Rodrigo Paz Pereira

bolivianischer Präsident From Wikipedia, the free encyclopedia

Rodrigo Paz Pereira (* 22. September 1967[1] in Santiago de Compostela, Spanien) ist ein bolivianischer Politiker des Partido Demócrata Cristiano (PDC) und seit dem 8. November 2025 Präsident Boliviens. Von 2015 bis 2020 war er Bürgermeister der Stadt Tarija und ist seit 2020 Senator für das Departamento Tarija. Bei der Präsidentschaftswahl im August 2025 bekam er im ersten Wahlgang rund 32 Prozent der Stimmen und gewann im Oktober 2025 die Stichwahl gegen Ex-Präsident Jorge Quiroga Ramírez.

Rodrigo Paz Pereira (2025)

Leben

Paz Pereira wurde in Galicien geboren.[2] Er ist ein Sohn des späteren bolivianischen Präsidenten Jaime Paz Zamora und der Spanierin Carmen Pereira Carballo.[3][4][2] Die Eltern von Paz lernten sich in Brüssel kennen, während Paz Zamora wegen der Diktatur von René Barrientos im Exil lebte und Pereira sich von einem Autounfall in Bogotá erholte.[5] Paz Pereira ist ein Großneffe des ehemaligen bolivianischen Präsidenten Víctor Paz Estenssoro.[6] 1969 kehrte die Familie nach Bolivien zurück, ging jedoch bald darauf erneut ins Exil nach Chile und Kuba. Paz Pereira besuchte dort Jesuitenschulen.[5] 1978 kehrte die Familie nach Bolivien zurück.[7]

Später studierte er an der American University in Washington, D.C., u. a. Internationale Beziehungen/Ökonomie sowie Politisches Management.[4][8] Paz Pereira ist Vater dreier Kinder.[9]

Politische Karriere bis 2025

Paz Pereira wurde 2002 für das Movimiento de Izquierda Revolucionaria (MIR) in die Cámara de Diputados gewählt und vertrat das Departamento Tarija bis 2010.[10] 2010 zog er für die zentristische Gruppe UNIR in den Stadtrat von Tarija ein.[10][11] 2015 gewann er die Bürgermeisterwahl in der Stadt Tarija und war von 2015 bis 2020 Bürgermeister in Tarija. im Oktober 2020 trat er für den Wechsel als gewählter Senator der Allianz Comunidad Ciudadana ins nationale Parlament für das Departamento Tarija als Oppositionspolitiker zurück.[12][13][3][4] und Alfonso Lema folgte ihm als Bürgermeister nach.[14][15]

Präsidentschaftskandidatur 2025

Für die Präsidentschaftswahl im Jahr 2025 trat Paz Pereira als Kandidat des PDC an; als Kandidat für das Vizepräsidentenamt wählte er den ehemaligen Polizeihauptmann Edmand Lara.[16][17] Im Wahlkampf profilierte er sich mit einer dezentralistischen „Agenda 50/50“ und dem Slogan „¡Capitalismo para todos!“ (Kapitalismus für alle!) und setzte stark auf Auftritte „de pueblo en pueblo“ (von Ort zu Ort).[18][19][17] Bei der Präsidentschaftswahl im August 2025 bekam er im ersten Wahlgang rund 32 Prozent der Stimmen[12][20][21] und gewann am 19. Oktober 2025 die Stichwahl gegen Ex-Präsident Jorge Quiroga Ramírez.[22] Internationale Medien werteten dies als historischen Schritt hin zur ersten landesweiten Stichwahl um das Präsidentenamt seit der Rückkehr zur Demokratie.[23][24] Deutsche und internationale Medien ordneten Paz Pereira überwiegend als bürgerlich-zentristischen Politiker ein und hoben den politischen Machtwechsel nach fast zwei Jahrzehnten MAS-Dominanz hervor.[25][9][26][3]

Am 8. November 2025 trat Paz Pereira seine Präsidentschaft an.[27] An seiner Amtseinführung nahmen Staatsvertreter aus verschiedenen Ländern teil, darunter der argentinische Präsident Javier Milei, der chilenische Präsident Gabriel Boric, der ecuadorianische Präsident Daniel Noboa, der paraguayische Präsident Santiago Peña, der uruguayische Präsident Yamandú Orsi, der ehemalige deutsche Bundespräsident Christian Wulff, der brasilianische Vizepräsident Geraldo Alckmin, die costa-ricanische Vizepräsidentin Mary Munive, der salvadorianische Vizepräsident Félix Ulloa und die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Teresa Ribera.[28]

Commons: Rodrigo Paz Pereira – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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