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Robert Graetz (Pastor)

US-amerikanischer Geistlicher und Bürgerrechtler From Wikipedia, the free encyclopedia

Robert Sylvester Graetz, Jr. (* 16. Mai 1928 in Clarksburg; † 20. September 2020 in Montgomery) war ein US-amerikanischer lutherischer Geistlicher und Bürgerrechtler.

Leben

Graetz war einer von zwei Kindern des Ingenieurs Robert Sylvester Graetz und dessen Frau Maxine Fuller Graetz. Er war deutscher Abstammung und entschied sich früh, wie sein Großvater väterlicherseits ein lutheranischer Geistlicher zu werden. Er studierte an der Capital University in Bexley und machte 1950 seinen Abschluss. Er setzte sein Studium an der Trinity Lutheran Seminary fort und erhielt 1955 seinen Bachelor of Divinity. 1951 heiratete er Jeanne Ellis, mit der er sieben Kinder haben würde.

Nach seinem Studium wurde Graetz in der Amerikanischen Lutherischen Kirche ordiniert und im Juni 1955 zum Pastor der mehrheitlich afroamerikanischen Trinity Lutheran Evangelical Church in Montgomery berufen. Nur wenige Monate nach seiner Ankunft begann der Busboykott von Montgomery, in dem die schwarze Bevölkerung der Stadt gegen ihre Unterdrückung durch die Jim-Crow-Rassentrennung protestierte. Graetz, der sich schon als Student für die Gleichberechtigung von Weißen und Schwarzen eingesetzt hatte, schloss sich als einziger weißer Pastor dem Busboykott an. Er wurde Mitglied der von Martin Luther King angeführten Montgomery Improvement Association (MIA), die für die Organisation des Boykotts zuständig war. Wie viele andere Bürgerrechtler wurde Graetz von weißen Rassisten angefeindet. Sein Haus wurde zweimal, im August 1956 und im Januar 1957, eine Zielscheibe für Bombenanschläge.

1958 zog Graetz nach Columbus, wo er bis 1967 Pastor der erneut mehrheitlich afroamerikanischen St. Philip’s Lutheran Church war. 1967 bis 1971 war er bei der Lutheran Mission 373 in Washington, D. C. tätig, ab 1970 auch als Pfarrer der St. James Lutheran Church. Bereits 1971 kehrte er nach Columbus zurück, um als Direktor des ökumenischen Komitees zu Kirche und Regierung Mitarbeiter des Ohio Council of Churches zu werden. 1983 wurde er Pastor der St. John Lutheran Church in Logan. 1995 ging er in den Ruhestand. 2007 kehrte er nach Montgomery zurück. Er setzte seine Arbeit für die Bürgerrechtsbewegung bis zu seinem Tod fort. So waren er und seine Frau die Gastgeber eines jährlichen Symposiums zu Bürgerrechten an der Alabama State University. Später unterstützte er auch die Lesben- und Schwulenbewegung.

Graetz wurde für seinen Einsatz für die Bürgerrechtsbewegung vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er 1990 die Ehrendoktorwürde der Capital University.

2020 verstarb Graetz, der zuvor an der Parkinson-Krankheit litt.

Schriften

  • A White Preacher's Memoir: The Montgomery Bus Boycott. Black Belt Press, Montgomery 1998.
  • A White Preacher's Message on Race And Reconciliation: Based on His Experiences Beginning With the Montgomery Bus Boycott. New South Books, Montgomery 2006.
  • Robert Graetz in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 5. März 2026.
  • Grace London: Robert Graetz. In: Encyclopedia of Alabama. Abgerufen am 5. März 2026.
  • Graetz, Robert. In: Martin Luther King, Jr. Research And Education Institute, Stanford University. Abgerufen am 5. März 2026.

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