Bob Moses (Aktivist)

US-amerikanischer Bürgerrechtler From Wikipedia, the free encyclopedia

Robert Parris „Bob“ Moses (* 23. Januar 1935 in New York City; † 25. Juli 2021) war ein US-amerikanischer Bürgerrechtler.

Bob Moses (2014)

Leben

Bob Moses war der Sohn des Hausmeisters Gregory Moses und dessen Frau Louise Parris Moses, die ihn anspornten, durch Bildung sozial aufzusteigen. Der akademisch begabte Moses besuchte die angesehene Stuyvesant High School in New York City und studierte mit einem Stipendium am Hamilton College, wo er 1956 seinen Bachelor erhielt. Er setzte sein Studium an der Harvard University fort und erhielt dort 1957 seinen Master of Arts in Philosophie. Moses begann während seines Studiums, sich mit dem Pazifismus und dem Zen-Buddhismus auseinanderzusetzen. Nach dem Tod seiner Mutter und einer Erkrankung seines Vaters musste er sein Studium abbrechen und war zwei Jahre lang als Mathematiklehrer an der Horace Mann School in New York City angestellt.

Moses wurde von Bayard Rustin überzeugt, sich in der Bürgerrechtsbewegung für die Gleichberechtigung der Afroamerikaner einzusetzen. 1960 zog er nach Atlanta, um dort für die Southern Christian Leadership Conference (SCLC) Martin Luther Kings zu arbeiten. Ein Jahr später wechselte er zur Student Nonviolent Coordinating Committee (SNCC), deren Fokus auf die Graswurzelbewegung ihn beeindruckt hatte. Er engagierte sich in den Südstaaten bei Versuchen, möglichst viele Afroamerikaner im Wahlregister einzutragen und ihnen so die Beteiligung am demokratischen Prozess zu ermöglichen. Die Aktivisten der SNCC begegneten dort teils gewaltsamen weißen Rassisten, die Herbert Lee, einen Mitarbeiter Moses’, sogar ermordeten. Nichtsdestotrotz setzte Moses seine Arbeit für die Bürgerrechtsbewegung fort und wurde zu einem Mitbegründer des Council of Federated Organizations, der die Zusammenarbeit verschiedener Bürgerrechtsorganisationen in Mississippi erleichtern sollte. 1964 leitete er den Mississippi Freedom Summer, eine der größten Protestaktionen der Bürgerrechtsbewegung. Im selben Jahr war Moses maßgeblich an der Organisation der Mississippi Freedom Democratic Party (MFDP) beteiligt, deren Ziel es war, den von rassistischen Dixiecrats dominierten Landesverband der Demokratischen Partei in Mississippi zu ersetzen.

Moses und seine Mitstreiter, darunter Fannie Lou Hamer, lenkten durch den Freedom Summer und die MFDP die Aufmerksamkeit der gesamten Vereinigten Staaten auf die Missstände im Tiefen Süden und übte Druck auf die Bundesregierung aus, gegen die Diskriminierung der Afroamerikaner vorzugehen. Mit dem Civil Rights Act of 1964 und dem Voting Rights Act of 1965 gab sie schließlich den Forderungen der Bürgerrechtler nach. Moses’ Führungsstil unterschied sich klar von dem Kings: Im Gegensatz zu ihm hielt er keine charismatischen Reden vor großen Menschenmengen, sondern setzte auf lokale Graswurzelbewegungen. Moses verließ 1965 die SNCC.

Um dem Militärdienst im Vietnamkrieg zu entgehen, reiste Moses erst nach Kanada und dann 1968 nach Tansania aus. Dort nahm er wieder die Tätigkeit als Mathelehrer auf. 1968 heiratete er außerdem Janet Jemmott, mit der er vier Kinder hatte. Er kehrte erst 1977 in die Vereinigten Staaten zurück, als Präsident Jimmy Carter alle Kriegsdienstverweigerer des Vietnamkrieges begnadigt hatte. Nachdem er einige Jahre lang sein Studium der Philosophie an der Harvard fortgesetzt hatte, erhielt Moses 1982 die MacArthur Fellowship. Er nutzte das Geld, um das Algebra Project zu gründen, das mathematische Kenntnisse unter verarmten Kindern fördern soll. Für dieses Projekt arbeitete er mit Ed Dubinsky und Charles E. Cobb zusammen.

Moses wurde für sein Engagement für die Bürgerrechtsbewegung mehrfach ausgezeichnet, darunter 1997 mit dem War Resisters League Peace Award und 2000 mit dem Heinz Award. 2006 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Harvard University verliehen. 2021 wurde er zu einem Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt. Er verstarb 2021.

Werke

  • Mit Charles E. Cobb Jr.: Radical Equations: Civil Rights from Mississippi to the Algebra Project. Beacon Press, Boston 2002.

Literatur

  • Jennifer Jensen Wallach: Moses, Robert P. In: Paul Finkelman (Hrsg.): Encyclopedia of African American History 1896 to the Present Oxford University Press, 2009
Commons: Bob Moses – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Donald Cunnigen: Bob Moses. In: Mississippi Encyclopedia. Abgerufen am 3. Oktober 2025.
  • Moses, Robert Parris. In: Martin Luther King, Jr. Research And Education Institute, Stanford University. Abgerufen am 3. Oktober 2025.

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