Südmandschurische Eisenbahn
japanische Bahngesellschaft in der Mandschurei
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Die Südmandschurische Eisenbahn-Aktiengesellschaft (jap. 南満州鉄道株式会社/南満洲鉄道株式会社 Minami-Manshū Tetsudō Kabushiki kaisha; abgekürzt 満鉄 Mantetsu) war eine vom Kaiserreich Japan 1906, nach dem Russisch-Japanischen Krieg (1904–1905), in Dalian gegründete Eisenbahngesellschaft. Die Südmandschurische Eisenbahn-Aktiengesellschaft wurde 1945 nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgelöst.





Geschichte
Die Mandschurei wurde um das Jahr 1900 vom Russischen Reich besetzt. Infolgedessen kam es zu immer größeren Spannungen zwischen Russland und Japan, die, nachdem 1903 der japanische Botschafter einen Rückzug der russischen Truppen aus der Mandschurei und die Anerkennung der japanischen Interessen in Korea gefordert hatte, 1904 in den Russisch-Japanischen Krieg mündeten. Japan konnte den Krieg 1905 für sich entscheiden und Russland musste sich aus der Mandschurei zurückziehen, die wieder an China zurückgegeben wurde.[1]
Die unter japanischer Kontrolle stehende Südmandschurische Eisenbahn-Aktiengesellschaft übernahm die zuvor von Russland erbaute Transmandschurische Eisenbahnstrecke von Harbin nach Dalian (Port Arthur) und spurte sie von russischer Breitspur auf Normalspur um.[2] Erster Präsident der Gesellschaft war Gotō Shimpei.
Seit der Annexion Koreas durch Japan bis 1925 unterstanden ihr auch zwei Strecken im Norden von Chosen (Korea).
| Kankyo-Strecke | Yujo – Kainei 42° 26′ 34″ N, 129° 45′ 3″ O | 106 km einschl. Zweigstrecken |
| Tomon-Strecke | Kainei – Yuki | 223 km einschl. Zweigstrecken |
Im Dezember 1926[Anm. 1] ereignete sich ein schwerer Eisenbahnunfall, als ein Personen- und ein Güterzug kollidierten. 25 Menschen starben, 54 wurden verletzt.[3]
Der Mukden-Zwischenfall, ein wohl durch japanische Offiziere der Kwantung-Armee durchgeführter Sprengstoffanschlag auf die Südmandschurische Eisenbahn am 18. September 1931, gilt als Auftakt der Mandschurei-Krise zwischen Japan und China. Für den Anschlag wurde von den Japanern die chinesische Seite verantwortlich gemacht. Er diente als Vorwand für die weitere Entsendung japanischer Truppen in die Mandschurei und die Gründung des japanischen Vasallenstaates Mandschukuo.[4]
1936 war die Gesellschaft im Besitz von 466 Lokomotiven, 554 Personenwagen und 8134 Güterwagen.[5]
Nach der japanischen Besetzung Javas erhielt die Südmandschurische Eisenbahn zahlreiche erbeutete Normalspur-Lokomotiven der Nederlands-Indische Spoorweg, da die Gleise dort auf Kapspur umgestellt wurden.
Die Südmandschurische Eisenbahn-Aktiengesellschaft wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 durch die amerikanische Besatzungsregierung in Japan für aufgelöst erklärt und von der Roten Armee übernommen, die mit der sowjetischen Invasion der Mandschurei im August 1945 deren Gebiet besetzt hielt.
Siehe auch
- Einundzwanzig Forderungen (1915)
- Mukden-Zwischenfall (1931)
- Mandschurei-Krise (1931)
- Mandschurische Staatsbahn
Literatur
- Peter W. B. Semmens: Katastrophen auf Schienen. Eine weltweite Dokumentation. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71030-3.
Weblinks
- Frühe Dokumente und Zeitungsartikel zur Südmandschurischen Eisenbahn in den Historischen Pressearchiven der ZBW
- Eisenbahnen in China (engl. Wikipedia)
Anmerkungen
- 8. und/oder 11. Dezember 1926. Semmens, S. 80, geht von zwei Unfällen aus. Allerdings gibt er die exakt gleiche Zahl von Toten und Verletzten für beide Unfälle an, was eher für einen Unfall und ein unzutreffendes Datum spricht.