Satz von Leray-Hirsch
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In der algebraischen Topologie ist der Satz von Leray-Hirsch ein fundamentales Resultat zur Kohomologie von Faserbündeln. Er ist nach Jean Leray und Guy Hirsch benannt.
Der Satz von Leray-Hirsch für singuläre Kohomologie
Betrachte ein Faserbündel mit Faser und einen kommutativen Ring , sodass für alle die singuläre Kohomologie ein endlich erzeugter freier -Modul ist. Zu sei außerdem surjektiv und eine (höchstens abzählbare) Familie von Klassen , sodass eine Basis von ist.
Dann ist ein freier -Modul mit Basis , wobei die -Modul-Struktur auf dem Ring durch
gegeben ist.
Insbesondere ist die Abbildung
ein Isomorphismus von -Moduln.
Der Satz von Leray-Hirsch für komplexe topologische K-Theorie
Hier benötigen wir strengere Voraussetzungen:
Seien und kompakte Hausdorff-Räume. Betrachte wieder ein Faserbündel mit Faser , sodass eine freie abelsche Gruppe ist, surjektiv ist und so existieren, dass eine Basis von bildet.
Falls ein endlicher CW-Komplex ist oder ein endlicher CW-Komplex ist, der nur Zellen gerader Dimension hat, so ist ein freier -Modul mit Basis . Dabei ist die -Modul-Struktur auf durch gegeben.
Insbesondere ist die Abbildung
ein Isomorphismus von abelschen Gruppen.
Für verallgemeinerte Kohomologie-Theorien
Multiplikative Kohomologie-Theorien
Sei eine verallgemeinerte Kohomologie-Theorie auf der Kategorie der CW-Paare.
Eine multiplikative Struktur auf ist durch eine Familie von natürlichen Transformationen gegeben, sodass die folgenden Axiome erfüllt sind:
- ist assoziativ in dem Sinne, dass für alle und CW-Paare und die Abbildungen und auf übereinstimmen.
- Es gibt ein Element , sodass für alle , für jedes CW-Paar und alle gilt .
- ist mit den Randabbildungen der langen exakten Sequenz zu in dem Sinne (bis auf Vorzeichen) verträglich, dass für alle CW-Paare und die folgenden Diagramme kommutieren:
Ringspektren
Nach dem Brownschen Darstellbarkeitssatz ist die verallgemeinerte Kohomologie-Theorie durch ein (-)Spektrum gegeben, sodass gilt. Falls ein Ringspektrum ist, so ist auf eine multiplikative Struktur gegeben.
Ein Ringspektrum ist ein Spektrum mit einer Abbildung , die Homotopie-assoziativ ist und eine Homotopie-Einheit hat. Das heißt, dass es eine Abbildung gibt, sodass die folgenden Diagramme kommutieren:
Der Satz von Leray-Hirsch für multiplikative Kohomologie-Theorien
Sei eine multiplikative verallgemeinerte Kohomologie-Theorie auf der Kategorie der CW-Paare. Außerdem sei ein Faserbündel, ein offener Unterraum und ein Paar von Räumen, sodass für alle ein Homöomorphismus gegeben ist.
Dann sei ein freier -Modul und so gewählt, dass eine -Basis von bildet. Dann ist ein freier -Modul mit Basis , wobei die -Modul-Struktur auf durch gegeben ist.
Insbesondere ist die Abbildung
ein Isomorphismus von -Moduln.
Literatur
- Hatcher, Allen (2001). Algebraic Topology. Cambridge: Cambridge University Press. ISBN 978-0-521-79160-1.
- Hatcher, Allen (2017). Vector Bundles and K-Theory (Version 2.2).
- Robert M. Switzer (1975). Algebraic Topology — Homotopy and Homology. Die Grundlehren der mathematischen Wissenschaften Band 212. Springer. ISBN 978-0-387-06758-2
- Akira Kono and Katsumi Tamaki (2006). Generalized Cohomology. Translations of Mathematical Monographs Volume 230. American Mathematical Society. ISBN 0-8218-3514-9
- Dale Husemoller (1994). Fibre Bundles. 3rd ed. Graduate Texts in Mathematics Vol. 20. Springer. ISBN 978-0-387-94087-8.