Sam’s Club
US-amerikanische Einzelhandelskette
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Sam’s Club ist eine US-amerikanische Einzelhandelskette im Abholgroßmarkt-Format und eine Tochtergesellschaft von Walmart Inc. Die 1983 gegründete Geschäftseinheit betreibt großflächige Mitgliedschaftsverkaufspunkte, die sowohl Privatkunden als auch gewerbliche Abnehmer bedienen. Zum 31. Januar 2025 liegt Sam's Club mit einem Umsatz von 90,2 Milliarden US-Dollar beim Umsatzvolumen unter den Großhandelsmarken an zweiter Stelle, vor BJ’s Wholesale Club, aber hinter seinem Hauptkonkurrenten Costco.[1]
| Sam’s Club | |
|---|---|
| Rechtsform | Tochtergesellschaft |
| Gründung | 1983 |
| Sitz | Bentonville, Arkansas, |
| Leitung | Kathryn McLay (CEO) |
| Mitarbeiterzahl | ca. 100.000 (2023) |
| Umsatz | 90,2 Mrd. US-Dollar (2025) |
| Branche | Einzelhandel, Großhandel |
| Website | www.samsclub.com |



Geschichte
Sam Walton eröffnete am 7. April 1983 den ersten Sam's Wholesale Club, 21 Jahre nach der Gründung von Walmart. Die erste Filiale wurde in Midwest City, Oklahoma, eröffnet.[2] Ziel war es, ein Geschäftsmodell zu etablieren, das auf niedrigen Preisen, begrenztem Sortiment und hohen Verkaufsvolumina basiert und sich sowohl an kleine Unternehmen als auch an private Haushalte richtet. Während die Walmart Stores sich damals noch auf kleine Städte beschränkten, sollten mit den Warenhäusern Konsumenten in größeren Städten erreicht werden. 1984 waren bereits 11 Fillialen etabliert.[3]
Im Jahr 1987 erwarb Wal-Mart Stores den in West Monroe, Louisiana, ansässigen „SuperSaver Wholesale Warehouse Club“; durch diesen Kauf wurde die Kette „Sam’s Wholesale Club“ um 24 Standorte erweitert. Vor der Übernahme befanden sich die Filialen im Besitz von Alton Hardy Howard und seinem Sohn John. 1990 wurde Sam's Wholesale Club in Sam’s Club umbenannt, nachdem ein Gericht geurteilt hatte, dass es sich bei Sam’s Club nicht um einen Großhändler im eigentlichen Sinne handelt. 1993 erwarb Sam’s 99 der 113 Warenhäuser des Mitbewerbers Pace Membership Warehouse (Teil von Kmart). In diesem Jahr erreichten die Umsätze 14,7 Mrd. US-Dollar, ein Fünftel von Walmarts Gesamtumsatz.[3]
Am 11. Januar 2018 gab Walmart bekannt, dass 63 Sam's Club-Filialen in Städten wie Memphis, Houston, Seattle und anderen geschlossen werden sollen. Davon waren knapp 11.000 Mitarbeiter betroffen.[4] Danach gelangte das Unternehmen jedoch wieder auf Wachstumskurs. 2025 wurde das Ziel verkündet, jährlich um 15 neue Standorte zu wachsen.[1]
Geschäft
Sam’s Club betreibt großflächige Selbstbedienungsmärkte im Warehouse-Club-Format, die sich durch ein Mitgliedschaftssystem und niedrige Preise auszeichnen. Wie andere Großhandelsclubs verkauft auch Sam’s Club den Großteil seiner Waren in Großmengen und direkt von Paletten. Die Clubs sind wie Lagerhallen angelegt, wobei die Waren in Stahlregalen gelagert werden. Zum Sortiment gehören Schmuck, Designerartikel, Sonnenbrillen, Kristallwaren und Sammlerstücke, Elektronik, Blumen, Bekleidung und Lebensmittel. Die meisten Standorte verfügen über Abteilungen für Medikamente, Reifen und Batterien, Bäckerei, Optik, Café und Blumen.[5] Die Standorte sind in der Regel zwischen 3.000 und 15.600 m² groß, wobei die durchschnittliche Clubgröße bei etwa 12.400 m² liegt.[6] Eine normale Mitgliedschaft kostete 2025 knapp 50 US-Dollar und eine Plus-Mitgliedschaft 110 US-Dollar.[7] 2026 wurde der Preis auf 60 US-Dollar erhöht.[8]
Stand 18. Mai 2025 betreibt Sam's Club 600 Mitglieder-Großhandelsclubs in den Vereinigten Staaten, verteilt auf 44 Bundesstaaten mit Schwepunkt im Süden und Mittleren Westen.[9] Außerhalb der Vereinigten Staaten betreibt Sam's Club 173 Filialen in Mexiko und 48 Filialen in China.[10] Die Grupo Big, ehemals Walmart Brasilien, die im August 2018 aus dem Walmart-Konzern ausgegliedert wurde und seitdem zur Carrefour-Gruppe gehört, betreibt zudem 58 Sam’s Club-Filialen in Brasilien, wobei sie den Namen Sam’s Club unter Lizenz nutzt. Zwischen 2003 und 2009 war Walmart auch in Kanada aktiv.
