Rosenthal (Dahme/Mark)
Ortsteil der Stadt Dahme/Mark
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Das Dorf Rosenthal ist ein Ortsteil[2] der amtsangehörigen Stadt Dahme/Mark im brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming.
Rosenthal Stadt Dahme/Mark | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 51° 52′ N, 13° 28′ O | |
| Einwohner: | 272 (31. Dez. 2020)[1] | |
| Eingemeindung: | 31. Dezember 2001 | |
| Postleitzahl: | 15936 | |
| Vorwahl: | 035451 | |
Lage von Rosenthal in Brandenburg | ||
Geographische Lage
Das Dorf Rosenthal liegt ca. 2 Kilometer östlich der Stadt Dahme/Mark. Die Bundesstraße 102 führt in West-Ost-Richtung südlich am Dorfkern vorbei. Von ihr zweigt die Straße Rosenthal im Westen und Osten jeweils nach Nordosten bzw. Nordwesten in den Ortskern ab und umschließt dort den Dorfanger. Es handelt sich um eines der östlichsten Flämingsdörfer, welches unmittelbar an den Niederlausitzer Landrücken grenzt. Im Südwesten grenzt der Wohnplatz Kolonie Rosenthal an. Die Ortschaft liegt an der Bundesstraße 102.
Siedlungsform
Eine Besonderheit des Dorfes ist seine Ortsform. Bei dieser handelt es sich um eine Übergangsform eines Angerdorfs und eines Sackgassendorfs. Das aus dem Mittelalter stammende Ortsbild ist bis in die Gegenwart sehr gut erhalten.
Geschichte und Etymologie
Etymologie
Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes ist auf das Jahr 1328 zurückzuführen; in jener urkundlichen Erwähnung wird der Name Petrus Dictus de Rosendal aufgeführt. Im Jahre 1346 kommt es zur ersten direkten Nennung des Dorfes unter dem Namen Rosental[3] in der Bistumsmatrikel des Hochstifts Meißen. Der Name ändert sich zu von Rosentale, zu Rosenthale im Jahr 1446. Im Jahr 1579 erscheinen die Bezeichnungen Rosenthal/Roschane und 1768 schließlich Rosenthal.[4] Begründet wurde das Dorf wohl im frühen 14. Jahrhundert als eines von vielen Dörfern im Rahmen der Deutschen Ostsiedlung durch Flämische Siedler, welche der Region ihren Namen verliehen. Es handelt sich dabei um einen typischen Wunschnamen der „mittelalterlichen Kolonisationszeit mit dem „schönen“ Wort Rose“.[5]
Landesherrschaft
Die landesherrliche Zugehörigkeit des Ortes wechselte mehrfach. Bis 1566 unterstand er dem Erzbischof von Magdeburg, anschließend von 1566 bis 1635 dem Administrator des Erzstifts. Nach dem Prager Frieden gelangte der Ort 1635 bis 1656 an den Kurfürsten von Sachsen und gehörte von 1657 bis 1746 zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels. Zwischen 1746 und 1806 stand er erneut unter dem Kurfürsten von Sachsen, ehe er von 1806 bis 1815 dem Königreich Sachsen zugeordnet war.[6]
Grundherrschaft
Ob der Ort bis 1388 sowie erneut 1390 bis 1405 zur Herrschaft Dahme gehörte, bleibt unklar, da er in den einschlägigen Urkunden nicht genannt wird. Sicher belegt ist jedoch, dass das Amt Dahme spätestens vor 1414 bis 1872 die Oberhoheit über das Dorf mit allen Rechten und dem Patronat ausübte. Die grundherrlichen Verhältnisse waren stark zersplittert und verteilten sich auf zahlreiche Adelsfamilien, Bürger und Amtsinhaber. Ein erster größerer Abgabenkomplex befand sich vor 1446 bis 1484 bei der Familie Schilling, die Hebungen von sieben Malter Roggen und elf Hühnern im Dorf und auf der Feldmark bezog, später acht Malter Roggen und elf Hühner. Dieser Besitz wurde 1484 geteilt. Eine Hälfte verblieb bis 1568 bei Schilling, gelangte 1568 bis 1621 an die von Raschkau und 1621 bis 1661 an die von Klitzing, bevor sie an das Amt Dahme fiel. Die zweite Hälfte lag 1484 bis 1487 bei Jungermann aus Jüterbog und 1487 bis 1492 bei Kühne aus Herzberg (Elster), der Hebungen von zwei Einwohnern bezog (acht Scheffel Korn bzw. sechs Scheffel Hafer). Auch dieser Anteil wurde 1492 erneut geteilt. Eine Hälfte befand sich 1492 bis nach 1514 bei Hoppe aus Jüterbog, anschließend bis 1535 beim Kammerdiener von Hietzhaim und 1535 bei von Falkenhagen, bevor sie vermutlich mit der zweiten Hälfte vereinigt wurde. Die andere Hälfte blieb 1492 bis 1613 bei der Familie Jungermann, war 1613 bis 1615 im unmittelbaren Besitz des Administrators von Magdeburg, gelangte 1615 bis 1654 an die von Löben und 1654 bis 1769 an den kurfürstlich‑brandenburgischen Hof- und Konsistorialrat Reinhardt und dessen Erben. Von 1770 bis nach 1815 lag dieser Anteil bei Baizer aus Jüterbog. Bereits 1658 scheint der gesamte Teil (b) wieder vereinigt gewesen zu sein. Ein weiterer Abgabenkomplex befand sich vor 1446 bis 1517 bei der Familie Schütz aus Dahme, die Geldhebungen von einem Lehngut bezog. Von 1517 bis 1560 lag dieser Anteil bei Liebe aus Dahme und wurde 1560 geteilt. Eine Hälfte verblieb bis 1596 bei Liebe, die andere bis 1596 bei den von Raschkau. Danach wurden beide Teile wieder vereinigt und befanden sich 1596 bis nach 1633 erneut bei Liebe. Vor 1654 bis 1699 lag dieser Besitz wieder bei der Familie Schütz aus Dahme, ehe er an das Amt Dahme fiel. Ein besonders umfangreicher Komplex von Hebungen aus drei beziehungsweise sieben Einwohnerstellen befand sich vor 1446 bis 1478 bei den von Thümen, 1478 bis 1485 bei den von Drandorf zu Wildenau und 1485 bis 1522 erneut bei den von Thümen. Von 1522 bis 1549 lag er bei den von Queiß, anschließend 1549 bis 1728 bei den von Brandenstein und 1728 bis 1750 bei Frau von Leipzig(er), geborene von Brandenstein. Die Abgaben umfassten Roggen, Hafer, Hühner, Eier, Mohn, Geld, Dienste, Zehnten sowie Stroh, teils in detaillierter Aufschlüsselung. Im Jahr 1715 wurde dieser Besitz in ein Allodium umgewandelt und fiel später an das Amt Dahme.[6] Ein weiterer Anteil lag 1451 bis nach 1466 bei der Familie Schenck, Vasallen zu Dahme, die Hebungen von einem Hof mit zwei Hufen bezog (Roggen, Hafer, elf Hühner, sieben Eier, eine Mandel Stroh, den Fleischzehnten und Geld). Danach fiel dieser Anteil an den Landesherrn beziehungsweise das Amt. Ein zusätzlicher Komplex von Hebungen aus den Mühlen zu Rosenthal und Rietdorf (jeweils sechs Scheffel Roggen) befand sich vor 1454 bis 1500 bei Seidenhefter, 1500 bis 1512 beim Amtsschreiber Hofmann zu Dahme, 1512 bis 1516 beim Kanzleischreiber Glaser, 1516 bis 1567 bei Freudemann aus Halle/Saale und Jüterbog, 1567 bis 1569 bei den von Schönermark, 1569 bis 1595 bei den von Rathenow, 1595 bis 1657 bei den von Löben, 1657 bis 1681 bei den von Koseritz, 1681 bis 1689 bei den von Drandorf, 1689 bis 1714 bei den von Birckholtz und 1714 bis nach 1797 bei den von Leipzig(er). Seit 1657 umfasste dieser Komplex auch den achten Anteil. Ein weiterer Anteil mit Hebungen von vier Hufen (Roggen, Hafer, Eier, Stroh, elf Hühner, Geld und Fleischzehnt) befand sich vor 1466 bis 1516 bei Laurentz, genannt Kersten, einem Bürger aus Jüterbog, 1516 bis 1583 bei den von Thümen und 1583 bis 1669 bei den von Seelen, bevor er an den Landesherrn beziehungsweise das Amt fiel. Ein zusätzlicher Komplex mit Hebungen von einem Gut und dem Krüger – später vom Müller, dem Krüger und einem Einwohner – lag bis 1487 bei den von Wolfersdorff, 1487 bis 1491 bei den von Drauschwitz, 1491 bis 1601 bei Otte aus Dahme, 1601 bis 1657 bei den von Löben und 1657 bei den von Koseritz, womit er mit dem sechsten Anteil vereinigt wurde. Schließlich befand sich ein kleinerer Anteil mit Hebungen von einem Einwohner (15 Scheffel Korn) bis 1528 bei Schilling und 1528 bei Reinicke, bevor er an den Landesherrn beziehungsweise das Amt fiel.[7]
14. bis 16. Jahrhundert
Infolge baubegleitender Maßnahmen konnten im Ortskern zahlreiche mittelalterliche sowie frühneuzeitliche Erdbefunde datiert und erfasst werden.[8] Der Ort wurde 1346 erstmals als Kirchdorf erwähnt. Für das Jahr 1446 ist belegt, dass der Schulze einen Hof mit zwei Hufen als Lehngut besaß. Um 1500 wurden 14 Schock und 7½ Groschen zur Anlage erhoben. Im Jahr 1516 betrug die Steuerlast 25 Gulden; zudem verfügte die Familie Bitzschen über einen freien Hof mit einer Hufe. 1534 wurden zum 50. Pfennig 38 Gulden, 12 Groschen und 4 Denare veranlagt. Im Jahr 1551 wurden 19 Hufner und 12 Kossäten gezählt. 1562 lebten 36 Hauswirte im Dorf, ebenso 1584, als zusätzlich ein Pfarrer genannt wird.[7] Für die Jahre 1562, 1658, 1665 und 1722 sind vier Pfarrhufen belegt. 1562 verfügte der Pfarrer über vier Hufen vor Rosenthal, die verpachtet waren. Aus einer dieser Hufen erhielt er vier Scheffel Roggen, acht Scheffel Gerste und zwei Scheffel Hafer. Hinzu kamen drei Wiesen vor Rosenthal, von denen jede in gemeinen Jahren ein Fuder Heu trug. Der Küster erhielt 18 Scheffel Roggen sowie aus jedem Haus halbjährlich ein Brot und ein Ei. Außerdem standen ihm sechs oder sieben Stein Wolle von den Schafen zu, die die Gemeinde den Nachbarn zur Hälfte ausgetan hatte. Weitere Einnahmen bestanden aus zwei Schock Zins von mehreren Ackerstücken bei Liebsdorf sowie acht Groschen von einigen Gärten zu R. Der Pfarrer verfügte zudem über drei Ackerstücke, von denen eines auf der Schlagsdorfer Mark und die beiden anderen im Elsbruch lagen; diese wurden jedoch selten bestellt. Ein weiteres Ackerstück gehörte ebenfalls zur Pfarre. Vor Jahren hatte die Familie von Klitzing auf diesem Besitz eine Schäferei errichtet.[9] 1586 wurden zum 70. Pfennig 19 Taler erhoben. Für die Jahre 1595/1596 ist die Abgabenleistung der Einwohner detailliert überliefert. Insgesamt 19 Einwohner, darunter der Schulze und der Müller, entrichteten dem Amt Dahme den Michaelisschoß. Die Zahlungen beliefen sich auf zwei Mal 1 Taler und 16 Groschen, sechs Mal 1 Taler, einmal 21 Groschen, einmal 16 Groschen, zwei Mal 12 Groschen, fünf Mal 8 Groschen, einmal 6 Groschen sowie einmal 1 Groschen und 8 Denare.[7]
17. Jahrhundert
Um 1600 zählte der Ort 32 Hauswirte. Im Jahr 1609 werden fünf Lehnleute, darunter der Schulze, vierzehn Ackerleute sowie fünfzehn Kossäten genannt. Um 1625 bestand die Bevölkerung aus einem Lehnschulzen, vier Lehnleuten mit zusammen neun Hufen, zehn dienstpflichtigen Bauern mit zusammen neunzehn Hufen, vier freien Bauern mit acht Hufen, acht dienstpflichtigen Kossäten, sieben freien Kossäten sowie zwei Häuslern. Insgesamt lebten zu dieser Zeit 36 Einwohner im Ort; die Gemarkung umfasste 40 Hufen, von denen vier zur Pfarre gehörten.
Der Dreißigjährige Krieg führte zu erheblichen Zerstörungen. 1638 waren dreizehn Bauernhöfe, zehn Gärtnerstellen und sechs Büdnerstellen abgebrannt; zwei weitere Gärtnerstellen lagen wüst. 1646 bestanden nur noch ein Schulzenhof und sieben Gärtnerstellen, die teilweise ebenfalls vom Brand betroffen waren. 1653 wurden neun Hufner und zehn Gärtner verzeichnet, von denen jeder fünf Ackerstücke mit einer Aussaat von sechs Scheffeln bewirtschaftete. Zehn Hufnerstellen und sechs Gärtnerstellen lagen weiterhin wüst.[7] Eine detaillierte Erhebung von 1658 zeigt ein stark differenziertes Besitzgefüge: Es bestanden vier Lehngüter, sechs Bauerngüter, zehn Gärtnerstellen sowie ein Häusler. Zahlreiche weitere Güter und Stellen waren wüst, darunter ein Lehngut mit zwei Hufen, acht Bauerngüter mit je zwei Hufen sowie vier Gärtnerstellen. Die einzelnen Hofstellen verfügten über unterschiedlich große Ackerstücke, häufig mit einer Aussaat von sechs Scheffeln. Mehrere Kossäten besaßen zusätzlich Anteile auf der Bürgermark, einzelne betrieben eine Windmühle. Auch wüste Güter wurden teilweise noch mit Ackerstücken beschrieben, die weiterhin genutzt wurden.[7]
Für das Jahr 1658 ist belegt, dass der Pfarrer vier Äcker und vier Hufen zur Pfarre besaß. 1665 nutzten die Liebsdorfer Kossäten den Planacker nach Wildau; seine Aussaat betrug drei Malter und neun Scheffel. Der sogenannte Gottesplan mit einer Aussaat von 13 Scheffeln lag wüst, ebenso das kleine Plängen mit vier Scheffeln Aussaat. Auch der Plan am Kolpinsehen Berg, der eine Aussaat von 18 Scheffeln hatte, war seit dreißig Jahren unbestellt.[10] Neumanns Plan soll vollständig verwachsen gewesen sein. Die Gotteswiese trug ein Fuder Heu. Der Pfarrer bewirtschaftete seine vier Hufen selbst. Zu Fastnacht erhielt er von jedem Wirt in beiden Dörfern eine Knackwurst, zu Ostern von jedem zwei Eier. Der Küster bezog 19 Scheffel Roggen, von jedem Wirt zwei Brote und von drei Freikossäten vier Brote; zu Ostern erhielt er zusätzlich zwei Eier.[11] Für das Jahr 1663 ist die Einwohnerstruktur detailliert überliefert: 21 Männer (darunter zwei Witwenhaushalte), 19 Frauen, vier mündige Söhne, 36 unmündige Söhne, 32 unmündige Töchter, zwei Stiefsöhne, drei Stieftöchter, ein Schwager und eine Schwägerin, drei Knechte, drei Mägde sowie eine Hausfrau mit einem Kind. 1664 bestanden ein Lehnschulze, drei Lehnbauern, vier dienstpflichtige Bauern, zwei freie Bauern, sechs dienstpflichtige Gärtner, vier freie Gärtner und ein Häusler. Ein Lehngut, mehrere Bauerngüter und eine Budenstelle lagen weiterhin wüst. Insgesamt waren 21 Stellen besetzt, 14 unbesetzt.[10]
18. Jahrhundert
Der Lehnschulze verfügte im Jahr 1713 über zwei Lehnhufen und lebte mit einem Sohn, der als Knecht tätig war, einem weiteren Sohn sowie zwei Töchtern, von denen eine als Magd diente. Mehrere Zweihufner besaßen jeweils unterschiedliche Familien‑ und Arbeitsverhältnisse: Einer hatte einen Sohn als Knecht und zwei Töchter, ein anderer einen Sohn als Knecht und eine Tochter als Magd. Ein weiterer beschäftigte einen Knecht und mehrere Dienstmägde, ein anderer hielt einen Meier, einen Dienstjungen und zwei Mägde. Ein weiterer Zweihufner hatte einen Knecht, zwei Mägde und einen Dienstjungen. Ein Zweihufner verfügte über ein Viertel einer Hufe auf der Luckauer Mark, einen Sohn als Knecht, einen weiteren Sohn, eine Tochter als Magd und einen Dienstjungen. Ein Einhufner besaß ein Lehngut, eine Hufe auf der Luckauer Mark, einen Knecht und eine Magd. Der Erbkrüger verfügte über ein Lehngut von zwei Hufen, zusätzlich über eine Hufe und eine halbe Hufe auf der Luckauer Mark, einen Sohn als Knecht, zwei weitere Söhne und eine Magd. Ein weiterer Zweihufner besaß eine halbe Hufe auf der Luckauer Mark sowie zwei Knechte und eine Magd. Ein anderer hatte seinen Bruder als Knecht und drei Schwestern im Haushalt. Ein weiterer verfügte über einen Sohn als Knecht und drei Töchter. Eine Person besaß ein Lehngut mit zwei Lehnhufen, einen Sohn als Knecht, eine Tochter als Dienstmagd und eine Magd. Ein Zweihufner hatte eine halbe Hufe auf der Luckauer Mark und einen Knecht, ein anderer dieselbe Fläche, einen Sohn als Knecht und eine Tochter. Zwei weitere Zweihufner hatten jeweils einen Sohn als Knecht und eine Tochter. Ein weiterer Zweihufner besaß ein Lehngut und einen Dienstjungen. Unter den Kossäten hatte einer eine halbe Hufe auf der Luckauer Mark und einen Sohn als Knecht,[10] ein anderer eine halbe Hufe und eine Magd, ein weiterer eine halbe Hufe auf der Luckauer Mark und eine Dienstmagd. Ein Kossät besaß eine halbe Hufe auf der Luckauer Mark, ein anderer eine Hufe auf der Luckauer Mark sowie einen Knecht und eine Magd. Ein weiterer Kossät besaß die Windmühle, eine Hufe auf der Luckauer Mark und einen Knecht. Ein anderer verfügte über eine Hufe auf der Luckauer Mark, einen Sohn als Knecht, zwei weitere Söhne, eine Tochter als Magd und mehrere Dienstmägde. Der Windmüller hatte eine halbe Hufe auf der Luckauer Mark, einen Mühlknappen, einen Sohn als Knecht und zwei Töchter. Ein weiterer Kossät besaß eine halbe Hufe auf der Luckauer Mark und einen Sohn als Knecht. Ein Häusler verfügte über eine halbe Hufe auf der Luckauer Mark. Ein Kossät hatte eine halbe Hufe auf der Luckauer Mark, einen Sohn als Knecht, einen Sohn als Dienstjungen und eine Tochter. Ein weiterer Kossät besaß eine halbe Hufe auf der Luckauer Mark, einen Sohn als Knecht und eine Tochter als Magd. Ein weiterer hatte ebenfalls eine halbe Hufe auf der Luckauer Mark. Ein Häusler hatte eine Tochter als Magd. Ein Kossät verfügte über eine Hufe auf der Luckauer Mark und einen Sohn als Knecht. Ein Häusler besaß etwas Ackerland. Der Hirte hatte einen Sohn als Hirtenknecht und hielt 49 Schafe. Im Jahr 1722 wurden 36 Feuerstätten gezählt, darunter 19 Bauernstellen, zwölf Kossätenstellen und fünf kleine Häuser. Der Ort verfügte über zwei Windmühlen, ein Beigeleite, ein Wirtshaus und eine Laufschmiede. Die Flur umfasste 36 Hufen sowie vier Pfarrhufen.
Das Vorwerk bestand 1727 aus einem Freigut, zwei Löbenschen Hufen und einer halben Hufe auf der Luckauer Mark. Die Aussaat umfasste acht Scheffel Weizen, 97 Scheffel und fünf Metzen Roggen, 29 Scheffel Gerste, 27 Scheffel und vier Metzen Hafer, 13 Scheffel und acht Metzen Heidekorn, einen Scheffel und drei Metzen Erbsen, sechs Metzen Linsen, einen Scheffel und acht Metzen Wicken, zwei Scheffel und vier Metzen Leinsamen sowie acht ein Drittel Metzen Hirse. Der Viehbestand umfasste elf Kühe, fünf Stiere, neun Ochsen, sieben Pferde und 120 Schafe, außerdem Schweine‑ und Federvieh. Im Jahr 1737 wurden im Winter acht Scheffel Weizen und 156 Scheffel Korn ausgesät, im Sommer 36 Scheffel Gerste, 20 Scheffel und acht Metzen Hafer, ein Scheffel Mengfutter, sieben Scheffel und acht Metzen Heidekorn, zwei Scheffel Erbsen, vier Scheffel Wicken, zwei Scheffel Hirse und ein Scheffel Leinsamen. Der Viehbestand umfasste zwölf Kühe, zwei Fersen, 15 Ochsen und sieben Schweine. Im Jahr 1746 verfügte der Lehnschulze über zwei Hufen, daneben gab es drei Lehnleute, von denen zwei jeweils zwei Hufen und einer eine Hufe besaßen. Außerdem wurden zwölf Bauern, dreizehn Kossäten und fünf Häusler genannt. Für 1768 sind zwei Müller und ein Schneider überliefert.
Im Jahr 1777 lebten vierunddreißig angesessene Einwohner im Ort, darunter 16 Hufner, zwölf Kossäten und sechs Häusler. Sieben Häuser waren unbewohnt oder dienten öffentlichen Zwecken, darunter ein kursächsisches Verwaltungsgebäude, ein Drescherhaus, das Pfarrhaus, das Schulhaus, das Hirtenhaus sowie zwei Windmühlen. Das Vorwerk bestand 1789 aus einem Wohnhaus, einem Kuhstall, mehreren Scheunen, einem Ochsenstall, einem Schafstall, einem Holzschuppen, einem Backhaus sowie Wohnungen für sechs Hausleute. Die Aussaat umfasste sieben Scheffel Weizen, 675⁄6 Scheffel Korn, sieben Scheffel Gerste, 2½ Scheffel Hafer, 15⁄6 Scheffel Heidekorn und zwei Scheffel Wicken. Hinzu kamen vier Acker und 195 Quadratruten Wiese mit 53⁄4 Fuder Heu sowie zwei Acker Gärten. Der Viehbestand umfasste 15 Ochsen, acht Kühe und zwei Fersen. Außerdem arbeiteten ein Meier, ein Knecht und eine Magd auf dem Vorwerk. Im Jahr 1793 bestanden 14 Zweihufnerstellen, darunter die des Schulzen. Das kursächsische Vorwerk umfasste zwei Vierhufengüter sowie zwei weitere Hufen eines dritten Hufnergutes; anstelle eines früheren Gutes war ein Kossät angesetzt worden. Außerdem gab es zwei Einhufner, zwölf Kossäten und vier Häusler.[12]
19. Jahrhundert
Der Meier stand im Jahr 1812 unter Schloss und Amt Dahme und beschäftigte einen Knecht und eine Magd, die beide zum Dienst verpflichtet waren. Das Vorwerk besaß 1813 insgesamt 1305⁄6 Acker Felder mit einer Aussaat von 196 Scheffeln und einem Viertel Korn, dazu 10¼ Viertel Acker Wiese und zwei Acker Gärten.[12] Der Viehbestand umfasste 15 Zugochsen, zwölf Kühe, neun Stück Jungvieh und sechs Schafe sowie Schweine und Federvieh. Im Jahr 1815 arbeiteten zwei Windmühlenmeister an zwei Windmühlen, außerdem gab es einen Erbschmied. 1816 wurden ein Schneider und ein Erbkrüger genannt. Im Jahr 1819 bestanden ein Schuhmacher, zwei Zimmerleute, zwei Getreidewindmühlen, 35 Webstühle zur Leinwandherstellung, ein Krug, ein Schankwirt, 14 männliche und zehn weibliche Dienstboten sowie eine Brennerei. Im Jahr 1821 wurden 15 Hufner gezählt, darunter der Lehnschulze, drei Lehnhufner, ein Freisasse, ein Dreihufner, dreizehn Zweihufner und zwei Einhufner. Daneben lebten 13 Kossäten und sechs Häusler im Ort, darunter der Windmüller. 1822 gab es 37 Häuser, ein nach Dahme gehörendes Vorwerk und zwei Windmühlen. Im Jahr 1837 wurde der Ort als Dorf mit Vorwerk, zwei Windmühlen und einer Meierei beschrieben; es bestanden nach wie vor 37 Wohnhäuser. 1840 arbeiteten zwei Windmüller, die jeweils einen Gehilfen beschäftigten, sowie ein Schneider.
Die Einwohnerverhältnisse des Jahres 1843 sind sehr detailliert überliefert. Der Schulze lebte mit seiner Frau, einem Sohn, einer Auszüglerin, einem Knecht und einer Magd. Ein Zweihufner hatte eine Frau und vier Kinder, ein anderer eine Frau, Tochter und Knecht, ein weiterer eine Frau und drei Kinder. Ein Tagelöhner lebte mit einer Frau und zwei Kindern. Ein weiterer Zweihufner hatte eine Frau, zwei Kinder, seinen Bruder, einen Knecht und eine Magd im Haushalt. Ein Einlieger lebte mit seiner Frau. Ein weiterer Zweihufner hatte eine Frau, neun Kinder, eine Auszüglerin, eine Einliegerin mit Tochter und Enkelin. Ein Kossät lebte mit einer Frau, vier Kindern, einem Auszügler mit einer Frau und einer Magd. Ein Einhufner hatte eine Frau und drei Kinder. Ein weiterer Kossät lebte mit einer Frau, zwei Kindern, einer Auszüglerin und einem Tagelöhner mit einer Frau und zwei Kindern. Ein Kossät hatte eine Frau, vier Kinder und eine Magd, ein anderer eine Frau, fünf Kinder, einen Knecht und zwei Einliegerinnen. Ein Müller und Kossät lebte mit einer Frau, drei Kindern, einer Magd und einer Einliegerin. Ein Einhufner hatte eine Frau, zwei Kinder, einen Auszügler mit Tochter, einen Einlieger mit einer Frau und eine Einliegerin mit Tochter. Ein Kossät lebte mit einer Frau, sechs Kindern und einem Knecht. Der Schankwirt hatte eine Frau, zwei Kinder und einen Horndrechslergesellen. Ein Müller und Kossät lebte mit einer Frau, zwei Kindern, einem Knecht und einer Auszüglerin mit Tochter. Ein weiterer Kossät hatte eine Frau und fünf Kinder. Ein Zweihufner lebte mit einer Frau, einem Pflegesohn, einer Auszüglerin mit Tochter und einem Knecht. Ein weiterer Kossät hatte eine Frau und fünf Kinder. Ein Zweihufner lebte mit einer Frau, drei Kindern, einer Auszüglerin, einem Knecht, einer Magd und einem Dienstjungen. Ein weiterer Zweihufner hatte eine Frau, fünf Kinder und einen Dienstjungen. Ein Häusler lebte mit einer Frau, drei Kindern und einem Tagelöhner mit einer Frau. Ein Kossät hatte eine Frau, zwei Kinder und eine Auszüglerin. Ein Zweihufner lebte mit einer Frau, einem Einlieger mit einer Frau und Sohn sowie einer Einliegerin. Ein Schneider lebte mit einer Frau und fünf Kindern. Ein Tagelöhner lebte mit einer Frau, ein weiterer Tagelöhner mit Frau und vier Kindern, eine Tagelöhnerin mit Tochter, ein weiterer Tagelöhner mit einer Frau und Tochter. Der Prediger lebte mit einer Frau, vier Kindern, seiner Mutter, einem Knecht, einer Magd und einem Dienstmädchen. Ein Pfänder lebte mit einer Frau, zwei Kindern und einem Tagelöhner mit Frau und zwei Kindern. Der Kuhhirte hatte eine Frau und sieben Kinder. Ein Tagelöhner hatte zwei Kinder, ein weiterer lebte mit einer Frau, vier Kindern und einem Auszügler,[13] ein anderer mit einer Frau und zwei Kindern, ein weiterer mit Frau und Tochter. Ein weiterer Tagelöhner lebte allein, ein weiterer mit einer Frau und zwei Kindern, ein anderer mit Sohn, ein weiterer mit einer Frau, ein weiterer mit Frau und Sohn. Der Schullehrer lebte mit einer Frau und Tochter. Insgesamt bestanden 42 Häuser. Im Jahr 1858 wurde der Ort als Dorf mit vier Äckern, 46 Wohnhäusern und 124 Wirtschaftsgebäuden beschrieben, darunter zwei Getreidemühlen.[9] Die Gemarkung umfasste 4027 Morgen: 48 Morgen Gehöfte, 3714 Morgen Acker, 126 Morgen Wiese und 139 Morgen Weide. Das Dorf bestand 1837 mit dem Vorwerk, zwei Windmühlen und einer Meierei und 1860 sowie 1871 mit dem Vorwerk Sieb.[4]
20. Jahrhundert
Um 1900 verfügte das Dorf über 50 Häuser. Neben zwei Auszüglern waren ein Gastwirt mit 7,5 ha Land, eine Frau ohne weitere Angabe, ein Häusler mit 10,25 ha, ein Häusler und Nachtwächter mit 6,75 ha sowie ein Häusler und Pfänder mit 5,15 ha verzeichnet. Zudem gab es drei Halbkossäten mit Flächen von 9,25 ha, 6 ha und 3,75 ha. Die Gruppe der Halbhüfner umfasste 13 Betriebe mit Größen zwischen 18,25 ha und 60,75 ha. Ferner existierten elf Kossätenhöfe mit Flächen zwischen 7,25 ha und 30,75 ha. Weitere Berufsgruppen waren ein Lehrer, zwei Mühlenbesitzer mit 16,50 ha und 16,25 ha, ein nicht näher bezeichneter Besitzer eines 34,25 ha großen Gutes, ein Pfarrer sowie ein Restgutsbesitzer mit 6 ha. Im Jahr 1931 zählte der Ort 71 Wohnhäuser mit insgesamt 92 Haushaltungen. Bis 1939 hatten sich die Betriebsgrößen weiter ausdifferenziert: Es bestanden 25 land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit 20–100 ha, 11 mit 10–20 ha, 7 mit 5–10 ha sowie 19 Kleinbetriebe mit 0,5–5 ha.
Nach 1945 kam es im Zuge der Bodenreform zu erheblichen Umstrukturierungen. Im Jahr 1948 wurden 127,2 ha enteignet, darunter 98,7 ha Ackerland, 8,5 ha Wiesen und Weiden sowie 20 ha Wald. Von den aufgeteilten Flächen erhielten 11 landarme Bauern 16 ha, während zehn Umsiedler zusammen 91,2 ha zugeteilt bekamen; der Wald gelangte an die Gemeinde. 1955 wurde im Ort eine LPG vom Typ III gegründet, der 27 Mitglieder mit 42 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche angehörten. Bis 1960 existierte weiterhin eine LPG des Typs III. 1964 wurde die LPG Typ I des benachbarten Ortes Sieb angeschlossen. 1965 verfügte die Genossenschaft über 124 Mitglieder und 745 ha Nutzfläche. Im selben Jahr bestand zusätzlich eine LPG Typ I mit 55 Mitgliedern und 270 ha sowie eine weitere mit 53 Mitgliedern und 276 ha, die 1969 der Typ III Genossenschaft angeschlossen wurde. 1976 erfolgte schließlich ein Zusammenschluss mit der LPG (T) Dahme.[9]
Kultur und Sehenswürdigkeiten

Dorfkirche Rosenthal
In der Mitte des Dorfangers ist die evangelische Rosenthaler Dorfkirche vorzufinden. Bei dieser handelt es sich um eine spätromanische Feldsteinkirche. Der Kirchenbau geht frühsten Datierungen zufolge auf das späte 12. Jahrhundert zurück. Der Kirchenführer des Kirchenkreises Zossen-Fläming gibt als Bauzeitraum hingegen die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts an. Die Kirche ist durch einen Zaun eingefriedet. Zur Ausstattung der Kirche zählt ein Altarretabel aus dem Jahr 1627, welches das Abendmahl Jesu illustriert.
Holländerwindmühle von Rosenthal
Zurückgesetzt an der Bundesstraße von Luckau nach Dahme/Mark liegt die Rosenthaler Holländerwindmühle, Baujahr 1878. Die Holländerwindmühle verfügt über einen festen, meist aus Stein errichteten, runden bis eckigen Baukörper, dessen obere Kappe beweglich ist. An der Rosenthaler Mühle fehlen heute die charakteristischen vier Flügel. Bis in die 1930er-Jahre befand sich die Mühle in Betrieb. Infolge eines Orkans wurden Windrad und Flügel erheblich beschädigt und in der Folge demontiert. Infolgedessen handelt es sich bei der Rosenthaler Mühle um einen sogenannten Galerieholländer.[14]
Persönlichkeiten
- Jürgen Villmow (* 1955), Künstler und Architekt, lebte bis 1965 in Rosenthal und betreibt heute im elterlichen Bauernhaus ein Atelier
Literatur
- Michael Bock: Erbbuch des Fürstlich-Sächsischen Amts Dahme 1658. Die Amtsdörfer. In: ZMFG 2021 Nr. 2. Rosenthal S. 100.
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 444–451.
Siehe auch
Weblinks
- Rosenthal auf der Website des Amtes Dahme/Mark
