Richard Fuchs (Mathematiker)
deutscher Mathematiker
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Maximilian Ernst Richard Fuchs (* 5. Dezember 1873 in Greifswald; † 28. Dezember 1944 in Bad Doberan) war ein deutscher Mathematiker und Flugtechniker.

Leben
Richard Fuchs war der Sohn des Mathematikers Lazarus Fuchs und dessen Frau Marie Fuchs, geborene Anders. Er studierte an der Universität Berlin Mathematik und wurde dort bei Ferdinand Georg Frobenius mit der Dissertation Ueber die Periodicitätsmoduln der hyperelliptischen Integrale als Functionen eines Verzweigungspunktes promoviert. 1901 wurde er Oberlehrer für Mathematik am Bismarck-Gymnasium zu Berlin-Wilmersdorf. Im Jahre 1906 habilitiert er sich an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde er dort 1922 außerordentlicher Professor.
Schon während des Ersten Weltkrieges wurde Fuchs als Wissenschaftler bei der Flugzeugmeisterei in Berlin-Adlershof eingezogen, wo er durch Untersuchungen und literarische Arbeiten über Flugmechanik (Längs- und Seitenstabilität der Flugzeuge) und Tragflügeltheorie hervortrat. Von 1924 bis 1936 war er freier Mitarbeiter an der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Berlin-Adlershof, danach bis 1945 an der Deutschen Forschungsanstalt für Luftfahrt in Braunschweig.
Werk
Zusammen mit Ludwig Schlesinger gab er die Gesammelten mathematischen Werke seines Vaters heraus.
Ein Hauptarbeitsgebiet von Richard Fuchs war die Theorie der Differentialgleichungen im Komplexen. Hier vervollständigte er unter anderem die Untersuchungen von Paul Painlevé über Differentialgleichungen zweiter Ordnung ohne bewegliche Singularitäten. Seine diesbezüglichen Arbeiten (siehe Painlevé-Gleichungen) nahmen Arbeiten vorweg, die erst viel später aktuell wurden, so über die Isomonodromie-Eigenschaften der Painlevé-Gleichungen und den Zusammenhang mit der Picard-Fuchs-Gleichung (die nach seinem Vater sowie Émile Picard benannt ist).
Richard Fuchs arbeitete auch über Strömungsmechanik und konkrete Probleme der Flugtechnik (Tragflügel). So verfasste er gemeinsam mit Ludwig Hopf das Buch Aerodynamik.
Schriften
- Ueber die Periodicitätsmoduln der hyperelliptischen Integrale als Functionen eines Verzweigungspunktes. Dissertation. Berlin 1897.
- mit Ludwig Schlesinger (Hrsg.): Gesammelte mathematische Werke von L. Fuchs. Mayer & Müller, Berlin 1904–1909.
- mit Ludwig Hopf: Aerodynamik. Schmidt & Co., Berlin 1922 (überarbeitete Neuauflage (mit Fr. Seewald): Springer, Berlin 1934).
Literatur
- Hermann Blenk: Fuchs, Maximilian Ernst Richard. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 5. Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 675–676 (deutsche-biographie.de).
Weblinks
- John J. O’Connor, Edmund F. Robertson: Maximilian Ernst Richard Fuchs. In: MacTutor History of Mathematics archive (englisch).
- Literatur über Richard Fuchs in der Landesbibliographie MV
- Richard Fuchs im Mathematics Genealogy Project (englisch)
- Richard Fuchs in der Datenbank zbMATH
- Richard Maximilian Ernst Fuchs Eintrag im Catalogus Professorum der Technischen Universität Berlin
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fuchs, Richard |
| ALTERNATIVNAMEN | Fuchs, Maximilian Ernst Richard (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mathematiker |
| GEBURTSDATUM | 5. Dezember 1873 |
| GEBURTSORT | Greifswald |
| STERBEDATUM | 28. Dezember 1944 |
| STERBEORT | Bad Doberan |