Räthgloben 1917 Verlag

Hersteller unterschiedlicher Globen (und ehemaliger Verleger) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Räthgloben 1917 Verlag ist ein in Leipzig ansässiger Hersteller von Globen, der 1917 von Paul Räth (1881–1929) gegründet wurde und seit 1999 überwiegend der Tecnodidattica S.p.A gehört.

Räths
"Welthandels- und Weltverkehrsglobus"
aus dem Jahr 1931

Das Angebot umfasst sowohl von innen beleuchtete Globen aus Glas, als auch einfacherer Exemplare aus Thermoesche oder Acrylglas. Neben Globen der Erde zählen auch Himmelsgloben und Mondgloben zum Angebot.

Geschichte

Zunächst als Buchvertrieb und Lehrmittelwerkstatt am Markt, begann in den 1920er Jahren die Produktion von Globen, die 1928 bereits in 20 Sprachen erschienen und in alle Welt exportiert wurden.

Viele der frühen Globen und Himmelsgloben wurden von dem Leipziger Gymnasiallehrer Arthur Krause (1882–1972) entworfen.[1]

Im Dezember 1943 wurden die Firmengebäude durch einen Luftangriff vollständig zerstört. Die Produktion von Globen wurde 1947 wieder aufgenommen.

Handkaschierung im manuellen Herstellungsprozess

1972 wurde der Verlag in der DDR vollständig verstaatlicht und firmierte bis dann, bis 1990, als VEB Räthgloben-Verlag.[2]

In den 70er Jahren wurden jährlich ca. 120.000–180.000 Globen hergestellt, die in 14 Länder exportiert wurden. Im Verlag waren ca. 70 Mitarbeiter beschäftigt. Die gängigsten Erdkugeln hatten Durchmesser von 12, 21, 28 und 33 cm. Die Drucke und Kartografien wurden im VEB Hermann Haack in Gotha erstellt. Nach der Deutschen Wiedervereinigung ging der Räthgloben-Verlag 1990 zunächst in die Treuhandanstalt ein und wurde dann 1992 privatisiert. Seit 1999 gehört der Räthgloben 1917 Verlag mehrheitlich zur italienischen Firmengruppe Tecnodidattica S.p.A., die ihren Hauptsitz in San Colombano Certenoli, bei Genua und eine Produktserie mit der National Geographic Society entwickelt hat.[3][4]

Seit 2008 ist der Firmensitz in Markranstädt bei Leipzig.[5] Dort werden seit 2014 auch handkaschierte Tisch- und Standgloben für die mit National Geographic konzipierte Serie gefertigt.[3] Neben Globen, die in traditioneller Handarbeit gefertigt werden sind auch maschinell mit (Tiefziehtechnik) hergestellte Exemplare aus unterschiedlichen Materialien und mit verschiedenen Kartenbildern, sowie Schul- und Kindergloben erhältlich.

Räthgloben in Ausstellungen und Sammlungen

Mondglobus der Fa. Räth

Einige Globen aus der Werkstatt Paul Räths sind heute als Exponate in Museen zu sehen.

Im Globenmuseum der Wiener Nationalbibliothek zählt ein Räthglobus aus dem Jahr 1920 zur Ausstellung. Dabei handelt es sich um einen Kugelglobus aus Pappmaché mit Chromolithographie, der ein politisches, grenzkoloriertes Kartenbild zeigt.[6]

Im Deutschen Museums in München ist seit 1941 ein handmodellierter Reliefglobus mit 155 cm Durchmesser im Bestand, auf dem die Schifffahrtslinien des Norddeutschen Lloyd zu sehen sind.

Die Deutsche Nationalbibliothek besitzt etwa 20 Globen, zu denen ein großer, handkaschierter Räthglobus zählt, der im Jahr 2019 angeschafft wurde. Mit seiner Gesamthöhe von 135 Zentimetern und einem Kugeldurchmesser von 75 cm ist der Globus Teil der kartographischen Sammlung, die im geografischen Lesesaal untergebracht ist.[5]

Einzelnachweise

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