San Nicolò dei Mendicoli
Kirchengebäude in Venedig, Italien
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San Nicolò dei Mendicoli ist ein Kirchengebäude im Westen des venezianischen Sestiere Dorsoduro, das als eines der ältesten der Stadt gilt. Es stammt der legendären Überlieferung nach aus dem 7. Jahrhundert; das heutige Gebäude entstand ab dem 12. Jahrhundert, im 15. Jahrhundert wurde ein Portikus angebaut, der Innenraum besonders prächtig im 16. Jahrhundert ausgestattet.






Geschichte
Der Überlieferung nach, die sich erst durch sehr viel jüngere Quellen belegen lässt, gilt San Nicolò als eine der drei ältesten Kirchen Venedigs. Sie soll demnach bereits im 7. Jahrhundert entstanden sein. Der 20 m hohe romanische Campanile entstand Ende des 12. Jahrhunderts.[1]
Entstanden ist sie auf einer Insel, die im örtlichen Dialekt Mendigola hieß. Ob sich der Name der Kirche hiervon ableitete oder von Mendicoli, also von „mendici“, als Bezeichnung der Bettler, ist nicht mehr zu klären. Letztere Herleitung würde auf die sehr bescheidenen Lebensbedingungen des Quartiers hindeuten, das überwiegend von Fischern und Handwerkern bewohnt war. Die dortigen Bewohner waren zudem Popolanen, die die „Nicoloti emula dei Castellani“ bildeten. Sie verband eine tiefe Rivalität mit den Fischern von Castello, dem Sestiere, das den östlichen Teil Venedigs bildet. Ihr Führer nannte sich Dose dei Nicoloti. Die Rivalität wurde in öffentlichen Ritualen symbolisch, manchmal handgreiflich ausgetragen.
Die erste Kirche wurde im 12. Jahrhundert ersetzt, nachdem sie von den Stadtbränden von 1106 und 1149 schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war. Im 15. Jahrhundert entstand an der Nordseite ein kleiner Portikus. Das reich verzierte Hauptschiff wurde im 16. Jahrhundert mit vergoldeten Holzstatuen geschmückt.
Durch das Hochwasser (Acqua alta) vom 4. November 1966 wurde das Bauwerk schwer beschädigt. In den 1970er Jahren wurde es umfassend restauriert, finanziert vom Venice in Peril Fund. Von 2002 bis 2003 erfolgte eine vollständige Restaurierung.
An der Hauptfassade sind noch Überreste aus dem 13. Jahrhundert zu sehen. Die winzige Bifore an der Mittelwand stammt aus dieser Zeit, während der kleine Portikus, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter größtmöglicher Verwendung von Originalmaterialien wieder aufgebaut wurde, auf das 15. Jahrhundert zurückgeht. Dort lebten einige Ordensschwestern, die als „Pizzocchere“ (fromme Frauen) bezeichnet wurden.
Literatur
- Herbert Rosendorfer: Kirchenführer Venedig, Edition Leipzig, 2008, 2. Aufl., E. A. Seemann, 2013, S. 108–110.
- Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 138, S. 87.
- Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 416 f. („S. Niccolo Vescovo“). (Digitalisat)
Weblinks
- S. Nicolò dei Mendicoli auf der Website der Gemeinde San Angelo Raffaele e San Nicolò dei Mendicoli