Robert Boyle-Walsingham
britischer Marineoffizier und Politiker
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Hon. Robert Boyle-Walsingham FRS (* März 1736; † 5. Oktober 1780) war ein britischer Marineoffizier und Politiker, zuletzt in der Position eines Commodore.

Leben
Robert Boyle war der fünfte Sohn des anglo-irischen Politikers und Sprechers des irischen Unterhauses Henry Boyle, 1. Earl of Shannon, aus dessen zweiter Ehe mit Lady Henrietta Boyle, Tochter von Charles Boyle, 2. Earl of Burlington.
Boyle trat am 22. Januar 1748 im Alter von elf Jahren in die britische Marine ein. In den folgenden Jahren diente er als Ordinary Seaman (einfacher Matrose) auf den Schiffen Dublin (12 Kanonen) und Assurance (44 Kanonen), bis er am 24. Juni 1751 zum Midshipman ernannt wurde. Anschließend blieb er bis zum Untergang der Assurance am 27. April 1753 auf diesem Schiff. Am 24. September desselben Jahres trat er den Dienst auf dem Linienschiff Cumberland (74 Kanonen) an und wechselte am 21. April 1754 auf die Anson (60 Kanonen), wo er bis zum 6. November 1754 blieb.
Am 16. November 1754 bestand Boyle die Offiziersprüfung, erhielt jedoch keinen Dienstposten und verbrachte die nächste Zeit an Land. Erst am 23. März 1756, kurz vor dem offiziellen Ausbruch des Siebenjährigen Krieges, wurde er zum Lieutenant befördert. Daraufhin wurde er als Vierter Leutnant auf dem Linienschiff Revenge (64 Kanonen) eingesetzt, mit dem er am 20. Mai 1756 an der Seeschlacht von Menorca teilnahm. Am 16. Februar des Folgejahres wurde er zum Commander befördert und erhielt das Kommando über das Transportschiff Crown (18 Kanonen).
Am 8. März wechselte er auf die Sloop Badger (10 Kanonen), mit welcher er als Geleitzugsicherung die Städte Bremen und Hamburg und die Ostsee besuchte. Bereits am 15. Juni 1757, mit 21 Jahren, wurde Boyle zum Captain befördert und mit der Wiederindienststellung der Fregatte Jason (30 Kanonen) betraut. Diese Verwendung dauerte jedoch nicht lange, da er am 3. August 1757 das Kommando über die neue Fregatte Boreas (28 Kanonen) erhielt, die er bis zum 18. Februar 1760 führte. In dieser Zeit nahm das Schiff an der Belagerung der französischen Festung Louisbourg (1757) und dem Überfall auf Le Havre (1759) teil.
Sein nächstes Kommando war das 64-Kanonen-Linienschiff Modeste, das er vom 20. Februar 1761 bis zum 27. April 1762 führte. Auch hierbei war Boyle an Einsätzen gegen die Franzosen beteiligt, beispielsweise an der Besetzung der Insel Martinique im Januar und Februar 1762. Dem Kommando über die Modeste folgte vom 2. Juli 1762 bis zum 7. Februar 1763 die Führung der Romney, einem Schiff mit 50 Kanonen.
Nach Ende des Krieges verbrachte Boyle-Walsingham die nächsten Jahre bei Halbsold ohne Kommando an Land. Erst am 23. Februar 1778 erhielt er wieder ein Schiff, nämlich das 74-Kanonen-Schiff Thunderer. Mit diesem war er an der Seeschlacht bei Ouessant im Juni 1778 gegen die Franzosen im Rahmen des sich internationalisierenden Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges beteiligt.
Am 15. Februar 1780 erfolgte seine Ernennung zum Commodore, wobei sein Neffe Robert Boyle Nicholas ihm als Kommandant der Thunderer folgte, welches er aber als Flaggschiff behielt. Anschließend führte er einen Geleitzug mit 300 Schiffen in die Karibik, der am 13. Juli 1780 in Barbados eintraf. Vier Tage später wurde Boyle-Walsinghams Geschwader aus seiner bisherigen Unterstellung herausgelöst und nach Jamaika entsandt, wo es am 1. August eintraf.
Einen Monat später sicherte Boyle-Walsinghams Verband als Teil der Flotte von Rear-Admiral Joshua Rowley einen Geleitzug mit Ziel England. Am 5. Oktober gerieten mehrere dieser Schiffe, darunter auch die Thunderer, nordöstlich der Insel Hispaniola in den Savanna-la-Mar-Hurrikan. Hierbei gingen die Thunderer und ihre gesamte Besatzung, inklusive Commodore Robert Boyle-Walsingham, verloren.
Politische Karriere und Sonstiges
Neben seiner Karriere bei der Royal Navy war Robert Boyle-Walsingham auch politisch tätig. So war er im Unterhaus des irischen Parlaments von 1758 bis 1768 Abgeordneter für das Borough Dungarvan und im Unterhaus des britischen Parlaments von 1758 bis 1761 Abgeordneter für das Borough Knaresborough, von 1761 bis 1768 für das Borough Fowey und von 1768 bis zu seinem Tod wieder für Knaresborough.
Anfang 1757 erbte Boyle ein Anwesen, das ihm über seinen verstorbenen Bruder Henry von einer Großtante vermacht worden war. Dementsprechend nahm er den zusätzlichen Namen Walsingham an.
1770 wurde er erster Provinzgroßmeister für Kent der Freimaurerloge Premier Grand Lodge of England, und er wurde am 5. März 1778 zum Fellow der Royal Society gewählt.
Familie
Robert Boyle-Walsingham heiratete am 17. Juli 1759 Charlotte Hanbury Williams, die Tochter des Diplomaten und Authors Sir Charles Hanbury Williams. Aus dieser Verbindung gingen ein Sohn und eine Tochter hervor:
- Richard Boyle-Walsingham (1762–1788);
- Charlotte FitzGerald-de Ros, 20. Baroness de Ros (1769–1831), ⚭ 1791 Lord Henry FitzGerald (1761–1829), Sohn des 1. Duke of Leinster.
Literatur
- Cy Harrision: Royal Navy Officers of the Seven Years War – A Biographical Dictionary of Commissioned Officers 1748–1763. Helion & Company Limited, Warwick 2019, ISBN 978-1-912866-68-7 (englisch).
Weblinks
- The Hon. Robert Boyle (1736-1780) auf threedecks.org (englisch)
- Hon. Robert Boyle-Walsingham auf morethannelson.com (englisch)
- WALSINGHAM (formerly BOYLE), Hon. Robert (1736-80), of Gainsborough, Lincs. auf historyofparliamentonline.org (englisch)
- Hon. Robert Boyle-Walsingham auf thepeerage.com
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Boyle-Walsingham, Robert |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Marineoffizier und Politiker |
| GEBURTSDATUM | März 1736 |
| STERBEDATUM | 5. Oktober 1780 |