Robert von Courson

englischer Kardinal From Wikipedia, the free encyclopedia

Robert von Courson, auch Robert de Courson oder Robert (of) Courçon (gestorben 1219 vor Damiette) war ein hoher Geistlicher und Gelehrter, der um 1200 an der Universität Paris studierte, lehrte und als ihr Kanzler wirkte.

Leben

Robert wurde in England geboren und studierte (wohl in den 1190er Jahren) in Paris, wo er Schüler des Petrus Cantor war und selbst als Magister lehrte. Er hatte an den Kathedralen von Paris und Noyon Pfründe als Kanoniker. Im Jahr 1212 wurde er zum Kardinal kreiert und ab 1213 als päpstlicher Legat in Frankreich tätig. Er sprache als delegierter Richter Recht, berief mehrere Synoden ein und bereitete einen neuen Kreuzzug vor. Im Jahr 1215 nahm er am Vierten Laterankonzil teil. Im gleichen Jahr wurde er Vorsitzender einer Kommission, welche die an der Universität Paris verbreiteten „Irrtümer“ der Amalrikaner untersuchen sollte. Er erließ Statuten für die Universität, in denen er die Lektüre verschiedener metaphysischer Schriften sowie bestimmter Werke des Aristoteles verbot. Sie gelten zusammen mit den königlichen und päpstlichen Urkunden als ein Gründungsdokument der Universität und eine der wichtigsten Quellen für das Selbstverständnis der Pariser Gelehrten dieser Zeit.[1][2] Ab 1218 predigte er den Fünften Kreuzzug, an dem er auch selbst teilnahm; er starb am 6. Februar 1219 bei der Belagerung von Damiette.

Werk

Robert von Courson ist der Autor einer Reihe von Werken, darunter einer Summa, die sich mit Fragen des Kanonischen Rechts und ethischen Themen. Ähnlich wie die Summa seines Lehrers Petrus Cantor gelten diese Werke seit den Forschungen Baldwins als Quellen auch der Alltags- und Sozialgeschichte.[3][4][5] In einem bekannten Traktat De usura (‚Über den Wucher‘) befasst er sich mit Fragen der Geldwirtschaft, des ‚gerechten Preises‘, der Zinsnahme und ähnlichen Themen.[6]

Literatur

  • John Wesley Baldwin: Masters, Princes and Merchants: The Social Views of Peter the Chanter and his Circle, 2 Bände, Princeton University Press, Princeton 1970.
  • R. Peppermüller: Robert de Courson. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 7. LexMA-Verlag, München 1995, ISBN 3-7608-8907-7, Sp. 903 f.

Einzelnachweise

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