Karten).

Anmerkungen

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