Renate Dische

deutsch-amerikanische Pathologin und Hochschullehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Maria Renate Dische (geb. Rother; * 1920 in Breslau, Schlesien;[1]29. Dezember 2001 in New York City) war eine deutsch-amerikanische Pathologin und Professorin für klinische Pathologie und Pädiatrie an der Columbia University in New York. Sie gilt als Spezialistin auf dem Gebiet der pädiatrischen Pathologie und als Mentorin zahlreicher Nachwuchsärztinnen und -ärzte.

Leben

Maria Renate Rother wurde in Breslau, Deutschland geboren. Sie emigrierte 1939 mit ihrer Familie in die USA. Nach dem Schulabschluss studierte sie an der Columbia University, wo sie 1953 den Ph.D. in Biochemie und 1957 den M.D. erwarb. Ihre Facharztausbildung absolvierte sie am Bellevue Hospital in New York und anschließend ein Fellowship in pädiatrischer Pathologie am College of Physicians & Surgeons der Columbia University.

Sie heiratete den Biochemiker Zacharias Dische (1898–1988) und führte danach den Namen Renate Dische. Das Ehepaar hatte einen Sohn (Carl) und eine Tochter, die Schriftstellerin Irene Dische.

Wissenschaftliche Laufbahn

Seit den frühen 1960er Jahren war Dische in der Abteilung für Pathologie des Columbia College of Physicians & Surgeons tätig. Sie wurde dort zur Professor of Clinical Pathology and Clinical Pediatrics berufen und lehrte bis kurz vor ihrem Tod im Jahr 2001. Ihre Forschungsgebiete umfassten angeborene Herzfehler bei Säuglingen, plötzlichen Kindstod (SIDS) und perinatale Pathologie.

Dische veröffentlichte über 60 wissenschaftliche Arbeiten und galt als eine führende Autorität für pädiatrische Herzkrankheiten. Ihre klinische Tätigkeit am Babies & Children’s Hospital in New York und ihr Engagement in der Ausbildung prägten Generationen von Pathologinnen und Pathologen. Sie übergab umfangreiche Autopsie- und Lehrmaterialien an das Archiv der Columbia University.

Tod

Renate Dische starb am 29. Dezember 2001 an den Folgen eines Ovarialkarzinoms. Sie war bis kurz vor ihrem Tod an der Columbia University tätig.

Nachlass

Teile ihres wissenschaftlichen Nachlasses befinden sich im Archiv der Columbia University. Materialien zur Familiengeschichte (Rother, Dische) sind auch im Jüdischen Museum Berlin dokumentiert.

Literatur

  • In Memoriam M. Renate Dische, The College of Physicians & Surgeons of Columbia University, 2002.
  • Columbia University Archives: Autopsy Records Collection (1896–1921).
  • Irene Dische: Großmama packt aus. Rowohlt, Reinbek 1999.

Einzelnachweise

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