Robert W. Clower

US-amerikanischer Ökonom From Wikipedia, the free encyclopedia

Robert Wayne Clower (geboren 13. Februar 1926 in Pullman, Washington, gestorben 2. Mai 2011 in Columbia, South Carolina[1]) war ein amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, der wichtige Beiträge zur mikro- und makroökonomischen Theorie leistete und eine keynesianische Perspektive einnahm.

Leben

Robert Clower wuchs in Pullman (Washington) auf. Sein Vater war Professor für Wirtschaftswissenschaften am Washington State College. Nach der High School diente er 31 Monate in der U.S. Army,[1] landete im Zweiten Weltkrieg einen Tag nach D-Day am Omaha Beach in der Normandie[2] und heiratete am 7. Januar 1946 in Wiesbaden Frances Hepburn aus Aberdeen (Schottland).[1] Im Sommer 1946 schrieb er sich an der Washington State ein und erhielt im Jahr 1948 seinen Bachelor of Arts in Wirtschaftswissenschaften. Als sein Vater 1948 krank wurde, übernahm er seine Kurse und führte sie nach dessen Tod im April weiter. Seinen Master of Arts erhielt er 1949.[1]

1949 ging er mit einem Rhodes-Stipendium an die Universität Oxford, studierte unter John R. Hicks und erhielt 1952 einen Bachelor of Letters (seit 1978 Master of Letters genannt). Von 1952 bis 1957 war er Assistant Professor am Washington State College. 1958 wechselte er an die Northwestern University. Von 1971 bis 1986 war er Professor of Economics an der University of California, Los Angeles und wirkte dort bis zu seinem Tod als Emeritus. Von 1978 kehrte er als Adjunkt Professor an die Washington State University zurück und war von 1986 bis 2001 als Hugh C. Lane Professor für ökonomische Theorie an der University of South Carolina.[1]

Von 1973 bis 1980 war er als verantwortlicher Herausgeber für die Zeitschrift Economic Inquiry tätig und von 1981 bis 1985 Herausgeber von The American Economic Review.[1]

Er starb am 2. Mai 2011 in Columbia (South Carolina). Sein Nachlass enthält Briefe mit zahlreichen bedeutenden Ökonomen des 20. Jahrhunderts wie Milton Friedman, John R. Hicks, Peter W. Howitt, Axel Leijonhufvud, Don Patinkin, Joan Robinson, Paul Samuelson oder Robert Solow.[1]

Werk

Clower nutzte die Analyse von Bestands- und Flussgrößen (stock-flow analysis),[3] um darauf eine Preistheorie aufzubauen[4] und eine mikrofundierte keynesianische Theorie der Konjunkturzyklen zu entwickeln. Damit legte er die Basis für die Stock-Flow Consistent Models von Wynne Godley.[5]

Clower widersprach seinem Lehrer John R. Hicks in Bezug auf dessen Interpretation des Ökonomen John Maynard Keynes (1883–1946) im IS-LM-Modell. Stattdessen formulierte er die keynesianische Theorie als eine Nicht-Gleichgewichtstheorie (disequilibrium theory). Das Gleichgewicht mit Vollbeschäftigung sei nur ein Spezialfall, tatsächlich könne es auch ein Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung geben.[6] Eine wichtige Bedeutung dafür haben feste Preise (bspw. Löhne), die sich nicht oder nur langsam anpassen.[7][8] Die wegfallende Nachfrage der unbeschäftigten Arbeiter sorge dann für eine Verringerung der Wirtschaftsleistung.[9]

Clower betonte die Unterscheidung zwischen einer Tauschwirtschaft und einer Geldwirtschaft und lehnte die These der Neutralität des Geldes ab.[10][11][12][13] Gemeinsam mit Axel Leijonhufvud kritisierte er die Verwendung des Say'schen Gesetzes und des Walras-Gesetzes in der neoklassischen Theorie.[14][15] Die individuelle Nachfrage sei beschränkt durch die Möglichkeiten, Geld zu erhalten (cash-in-advance constraint).[9]

Aufgegriffen wurden seine Ideen unter anderem von Jean-Pascal Bénassy.[16]

Auszeichnungen

Clower wurde 1978 zum Fellow der Econometric Society gewählt.[17] Er war Präsident der Western Economic Association (1987)[18] und der Southern Economic Association (1992–93).[19]

Publikationen

Literatur

  • Robert Clower. In: Gonçalo L. Fonseca (Hrsg.): History of Economic Thought. Website.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI